Geschwisterpaar als Einbrecher überführt

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Rosenheim/Mühldorf - Die Polizei hat zwei mutmaßliche Serieneinbrecher im oberbayerischen Haag (Landkreis Mühldorf am Inn) gefasst.

Die Schadenssumme liegt im sechsstelligen Bereich. Bereits seit 2008 stifteten zahlreiche Einbrüche während der Volksfestzeit Unruhe bei vielen Festwirten in Bayern. Der äußerst dreist agierende Einbrecher scheute nicht davor zurück, in die Wohnhäuser einzudringen, während die Bewohner schliefen.

Ende Juli 2009, nach einem weiteren Einbruch im Landkreis Rottal/Inn, wurde von Zeugen ein verdächtiges Fahrzeug beobachtet. Dieser Hinweis brachte die Fahnder auf die richtige Spur.

Am 8. September konnten der 37-jährige Hauptverdächtige und seine 38-jährige Schwester nach einem Einbruchdiebstahl in eine Brauerei im westlichen Landkreis Mühldorf, auf seinem Heimweg in den frühen Morgenstunden festgenommen werden. Da die routinierte und professionelle Arbeitsweise des Festgenommen den Schluss zuließ, dass eine Vielzahl weiterer Einbrüche auf sein Konto gehen dürfte, entschieden die hauptbetroffenen Polizeipräsidien Oberbayern Nord, Niederbayern und Oberbayern Süd, bei der Kriminalpolizei in Mühldorf die mehrköpfige „Ermittlungsgruppe Festwirt“ zu installieren.

Es war die erste präsidiumsübergreifende Ermittlungsgruppe dieser Art seit der Polizeireform.

In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Traunstein rollte die Ermittlungsgruppe ähnlich gelagerte, ungeklärte Fälle der letzten Jahre im südostbayerischen Raum erneut auf.

In den meisten Fällen wurden die Wohn- und Geschäftshäuser bereits Tage vor der eigentlichen Tat ausspioniert.

Da der Hauptverdächtige kein Fahrzeug und keine Fahrerlaubnis besaß, soll ihn seine arbeitslose Schwester in zumindest drei Fällen in ihrem BMW zu den Tatorten gefahren haben. Hierbei waren die Rollen klar verteilt.

Während der Beschuldigte mit Gewalt in die Häuser eingedrungen sein soll, wartete seine Komplizin im Wagen.

Die Spur des Tatverdächtigen führte die Ermittler sogar ins angrenzende Österreich, wo seine mutmaßliche DNA bei einem Einbruch in einer Mühle am 6. Oktober 2003 gesichert werden konnte.

Damals war die Zuordnung zu einem Täter aber noch nicht möglich, weil erst durch die „Ermittlungsgruppe Festwirt“ dem Tatverdächtigen DNA-Vergleichsmaterial auf richterliche Anordnung entnommen wurde.

An fünf weiteren Tatorten zwischen dem Bayerischen Wald, Landshut und Prien am Chiemsee war nach Einbrüchen ebenfalls die mutmaßliche DNA des Festgenommen gesichert worden.

Die Einbrüche ereigneten sich in den Jahren 2003 bis 2009.

Das „Arbeitsgebiet“ des 37-Jährigen soll sich bis in den schwäbischen Bereich erstreckt haben. Dort werden ihm Einbrüche bei einem Juwelier, in eine Metzgerei und in eine Kfz-Werkstatt zwischen 10. und 26. März 2009 zur Last gelegt.

Damit sich die Fahrten, die ihn in bis zu 150 Kilometer entfernte Orte führten, auch lohnten, sollen bis zu vier Einbrüche in einer Nacht begangen worden sein.

Seit seiner Inhaftierung schweigt der Festgenommene beharrlich zu den ihm zur Last gelegten Taten und zu seinen möglichen Mittätern.

Seine 38-jährige Schwester räumte nach zweiwöchiger Untersuchungshaft ihre Beteiligung an zwei Taten ein.

Der Haftbefehl gegen sie wurde außer Vollzug gesetzt.

Die „Ermittlungsgruppe Festwirt“ beendet nun ihre über drei Monate andauernde Kleinarbeit.

Über 3000 Einzelkomplexe wurden abgeklärt, eine Vielzahl von Geldbewegungen ausgewertet, weit über 100 Zeugenvernehmungen überarbeitet und Spurenvergleiche der Einbrüche der letzten Jahre durchgeführt.

In 15 Aktenordnern konnte das Ermittlungsergebnis der Staatsanwaltschaft Traunstein vorgelegt werden. Es enthält den Schlussbericht zu 61 Einbrüchen und zwei weiteren Straftaten.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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