Viele Parallelen zu Tschernobyl

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Teisendorf - Auf Einladung der Grünen Jugend Südost sind Antje Wagner und Markus Büchler nach Teisendorf gekommen, um über ihren Besuch in Fukushima zu berichten.

"Wir haben in Fukushima sehr viel erschütternde Sachen gesehen", gibt Markus gleich zu Beginn des Interviews zu. "Obwohl Japan ein sehr interessantes, schönes Land mit tollen Menschen und einer interessanten, bezaubernden Kultur ist." Auf Einladung japanischer Grünen waren die beiden in das Land der aufgehenden Sonne gereist. "Wir haben nicht gezögert, weil uns klar war, dass die große Welle öffentlicher Empörung schnell abebben wird. Mit unserem Erfahrungsbericht wollen wir das Thema in Bayern wachhalten." Dabei nahmen sie auch die Gefahr durch die Strahlung in Kauf. "Es ist schon sehr beunruhigend, aber wir haben uns vorab ausführlich damit beschäftigt, welche Strahlung für uns als Besucher gefährlich ist." Letztlich hätten sie in den wenigen Stunden in der hochverstrahlten Zone eine Strahlendosis abbekommen, die mit einem Transatlantikflug vergleichbar sei.

Wagner und Büchler lernten vor Ort Betroffene kennen, die flüchten mussten, die Haus und Hof verlassen mussten, die jetzt in Behelfsunterkünfte leben, um ihre Gesundheit und Existenz bangen. Beim Besuch in der evakuierten Zone sahen sie Geisterstädte, in denen eine so hohe Strahlung herrscht, die auf Jahrzehnte hinaus nicht abnehmen wird, dass man dort nie wieder siedeln kann.

Antje Wagner und Markus Büchler in Fukushima

"Es sind erschreckend viele Parallelen zu Tschernobyl", erklärt Antje, die auch dort die 'Verbotene Zone' besucht hat. Vor allem die Informationspolitik sei in der führenden Industrienation die gleiche gewesen, wie damals in der Ukraine. "Ich war schockiert, wie die mit den Menschen umgehen, mit dem Erlebtem, mit den Richtwerten." Man habe nur das zugeben, was ohnehin schon an die Öffentlichkeit gedrungen sei. Und selbst wenn ihnen gesagt wurde, 'die Strahlung ist zu hoch', konnten die Menschen nirgends nachlesen, was das bedeutet. "Die Bevölkerung wurde bewusst im Unklaren gelassen, A um keine Panik auszulösen, aber B auch, um zu vertuschen, wie gefährlich des Zeug eigentlich ist", ist sich Wagner sicher. Trotzdem haben sich die Japaner selbst informiert und nach Informationen von Antje Wagner auch protestiert. "Das entspricht nicht der japanischen Kultur", zeigt sie sich positiv überrascht.

Die Grüne Aktivistin ist sich sicher, dass solche Katastrophen wie in Tschernobyl oder Fukushima immer wieder passieren kann. "Katastrophen werden schnell vergessen, verdrängt und nach Generationen kann man sich nicht mehr vorstellen, dass sowas passieren kann. Deshalb sag ich, es kann immer und überall passieren." Zusammen mit ihrem Mitstreiter reist sie deshalb durch Bayern und versucht mit ihrem Erfahrungsbericht aufzuklären und die Grünen Energievorschläge unter die Menschen zu bringen.

cz

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © privat

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