Mehr Geld für Beschäftigte

Warnstreiks, adé! Tarifabschluss im Nahverkehr

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Ein streikender Busfahrer steht am 30. Juni 2014 in Regensburg.

Nürnberg - Bei Bus und Bahn drohen keine Warnstreiks mehr - die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr in Bayern bekommen ab sofort deutlich mehr Geld. Beide Seiten zeigten sich zufrieden.

Bus- und Bahnfahrer in Bayern müssen keine weiteren Streiks mehr befürchten: Der Tarifstreit im kommunalen Nahverkehr ist beigelegt. Gewerkschaften und Kommunen haben sich am Freitag auf kräftige Lohnerhöhungen für die Beschäftigten geeinigt. Danach steigen die Löhne rückwirkend ab 1. Juni um drei Prozent, mindestens aber um 90 Euro. In einem Jahr folgt dann eine weitere Lohnerhöhung um 2,4 Prozent, wie die Gewerkschaft Verdi und die Kommunalen Arbeitgeber in Nürnberg mitteilten. Außerdem gibt es höhere Schichtzulagen und einheitlich 30 Urlaubstage für alle. Der Abschluss gilt für rund 6600 Beschäftigte in Bayern.

Verdi hatte in den vergangenen Wochen mit Warnstreiks im Großraum Nürnberg, Augsburg, München und Regensburg Druck gemacht. Mit der nach zähen Verhandlungen in der vierten Runde erzielten Einigung zeigten sich beide Seiten zufrieden.

Für die Fahrgäste sei die positive Nachricht des Tages, dass weitere Arbeitskämpfe im Nahverkehr abgewendet seien, sagte der Personalchef der Nürnberger Verkehrsbetriebe und Verhandlungsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV), Karl-Heinz Pöverlein. Die Tariferhöhung entspreche im Kern dem bereits im April erzielten Abschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Dazu kommen höhere Schichtzulagen. Verdi-Verhandlungsführer Manfred Weidenfelder erklärte, zum einen bekämen Werkstattbedienstete künftig mehr Geld. Zum anderen würden junge Fahrer schneller höhergestuft. Und Fahrer erhalten für jede geteilte Schicht mit mehr als zwei Stunden Pause künftig zwei Euro mehr Zulage.

Im Oktober wollen Gewerkschaft und Kommunen außerdem über Gesundheitstage und andere Verbesserungen für die alternde Belegschaft verhandeln. Die Vereinbarungen müssen bis Mitte August noch von den Gremien abgesegnet werden.

Die Arbeitgeber hatten 3 Prozent, mindestens aber 90 Euro mehr im Monat sowie ab Juni ein weiteres Plus von 2,4 Prozent geboten - so wie es jetzt auch vereinbart wurde. Verdi hatte für alle Beschäftigten 120 Euro mehr und zusätzlich 4 Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von einem Jahr verlangt. Die Nahverkehrsgewerkschaft in der Tarifunion des Beamtenbundes wollte 100 Euro plus 3,5 Prozent mehr.

dpa

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