Heiße Debatte um überraschenden Geldregen in Traunstein

Weil Stadt zaudert: Macht anonymer Millionenspender jetzt Rückzieher?

Traunstein - Ein schwerkranker Senior will der Stadt mehrere Millionen Euro schenken, doch um die Annahme gibt es Streit im Stadtrat. Könnte der Spender sein Angebot jetzt zurückziehen?

Wie geht man damit um, wenn einem mehrere Millionen Euro geschenkt werden sollen? Sofort zugreifen oder lieber zweimal überlegen? Die Stadt Traunstein ist momentan in einer solchen Situation. Weil sich der Stadtrat aber nicht einig ist, könnte dem anonymen Spender der Geduldsfaden reißen.


Behält die Stadt trotz der Spende ihre Handlungsfreiheit?

Eine Summe von mehreren Millionen Euro will ein 81-jähriger Traunsteiner der Stadt spenden. Der ehemalige Unternehmer ist schwer krank und erhofft sich, mit dem Geld auf die Zukunft der Stadt etwas Einfluss nehmen zu können. Seine Wünsche: Ein Parkhaus auf dem Festplatz, eine Erweiterung des Heimathauses und eine Freifläche am Karl-Theodor-Platz. Das Traunsteiner Tagblatt hatte zuerst über den Fall berichtet.

Oberbürgermeister Christian Kegel hat den Vertrag mit dem anonymen Millionenspender schon unterzeichnet. Letztlich gültig wird er aber erst durch die Zustimmung des Stadtrates - doch die steht bisher aus. 

Würde sich Traunstein dadurch abhängig machen? Nicht in den Augen des Oberbürgermeisters: "Wir haben unter Hinzuziehung eines Notars einen Vertrag entworfen der der Stadt jede Handlungsfreiheit belässt", so Christian Kegel gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Den Vertrag hat er bereits unterzeichnet, gültig wird er aber erst dann, wenn auch der Stadtrat dem ganzen zustimmt. Doch das ging nicht so einfach, wie es sich Kegel erhoffte.

Der Stadtrat zaudert - und der Spender wird ungeduldig

In nichtöffentlicher Sitzung lehnte der Stadtrat die Annahme der Spende vorige Woche erstmal ab. Manche fühlten sich vom Vorgehen des Oberbürgermeisters überrumpelt oder wollen erst alle Details im Stadtrat klären. In der Sitzung am 26. März soll das geschehen. Doch ob das Angebot der Millionenspende bis dahin noch aufrecht ist? 

Otto Huber, Freund und Sprecher des potenziellen Spenders. 

Wie der Bayerische Rundfunk nun berichtet, lässt der schwerreiche Traunsteiner momentan prüfen, ob er aus dem Schenkungsvertrag wieder aussteigen kann. Sein Sprecher Otto Huber gegenüber dem BR: "Mein Freund ist erfolgreicher Unternehmer, der weiß, dass manche Dinge eine gewisse Zeit dauern. Er wird sicher noch einige Tage warten, aber irgendwann ist seine Geduld zu Ende." 

Wird sich der Stadtrat wegen des Wahlkampfgeplänkels also den warmen Geldregen entgehen lassen? Oder macht man sich doch abhängig? Denn vor allem das vom Spender angerissene Thema Parkplätze ist derzeit heiß umkämpft in Traunstein. Auf der anderen Seiten steht die Stadt vor einem hohen Schuldenberg in Höhe von 21 Millionen Euro. Wie also entscheiden - und vor allem: wann?

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Kommentare