Mord mit Armbrust: Lebenslang für Ex-Soldaten

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Der Angeklagte Florian K. sitzt  im Gerichtssaal des Landgerichts in Weiden (Bayern). Der desertierte Bundeswehr-Soldat ist für den Mord an einen Rentner zur Höchststrafe verurteilt worden.

Weiden - Der Bundeswehrsoldat hatte Angst vor dem Afghanistan-Krieg. Er desertiert, plant seine Flucht nach Spanien und wird zum Mörder.  Jetzt wurde er zur Höchststrafe verurteilt.

Wegen Mordes an einem Rentner mit Armbrust und Messer ist ein desertierter Bundeswehrsoldat zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Weiden stellte am Dienstag auch eine besondere Schwere der Schuld fest - damit kann der 23-Jährige auch nach 15 Jahren nicht entlassen werden. Seine mitangeklagte 24 Jahre alte Freundin wurde wegen Beihilfe und anderer Delikte zu 13 Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Der 23-Jährige hatte im Januar einen 66-Jährigen in Weiden mit einer Armbrust in den Rücken geschossen und ihn anschließend mit mindestens 21 Messerstichen getötet.Seine Freundin stand bei dem Mord Schmiere. Wenige Tage vor der tödlichen Attacke hatte sie mit einem gefälschten Überweisungsauftrag 3000 Euro ergaunert.

Der Vorsitzende Richter Walter Leupold sagte, der Angeklagte habe mit seiner Freundin eine Raubserie wie die des amerikanischen Gangsterpärchens "Bonnie und Clyde" geplant, um auswandern zu können. Die Frau sei nur haarscharf an einer Verurteilung wegen Mittäterschaft vorbeigeschrammt. Sie hatte dem Mann die Armbrust gereicht und die Raubserie mitgeplant. Kurz vor dem tödlichen Überfall auf den Rentner hatte der 23-Jährige mit der Armbrust Schießübungen in einem Wald gemacht. Dabei hatte er einen freilaufenden Hund angeschossen.

Der Angeklagte in schwarzer Lederjacke nahm das Urteil äußerlich gefasst auf. Erst als ihn seine Mutter nach der Verhandlung in den Arm nahm, zeigt sich eine kleine Regung in seinem Gesicht. Die 24 Jahre alte mitangeklagte Frau schüttelte dagegen bei der Urteilsverkündung ständig den Kopf und weinte. Als ihr Vater zu ihr kam, schluchzte sie hemmungslos. Beide Verteidiger kündigten noch im Gerichtssaal an, Revision einzulegen.

"Der 23-Jährige ist fahnenflüchtig geworden, weil er Angst hatte, als Bundeswehrsoldat nach Afghanistan geschickt zu werden", erläuterte Richter Leupold. Der Mann war Panzergrenadier im niederbayerischen Regen. Um genug Geld für die Flucht zu haben, habe das Pärchen eine Raubserie geplant. "Daraus ist dann ein blutiges Geschäft geworden", sagte der Richter.

Laut Gerichtsmedizin versetzte der Täter seinem Opfer nach dem Schuss mit der Armbrust zahlreiche Messerstiche in Rücken und Nacken. Viermal stach der Angreifer auch in den Schädel des Rentners - dabei brach sogar die Klinge ab. Für die Richter waren die Mordmerkmale Heimtücke und Habgier erfüllt.

Nach der Bluttat setzte sich das Duo zunächst nach Berlin und anschließend ins Ausland ab. Auf dem Flughafen der Kanareninsel Fuerteventura wurden beide schließlich festgenommen. Bis zum vorletzten Verhandlungstag hatten beide geschwiegen. In ihren letzten Worten vor dem Urteil bedauerte beide schließlich den Tod des Rentners.

dpa

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