Mehr als 36 Grad

Rekord-Hitze an Pfingsten: Bayern schwitzt

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Eine Frau kühlt sich in einem See ab

München - Sahara-Hitze in Bayern: Bei Rekordwerten von fast 37 Grad sind die Menschen im Freistaat an Pfingsten mächtig ins Schwitzen gekommen. Nur ganz oben auf der Zugspitze war es angenehm. Bei einem Badeunfall in der Isar kamen vermutlich zwei Menschen ums Leben.

Schwitzen wie in der Sahara: Höchstwerte von fast 37 Grad haben Bayern eine Rekord-Hitze an Pfingsten beschert. Überall im Freistaat suchten die Menschen angesichts der schweißtreibenden Temperaturen Abkühlung an Seen, Flüssen und in Freibädern. Am heißesten war es einmal mehr im unterfränkischen Kitzingen, dort wurden am Montag um 17.00 Uhr nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 36,7 Grad registriert.

Besonders heiß her ging es in Nordbayern. Am Sonntag legte Kitzingen mit 35,4 Grad einen Rekordwert für Pfingsten in Bayern vor. Doch dies war am Tag danach schon wieder Schnee von gestern. Überall im Freistaat wurde es am langen Pfingstwochenende nämlich Tag für Tag immer heißer: 35 Grad waren es am Montag schließlich in Bamberg, Nürnberg lag nur knapp darunter. 34 Grad wurden in Augsburg, Weiden und Würzburg erreicht. In München und Kempten waren es 33 Grad.

Selbst auf Deutschlands höchstem Berg, der 2962 Meter hohen Zugspitze, war es ungewöhnlich warm: Dort wurden am Sonntag 13,8 Grad gemessen. So warm war es dort im ersten Juni-Drittel zuletzt 1998. Am Montag waren es dann nur elf Grad, Meteorologin Claudia Hinz freute sich aber trotzdem. „Das ist sehr, sehr angenehm.“

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Daheim hatte Hinz es nicht mehr ausgehalten und ihren Dienst auf Deutschlands höchster Wetterstation einfach dreieinhalb Stunden früher als sonst begonnen. „Ich bin schon um 8.30 Uhr raufgefahren. Nix wie weg, ich wollte nur noch der Hitze entfliehen“, freute sich die Meteorologin über ihren coolen Job in 2962 Metern Höhe.

Nach dem langen Pfingstwochenende ist nun erst einmal leichtes Durchschnaufen angesagt. Die ganz große Hitze im Freistaat soll erst einmal vorbei sein. Dabei werde es von Dienstag an aber „deutlich unbeständiger“, sagte ein DWD-Meteorologe, teilweise müsse auch mit heftigen Gewittern gerechnet werden. Zu ersten Gewittern kam es am Montagnachmittag im Bayerischen Wald.

Vermutlich zwei Menschen kamen bei einem Badeunfall in der Isar im oberbayerischen Hallbergmoos ums Leben. Einen 35 Jahre alten Mann entdeckte am Samstag ein Ehepaar in dem Fluss, für ihn kam jede Hilfe zu spät. Sein ein Jahr jüngerer Begleiter wurde auch zwei Tage danach noch vermisst, für ihn bestand kaum noch Hoffnung.

In Haag an der Amper stürzte ein 46 Jahre alter Mann nach einem Volksfestbesuch in die Amper und ertrank. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann gestürzt ist. Im schwäbischen Aichach wurde ein betrunkener Mann von zwei Frauen vor dem Ertrinken in einem Baggersee gerettet. Die beiden Frauen hatten den Mann am Sonntag leblos an der Wasseroberfläche treiben sehen. Sie zogen ihn an Land und leisteten Erste Hilfe, bis der Notarzt eintraf.

In Aschaffenburg erlitt am Samstag ein 59-jähriger Mann beim Grillen schwere Verbrennungen. Ein 48-Jähriger wurde leicht verletzt, berichtete die Polizei. Die beiden Männer hatten den Brenner einer Warmhalteplatte mit Spiritus befüllen wollen, als sich plötzlich eine Stichflamme entwickelte. Bei Unfällen auf Bayerns Straßen wurden zudem mindestens fünf Menschen getötet.

Auch im Rest von Deutschland bricht das Wetter Rekorde: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist es das heißeste Pfingsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Sonntag lagen die Temperaturen mit bis zu 35,6 Grad in Waghäusel-Kirrlach bei Karlsruhe am höchsten. Der bisher heißeste Pfingsttag war laut DWD im Jahr 2000 in Roth bei Nürnberg mit 33,8 Grad gemessen worden.

Den Daten zufolge ist an diesem Pfingstsonntag auch der Temperatur-Rekord für die ersten zehn Juni-Tage gefallen. Er stand bisher bei 35,5 Grad - gemessen am 3. Juni 1947 in Frankfurt am Main.

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Leichtes Durchschnaufen ist nach dem langen Pfingstwochenende angesagt. Dann soll die ganz große Hitze erst einmal vorbei sein. Dabei werde es von Dienstag an "deutlich unbeständiger", sagte der DWD-Meteorologe, teilweise müsse auch mit heftigen Gewittern gerechnet werden.

dpa

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