Bayerischer Schützentag in Wasserburg

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Wasserburg - Zum Bayerischen Schützentag hielt Kardinal Marx einen Festgottesdienst. Beim feierlichen Zug über die Innbrücke nahmen 1200 Schützen und Minister Huber teil.

Der 62. Bayerische Schützentag in Wasserburg wurde am Sonntag mit Festgottesdienst, Schützenzug und einer Abschlusskundgebung gefeiert. Leider öffnete Petrus noch die Regentore - doch dies tat der ausgezeichneten Stimmung keinen Abbruch.

Der große Festgottesdienst mit Erzbischof Reinhard Kardinal Marx war in St. Jakob bereits bestens besucht. Bei diesem Festamt gab es nur wenige freie Plätze bei dem riesigen Aufgebot der Schützen und der vielen Ehrengäste. Der anschließende Schützenzug über die Innbrücke und zurück zur Herrengasse war ein sehr großes Spektakel mit knapp 1200 Schützen die aus 106 Gauen stammten. Neben bayerischer Blasmusik marschierten hier die Schützen mit ihren Schützenkönigen und - königinnen stolz am begeisterten Publikum vorbei. Aus den Kutschen winkten Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, Minister Dr. Marcel Huber und natürlich der Schirmherr Michael Kölbl dem Publikum zu. Bei der Abschlusskundgebung mit Umweltminister Dr. Marcel Huber gab es nochmals viel Applaus.

stl

Festakt in der Badria-Halle

Bericht aus der Wasserburger Zeitung:

Der weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Bert Lindauer nahm die Gäste in der gut gefüllten und prächtig geschmückten Badria-Halle mit auf einen humorvollen Ausflug in die traditionelle altbayerische Volksmusik. Er sprach von einer "kraftvollen Vergangenheit der Schützen", welche nicht immer nur friedlich dem sportlichen Wettkampf hätten nachgehen können. So seien in früheren Jahrhunderten die kämpferischen Auseinandersetzungen im Mittelpunkt gestanden und die Schützen aus Bayern hätten mehrfach die Unfähigkeit "der Obrigkeit" ausbaden müssen.

Die "Jungen Allmannsauer Musikanten" mit Bert Lindauer (rechts).

Musikalisch begleitet wurden die Ausführungen Lindauers auf der Bühne von mehreren regionalen Gruppen und Ensembles, die für einen stimmigen Rahmen sorgten. So lauschten die zahlreichen Ehrengäste und Schützenvertreter zu Beginn andächtig den Klängen der "Hafenstoaner Alphornbläser" aus Bernau. Alle Verse und Anekdoten sowie die Gesangseinlagen lieferten einen Bezug zu den Schützen und so manche alte Weisheit besitzt auch in der Gegenwart immer noch ihre Gültigkeit. "Zu viel Zielwasser lässt den Schuss schon einmal daneben gehen", war zu hören, ehe die Mooshamer Sänger aus dem Haager Land gleich ein ganzes Schützenfest in Liedform wiedergaben.

Die "Jungen Allmannsauer Musikanten" aus der Gemeinde Rechtmehring, maßgeblich geprägt von der Familie Schatz, boten mitunter virtuose Klänge. Klassische Volkmusikmelodien kamen von den "Zamdrat'n", einer Gruppe von Mitgliedern aus dem Altlandkreis Wasserburg. Karin Eichner und Schorsch Blabsreiter begleiteten die "Rettenbacher Sängerinnen", welche unter anderem von Heimat und dem nicht immer einfachen Verhältnis des Schützen zu den Frauen sangen.

"Die bayerischen Schützen waren immer kreuzbrave Leut", sinnierte Bert Lindauer mit einem Lächeln und verglich sie mit den Musikanten, die ja schließlich auch stets den richtigen Ton "treffen" müssten. Und selbstverständlich durfte auch die Geschichte vom Schützenmeister Blasi, dem seine Stasi nicht immer ganz so treu war, nicht fehlen.

Die "Rettenbacher Sängerinnen" mit Bert Lindauer (vorne).

Wie eingangs angeklungen, blickte Bert Lindauer zudem noch auf die konfliktreiche Vergangenheit der bayerischen Schützen zurück. Diese hätten zu Beginn des 19. Jahrhunderts Seite an Seite mit den Franzosen gegen den berühmten Tiroler Aufstandsführer und Nationalhelden Andreas Hofer gekämpft, dem eigens ein Lied gewidmet wurde.

Heimat im allerbesten Sinne lebe überall von den Menschen, die sie gestalteten und bereicherten. Man schätze sie aber erst, wenn man einmal fort an einen anderen Ort müsse. "Geht sorgsam mit ihr um und haltet sie stets in Ehren", rief Bert Lindauer den Schützen unter lautem Applaus zu.

Mit schwungvollen Auftritten der Wasserburger Trachtengruppe "Almrausch" klang der Festabend dann aus.

reg 

Quelle: rosenheim24.de

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