Wenn der Pfarrer mit seinem Ehemann... 

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Rosenheim - Im Rosenheimer KuKo tagt ab heute das Parlament der evangelischen Landeskirche. Ein heißes Streitthema: Wie offen sollen homosexuelle Pfarrer leben dürfen?

Sollen Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihren gleichgeschlechtlichen Partnern in Dienstwohnungen leben dürfen? 

Im KuKo treffen sich Gegner und Befürworter

Auf der Rosenheimer Herbstsynode der Evangelischen Landeskirche steht diese Frage auf der Tagesordnung. Vom 21. bis 24. November berät das Kirchenparlament im KuKo. Befürworter und Gegner wollen Unterschriftenlisten übergeben. 

Rosenheim24 hat bei den Sprechern der beiden Interessensgruppen nachgefragt und Meinungen eingeholt.

In Einzelfällen ist das Zusammenleben in Dienstwohnungen seit 2010 möglich. Konservative Christen mobilisieren aber dagegen. Sie sehen einen Verstoß gegen biblische Gebote. Liberale Christen streben dagegen eine Gleichbehandlung für Homosexuelle an. Sie wollen das Pfarrdienstrecht verbindlich ändern.

12.000 Unterschriften gesammelt

Die Mitglieder des Lesbischschwule Konvent glauben, dass die große Mehrzahl der Kirchenbasis hinter der Öffnung der Pfarrhäuser steht. Die Mehrheit wolle eine zukunftsfähige und lebensoffene Kirche. Über 4.000 Stimmen hat der Kovent bei seiner Unterschriftenaktion sammeln können. Am Montagmorgen soll die Liste an die Synode-Präsidentin Dr. Dorothea Deneke-Stoll übergeben werden. Dies bestätigte auf Anfrage Pfarrerin Christine Untch, die Sprecherin des Kovents.

Der Arbeitskreis Bekennender Christen (ABC) in Bayern hat eine andere Wahrnehmung der Mehrheitsverhältnisse an der Basis. Rund 8.000 Unterstützer für seine Unterschriftenliste konnte der ABC gewinnen. 

Bibeltreue verlangen Veto-Recht

Hans-Joachim Vieweger, der Sprecher des Arbeitskreises, sieht das "Potenzial für eine Spaltung" der Landeskirche gegeben. Ehe und Familie dürften nicht zur Beliebigkeit verkommen. Vieweger verlangt einen "Gewissenschutz". Es müsse ein Veto-Recht geben, wenn der Kirchenvorstand über das Wohnrecht in Pfarrerdienstwohnungen entscheidet.

Im Klartext: Stimmt ein Kirchenvorstand aus Gewissengründen gegen den Wunsch, darf der homosexuelle Partner nicht in die Dienstwohnung miteinziehen. 

Spaltung der Landeskirche möglich

Vieweger ist besorgt um die Zukunft seiner Landeskirche. Das Wohnrecht sei nicht das einzige Streitthema. Auch die trauungsähnliche Segnung von homosexuellen Paaren wird vom ABC abgelehnt.

Ein guter Teil der engagierten Kirchenmitglieder, insbesondere in fränkischen Landesteilen sogar die Mehrheit, werde davon vor den Kopf gestoßen.

Bedford-Strohm eröffnet in Rosenheim seine erste Synode als neuer Landesbischof.

Gespannt ist er auf die Rede des neugewählten Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm. Seine Erwartung ist eindeutig: Der neue Landesbischof solle sich bei den umstrittenen Themen zurückhalten.

Die endgültge Entscheidung inwiefern das Dienstrecht verändert wird fällt voraussichtlich sowieso erst im Frühjahr 2012 - auf der nächsten Synoden-Tagung.

mg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa/red

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