Geschäftsleitung gibt keinen Kommentar ab

"Alpenhain-Leitung kann das nicht mehr aussitzen"

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Pfaffing - Am Donnerstag fand ein Warnstreik beim Molkereiunternehmen Alpenhain statt. Die Gewerkschaft NGG sieht sich bestärkt und setzt nun die Firmenleitung unter Druck.

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Null Lohnerhöhung? Alpenhain-Arbeiter im Streik

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Georg Schneider, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG Rosenheim, dass er von der Teilnehmerzahl am Warnstreik "positiv überrascht war". Über 120 Mitarbeiter aus verschiedenen Schichten, insbesondere aus der Produktion, hätten sich beteiligt. Bei "Käsespezialitäten-Werk" sind laut Schneiders Angaben insgesamt 450 Personen beschäftigt.

Schneider antwortete auch auf die Kritik mancher rosenheim24-User, dass die Gewerkschaft doch der schwierigen wirtschaftlichen Situation bei Alpenhain Rechnung tragen müsse und Forderungen zurückstellen solle. "Viele Arbeitsplätze werden bei Alpenhain untertariflich entlohnt, und das schon seit der Zeit, als die Firma noch dicke Gewinne einfuhr", so Schneider. "Wir haben Zugeständnisse gemacht und vorgeschlagen, dass Zweidrittel des Weihnachtsgeldes wie ein Darlehen in Raten im Jahr 2015 ausgezahlt werden kann. Außerdem wären wir bei der Anpassung an den Flächentarifvertrag mit einem Stufenplan über ein bis zwei Jahre einverstanden. Kommt es jedoch zu überhaupt keiner Lohnerhöhung, reißt das Entgeldraster total auseinander und der Abstand wird zu groß", argumentiert der Gewerkschafter. Nach dem Tarifvertrag wäre es zum 1. Januar zu einer Lohnerhöhung von 3,2 Prozent gekommen.

Georg Schneider von der Gewerkschaft NGG

Plötzlich aber, so Schneider, gab es einen Aushang der Geschäftsleitung auf dem, ohne Absprache mit der Gewerkschaft NGG, zwar die sofortige Auszahlung von Zweidritteln des Weihnachtsgeldes zugesagt wurde, jedoch ebenso eine Lohn-Nullrunde für 2015.

Ein Protestbrief der NGG blieb unbeantwortet, noch habe es auch keine Reaktion der Geschäftsleitung auf den Warnstreik am Donnerstag gegeben.

Unsere Redaktion erhielt auf Anfrage von der Presseabteilung der Firma ebenfalls keine Auskunft. Eine Stellungnahme zum Warnstreik werde nicht abgegeben und sei auch in den kommenden Tagen nicht zu erwarten, hieß es.

Fotos vom Warnstreik am Donnerstagnachmittag:

Warnstreik bei Alpenhain

Bis nach den Feiertagen will Georg Schneider nun abwarten: "Ich fordere die Geschäftsleitung ultimativ dazu auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Sie kann das nicht mehr aussitzen!" 

Sollte es kein Entgegenkommen seitens der Firmenleitung geben, werde die Gewerkschaft weitere Schritte einleiten. Was genau geplant werde, wollte Schneider gegenüber unserer Redaktion noch nicht näher ausführen.

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mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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