Der Beschuldigte meldet sich zu Wort:

Macheten-Markus: "Diesen Satz bereue ich sehr!"

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Markus versichert, seine Frau nie mit der Machete bedroht zu haben. Sein Schwager Mike kann das bezeugen, er war bei dem Streit mit dabei.
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Wasserburg - Er soll seine schwangere Frau mit einer Machete bedroht haben. Jetzt hat sich der 27-Jährige bei uns zu Wort gemeldet. Was er denkt und was wirklich passiert ist am 13. Juli:

Die Polizeimeldung schockierte. Ein Mann soll mit einer Machete seine schwangere Frau bedroht haben. Der Vorfall soll sich am Montagabend, den 13. Juli 2015, rund um den Willi-Ernst-Ring ereignet haben.

Der Beschuldigte widerspricht dieser Meldung der Polizei. "Ich habe meine Frau nicht mit der Machete bedroht", erklärt der 27-Jährige im Gespräch mit wasserburg24.de.

Was war los am Willi-Ernst-Ring?

Ein Computerspiel war Auslöser für die Streitereien des Paares. "Markus hat mir gedroht, dass ich die Nacht nicht überleben werde, wenn ich hier bleibe", erzählt seine Frau Nadine. Auch die 26-Jährige betont, dass ihr Mann sie nicht mit der Machete bedroht habe. Er sei jedoch damit aus der Wohnung gegangen, so Nadine.

Die Machete habe er nicht benutzt, er habe noch nie einen Menschen damit bedroht. "Ich habe sie früher manchmal in den Wald mitgenommen, um mich abzureagieren, aber ich würde niemals jemanden damit bedrohen", erklärt Markus immer wieder. Der drohende Satz zu seiner Frau sei so daher gesagt gewesen, er wollte ihr nichts tun. "Diesen Satz bereue ich sehr", so der 27-Jährige.

Montagnacht kam es zum heftigen Streit zwischen dem Paar, Markus verließ daraufhin wütend die Wohnung. Die Machete hatte er in den Keller gebracht."Ich bin mit dem Fahrrad weggefahren, die Polizei hat nach mir gesucht, dann habe ich mich den Beamten gestellt und ihnen gesagt, wo die Machete ist", erzählt der 27-Jährige.

Er habe sich die Machete vor einigen Jahren aus beruflichen Gründen gekauft, niemals würde er auf einen Menschen damit losgehen. "Es stimmt wirklich, mein Schwager hat meine Schwester nicht damit bedroht, ich war bei dem Streit dabei und kann das bezeugen", berichtet Mike M.

Der Sachverhalt der Polizeimeldung sei zwar richtig, doch die nicht zutreffende Überschrift brächte schlimme Probleme für ihn. "Warum hat die Polizei geschrieben, dass mein Mann mich mit der Machete bedroht hat, das habe ich gar nicht gesagt und es war auch nicht so", heißt es von Nadine weiter. Die Polizei Wasserburg jedoch betont, die Frau habe ihre Zeugenaussage unterschrieben, in der es geheißen habe, dass ihr Mann sie mit der Machete in der Hand bedrohe.

Die beiden Kinder wurden mittlerweile vom Jugendamt geholt, sollen zunächst in einer Pflegefamilie unterkommen.

Nachdem der 27-Jährige sich in der Nähe eines Autohauses den Beamten gestellt hatte, wurde er in das kbo-Inn-Salzach-Klinikum gebracht. "Die Ärzte waren aber auch der Meinung, dass keine Gefahr von mir ausgeht, ich durfte am Dienstag die Klinik wieder verlassen", erzählt Markus weiter.

Anti-Aggressionstraining geplant

Dass er gerne Computerspiele spielt, bestreitet er nicht, außerdem gibt er zu, dass er schon manchmal schnell laut werde, so der Wasserburger. "Ich werde ein Anti-Aggressionstraining machen und eine Spielsuchttherapie beginnen", verspricht Markus. "Ich werde jedem zeigen, dass ich mich bessern kann". Außerdem werde er bald eine Arbeit aufnehmen können, darauf freue er sich sehr.

Die beiden Kinder waren während des Streits im Nebenzimmer und haben geschlafen, haben scheinbar nichts von dem Streit mitbekommen. Mike M. hat den Streit seiner Schwester und des Schwagers miterlebt und bestätigt, dass es zu keiner Bedrohung mit der Machete kam. "Ich möchte nicht, dass meiner Schwester was passiert, wenn es zu einer Bedrohung gekommen wäre, dann wäre ich natürlich dazwischen gegangen", so M.

Umfeld reagiert abneigend

Mittlerweile hat Markus Angst, nach draußen zu gehen, weil zahlreiche Nachbarn wegen der Überschrift der Polizeimeldung ihn persönlich im Visier hätten.

Bei der Polizei sei er bislang noch nie wegen Körperverletzung aufgefallen, versichert Markus.  Nach dem Vorfall und der laut Markus und Nadine unrichtigen Wortwahl der Polizeimeldung sei er nun aus der Feuerwehr geflogen, das Umfeld, vor allem die Nachbarschaft reagiere wütend auf ihn, zeigt sich der 27-Jährige traurig. Die Feuerwehr Wasserburg konnte dies nicht bestätigen. Markus sei freiwillig aus der Feuerwehr ausgetreten, es sei sein eigenes Ansinnen gewesen, die Feuerwehr zu verlassen, heißt es vom Kommandanten.

Nun geht es um die Kinder

Markus kämpft gemeinsam mit seiner Frau um die Rückkehr der Kinder. "Wir vermissen unsere Kinder und möchten den Behörden beweisen, dass es den Kindern gut bei uns geht", betont das Paar. Nadine und Markus wollen gemeinsam zum Wohle der Kinder handeln und zeigen sich engagiert.

Der erste Schritt mit dem Anti-Aggressionstraining und der Spielsuchttherapie wird zügig begonnen. "Ich beteure nochmals, dass ich Nadine nie mit der Machete bedroht habe und das auch nie getan hätte", betont Markus abschließend.

Quelle: rosenheim24.de

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