Vergewaltigung am Simssee

Nigerianer wollte offenbar freiwillig ausreisen

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Riedering - Am 9. September soll eine junge Frau aus dem Landkreis Rosenheim am Simssee von einem 34-Jährigen abgelehnten Asylbewerber aus Nigeria vergewaltigt worden sein. Nun wurde von Seiten der Asylbeauftragten berichtet, dass der schon öfter auffällig gewordene Mann freiwillig ausreisen wollte, was ihrer Meinung nach durch Behördenauflagen verkompliziert wurde.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Riedering war der Vergewaltigungsfall einer jungen Rosenheimerin am Simmssee Thema. Die Asylbeaufragten der Gemeinde, Hans-Georg Schmidt und Heinrich Dhom, waren geladen, um zu dem Vorfall Stellung zu nehmen, wie das OVB berichtete.

Nigerianer mehrerer Vergehen für schuldig befunden

Wie die beiden Ehrenamtlichen in der Sitzung berichteten, sei der tatverdächtige Nigerianer schon häufiger auffällig gewesen, weswegen ihm die Sozialleistungen gekürzt worden seien. Nach mehreren Gesprächen mit dem Helferkreis habe sich der 34-Jährige dazu bereit erklärt, Mitte Oktober freiwillig zurückzukehren. Allerdings hätte er sich dafür sowohl einen Pass als auch sein Ticket selber besorgen müssen. "Aber woher soll der Mann das Geld nehmen", habe Schmidt laut OVB gefragt. Auch eine Abschiebung könne nur mit einem Ausweis erfolgen.

Täter hatte Pass verloren

Auf Nachfrage unserer Redaktion beim Landratsamt Rosenheim teilte Pressesprecher Michael Fischer mit, dass der Nigerianer einen gültigen Pass besessen habe, diesen jedoch nach eigenen Angaben verloren hätte. Das Landratsamt habe ihn dann aufgefordert bei der Polizei eine Verlustanzeige aufzugeben und ihm vier Wochen Zeit gegeben, sich einen neuen Pass zu besorgen. Die Verlustanzeige habe der 34-Jährige auch gestellt. "Es waren alle Bedingungen gegeben, dass er sich einen neuen Pass hätte besorgen können. Während dieser Zeit von vier Wochen erfolgte dann die Straftat", so Fischer. Der Täter sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Hätte Ticket nicht selbst bezahlen müssen

Zu dem Vorwurf, der Nigerianer hätte sein Ticket für die Rückkehr in seine Heimat selber bezahlen müssen, meinte Fischer: "Zunächst einmal ist es der normale Weg, dass abgelehnte Asylbewerber für ihre Ausreise einen gültigen Pass und ein Ticket brauchen, um das sie sich selber kümmern müssen, wenn sie in der Lage dazu sind. Es gibt aber auch die Möglichkeit beim Ausländeramt am Landratsamt einen Antrag auf Übernahme der Kosten zu stellen." Dieser Antrag biete die Möglichkeit, dass die Internationale Organisation für Migration (IOM), eine Organisation der UNO, die Kosten für die Rückkehr übernehme. Eine weitere Möglichkeit sei laut Fischer, diesen Weg über die Rückkehrberatung der Caritas zu gehen. Dies habe der Nigerianer tun wollen. "Am 6. September hat er Kontakt zur Rückkehrberatung der Caritas München aufgenommen und um einen Termin ersucht. Dieser Termin kam dann nicht mehr zu Stande, da zuvor die mutmaßliche Straftat begangen wurde", so Fischer.

Landratsamt will Behördenschelte so nicht hinnehmen

Die Behördenschelte könne Fischer so nicht hinnehmen. "Ich möchte darauf hinweisen, dass das Ausländeramt das geltende Recht ausführt. Wir machen das nicht willkürlich."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Henning Kaise

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