Der Trainer bekommt seine Waffe nicht zurück

Innenminister begrüßt Urteil gegen Ex-Biathlon-Coach Stitzl

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München/Bergen - Am Mittwoch kämpfte der frühere Biathlon-Co-Nationaltrainer Andreas Stitzl vor dem Münchner Verwaltungsgericht um sein Gewehr und seinen Ruf. Nun hat das Gericht das Urteil bekannt gegeben, welches von Innenminister Herrmann begrüßt wird.

UPDATE, 16.15 Uhr - Innenminister begrüßt Urteil

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat das Urteil des Verwaltungsgerichts München gegen einen Reichsbürger und ehemaligen Assistenz-Trainer der Biathlon-Nationalmannschaft, der seine Waffenbesitzkarte nicht zurückbekommt, begrüßt. Das Landratsamt Traunstein hatte ihm die erforderliche Zuverlässigkeit abgesprochen, da er sich nicht klar genug von der so genannten "Reichsbürgerbewegung" distanziert hatte.

"Das Urteil zeigt klar, dass Waffen nicht in die Hände von Leuten gehören, die in Verdacht stehen, den Staat, seine Werte und seine Rechtsordnung abzulehnen. Die Behörden haben nachweislich sauber und höchst korrekt gearbeitet", sagte Herrmann. Der Minister bekräftigte abermals, dass Bayern mit harter Hand gegen Reichsbürger vorgeht: "Die Bayerischen Sicherheitsbehörden bekämpfen die sogenannte "Reichsbürgerszene" konsequent, mit hoher Intensität und mit allen rechtsstaatlich zur Verfügung stehenden Mitteln."

Pressemeldung Bayerisches Innenministerium

Die Erstmeldung:

Der frühere Biathlon-Coach Andreas Stitzl bekommt sein Gewehr vorerst nicht wieder. Dieses Urteil hat das Münchner Verwaltungsgericht am Donnerstagvormittag bekannt gegeben. 

Stitzl: "Erschreckend, dass ich mit den Vermutungen in Verbindung gebracht werde"

Das Landratsamt Traunstein hatte ihm die Waffenbesitzkarte abgenommen, weil es den Verdacht gibt, der 45-Jährige könnte der sogenannten Reichsbürger-Bewegung nahe stehen, die die Bundesrepublik Deutschland als Staat nicht anerkennt. Der 45-Jährige hat das gestern vor Gericht bestritten und sich von der Bewegung distanziert: Es sei "erschreckend, dass ich mit den Vermutungen in Verbindung gebracht werde", sagte Stitzl. Er sei vor allem in den Jahren 2014 bis 2018 mit der Nationalmannschaft ein "Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland definitiv gewesen". Er habe immer mit Freude die Nationalhymne gehört. Als Berufssoldat habe er außerdem einen Eid auf die Bundesrepublik geschworen.

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Doch laut Gerichtsurteil genügte zum Zeitpunkt des Waffenentzugs schon alleine der Verdacht, dass jemand Reichsbürger ist - insofern wurde die Klage des Trainers gegen das Landratsamt abgewiesen. "Das Gericht kam zum Ergebnis, dass der Kläger durch diverse Schreiben im Jahr 2016 den Anschein erweckt hat, der Reichsbürgerbewegung bzw. deren Ideologie nahezustehen. Das Landratsamt Traunstein durfte dem Kläger somit seine waffenrechtlichen Erlaubnisse entziehen." So das Gericht in einer Pressemitteilung am Donnerstagvormittag.

Andreas Stitzl machte reichsbürgertypische Angaben

Aus Sicht des Landratsamtes Traunstein machte Stitzl mit "Königreich Bayern" reichsbürgertypische Angaben, die Behörde entzog ihm daraufhin die Waffenbesitzkarte - auch weil er das Amt als privatwirtschaftliches Unternehmen bezeichnet hatte. "Ob und inwieweit sich der Kläger seither vom Reichsbürgergedankengut distanziert hat, ist für die gerichtliche Entscheidung nicht maßgebend, da es allein auf den Zeitpunkt der behördlich ausgesprochenen Entziehung ankommt. Eine solche Distanzierung ist erst im Rahmen eines Antrags auf Wiedererteilung der waffenrechtlichen Erlaubnis durch die Waffenbehörde zu prüfen."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb eines Monats kann Stitzl nun Berufung beantragen.

mh/Pressemitteilung Verwaltungsgericht München

Quelle: rosenheim24.de

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