Verfahren gegen Peter H. eingestellt

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Überraschende Wende im Prozess gegen Peter H. (r.): Verteidiger Hans-Jörg Schwarzer erreichte die Verfahrenseinstellung.

Traunstein - Eigentlich sollten nach dem Augenschein an der Kunsteisbahn am Königssee die ersten Zeugen im Berufungsverfahren um den tragischen Bob-Unfall am Königssee aussagen, doch es kam anders.

"Wir haben nach der Mittagspause der Staatsanwaltschaft das Angebot unterbreitet, das Verfahren einstellen zu lassen", erklärte Verteidiger Hans-Jörg Schwarzer im BGLand24-Interview. "Dafür zahlt mein Mandant innerhalb von drei Monaten 20.000 Euro an die verletzte Russin." Richter Klaus Weidmann und Staatsanwalt Andreas Miller nahmen das Angebot der Verteidiung an und das Verfahren gegen Peter H. wurde eingestellt.

"Herr H. kann mit dieser Entscheidung leben", bestätigte Schwarzer. "Der Vorwurf der fahrlässigen Körerverletzung bleibt nicht aufrechterhalten. Aus unserer Sicht ist das quasi ein Freispruch." 

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Peter H. wurde vorgeworfen, beim Europacup-Training im November 2009 einen russischen Damenbob von einem unteren Start in die Bahn geschickt zu haben, obwohl am regulären Start ein russischer Herrenbob ebenfalls gestartet war. Da der Damenbob stürzte, rammte der Herrenbob die beiden Athletinnen. Eine russische Sportlerin wurde schwer verletzt. In einem ersten Prozess wurde H. zu 3600 Euro Geldstrafe verurteilt.

Diese Verurteilung ist nun zwar hinfällig, allerdings steht Peter H., sowie dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland und dem Internationalen Bobverband FIBT ein Zivilverfahren bevor. "Die verletzte Sportlerin hat einen Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt", erklärt der Verteidiger. "Diesem Antrag musste sie einen Klageentwurf beiliegen." Derzeit wird der Antrag geprüft. In den kommenden Wochen könnte dann das Zivilverfahren um Schadensersatz bereits beginnen. Schwarzer rechnet mit einer Forderung im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

"Es geht darum, welche Versicherung zahlt", bestätigte BSD-Generalsekretär Thomas Schwab BGLand24. "Dabei wird mit Sicherheit auch der BSD noch einmal unter die Lupe genommen." Denn eine kleine Teilschuld sei nie auszuschließen.

Christine Zigon

Quelle: rosenheim24.de

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