IOC verwarnt Olympia-Mitbewerber Pyeongchang

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IOC Präsident Jacques Rogge (Archivbild).

Berlin - Rückschlag für Münchens Olympia-Gegenspieler aus Südkorea: Das IOC hat Kandidat Pyeongchang einen Denkzettel verpasst. Der Bund garantierte indes die Unterstützung für München.

Im Rennen um die Winterspiele 2018 ist Münchens favorisierter Mitbewerber Pyeongchang vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) verwarnt worden. Das entschied die IOC-Ethik-Kommission am Mittwoch und zog damit die Konsequenzen aus dem Bekanntwerden von zwei umstrittenen Sponsorenverträgen südkoreanischer Firmen mit internationalen Fachverbänden.

Die Spiele werden am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban vergeben, dritter Bewerber ist das als Außenseiter gehandelte Annecy aus Frankreich. Nicht mitstimmen wird in Durban Denis Oswald. Das Schweizer IOC-Mitglied ist Präsident des Welt-Ruder-Verbandes (FISA), der einen Zwei-Jahres-Vertrag mit dem Samsung-Konzern besitzt. Samsung gehört auch dem IOC-TOP-Sponsorenprogramm an.

Kun Hee Lee (re.) und IOC-Präsident Jacques Rogge (Archivbild von 2007).

Laut IOC-Regeln darf ein TOP-Sponsor nicht in eine Olympia-Bewerbung verwickelt sein. Lee Kun Hee, der frühere Chef der Samsung-Gruppe und jetzige Vorstandsvorsitzende beim Konzernflaggschiff Samsung Electronics, spielt eine wichtige Rolle bei der Bewerbung Pyeongchangs.

Die Ethik-Kommission bescheinigte der FISA und ihrem Chef Oswald allerdings, in gutem Glauben gehandelt zu haben. Die Internationale Eislauf-Union (ISU) lässt nach IOC-Angaben bis zur Vergabe der Spiele ihren Kontrakt mit dem Luftfahrtunternehmen Korean Air ruhen, das Partner von Pyeongchangs Bewerbungskomitee ist. ISU-Präsident ist das IOC-Mitglied Ottavio Cinquanta. Der Italiener wird in der IOC-Mitteilung nicht erwähnt. Cinquanta hatte in der vorigen Woche betont, nichts Falsches getan zu haben. Pyeongchangs Bewerbungschef Cho Yang Ho ist Vorsitzender von Korean Air.

Das Bewerbungskomitee hatte schon vor der Entscheidung der Ethik- Kommission am Mittwoch unterstrichen, es habe das IOC stets befragt, “was erlaubt ist und was nicht. Wir werden uns auch in Zukunft vom IOC Rat holen“, sagte Lee Jihye vom Kommunikationsteam des Komitees in Seoul.

Bundesregierung unterstützt München

Das Bewerbungsteam aus München konnte sich derweil am Mittwoch über wichtige Unterstützung freuen. Der Bund erteilte in Berlin die erforderlichen Garantien und wird im Fall einer erfolgreichen Kandidatur sogar Mitgesellschafter im Organisationskomitee. “Mit der heutigen Kabinettentscheidung setzt die Bundesregierung den Beschluss des Deutschen Bundestages vom 2. Juli 2009 zur Unterstützung und Förderung der Olympiabewerbung um“, erklärte der für den Sport zuständige Innenminister Thomas de Maizière.

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Der Staat sagte eine Unterstützung von 1,3 Milliarden Euro zu, 500 Millionen davon sollen vom Bund kommen. An den veranschlagten 33 Millionen Bewerbungskosten wird sich der Bund dagegen nicht beteiligen. Sollte das Organisationskomitee der Spiele 2018 einen Fehlbetrag ausweisen, würde der Bund zu einem Drittel einspringen. “Das ist ein wichtiges internationales Signal. Darauf achtet man in der Szene. So etwas sieht man gern“, kommentierte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und IOC-Vize. Vor der zweiten internationalen Präsentation am 13. November im chinesischen Guangzhou kommt den Münchnern das Ja-Wort der Bundesregierung gerade recht.

“Mit diesem weiteren, wichtigen Signal können wir international werben“, meinte die zweimalige Eiskunstlauf- Olympiasiegerin Katarina Witt, Frontfrau von München 2018. Bei der ersten Konzept-Vorstellung vor der olympischen Familie am 21. Oktober in Acapulco hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel per Videobotschaft das nationale Anliegen untermauert.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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