ORF doch nicht in allen Grenzgebieten ohne Probleme empfangbar?

ORF in Bayern: Doch Probleme beim Empfang?

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Landkreis Rosenheim - Weitere zehn Jahre will der ORF sein Programm in Grenznähe unverschlüsselt übertragen. Warum der Fernseh-Bildschirm trotzdem bald schwarz bleiben könnte:

Die Freude bei den bayerischen Zuschauern war groß, als ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz Anfang März bekannt gab, die Programme ORF I und ORF II auch künftig, mindestens die nächsten zehn Jahre unverschlüsselt zu übertragen. Zwar beschränke man sich dabei anstatt der hochauflösenden HD-Programme auf die sogenannte "Standard-Auflösung", inhaltlich gäbe es jedoch keine Unterschiede für die Zuschauer im bayerischen Grenzgebiet. Wie der Übertragungsstandard nun jedoch für Unmut sorgt:

DVB-T2 nicht gleich DVB-T2, Standard nicht gleich Standard

Bereits 1997 legte das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen, kurz ETSI, den DVB-T Standard fest. Der Begriff DVB-T, "Digital Video Broadcasting – Terrestrial"; zu deutsch: "Digitale Videoübertragung - Antennenfernsehen, beschreibt jedoch lediglich die Verbreitung der Fernsehsignale, die Ausstrahlung der Daten über den jeweiligen Sende-Weg.

Die Codierung der Daten kann dabei aber auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. "Beim neuen Antennenfernsehen DVB-T2 werden unterschiedliche Varianten zum Einsatz kommen. Österreich komprimiert die Videosignale hier mit dem Standard H.264", erklärt Stefan Hofmeir, Herausgeber des Fachmagazins "DIGITAL FERNSEHEN" im Gespräch mit rosenheim24.de. "In Deutschland startet DVB-T2 erst in den kommenden Jahren, hier setzt man auf den effizienteren Nachfolgestandard HEVC, auch bekannt als H.265", so Hofmeir weiter.

Das Problem bei den Codierungsverfahren H.264 und H.265: Die Verfahren sind nicht kompatibel: "Der Kauf von österreichischen DVB-T2-Empfangsgeräten ist keine Lösung, da damit das neue deutsche Antennenfernsehen nicht empfangen werden kann", erklärt Stefan Hofmeir. Ob die neuen Geräte, die zum Empfang der deutschen Sender ab 2017 über DVB-T2 nötig sind, die österreichischen Signale verarbeiten können, entscheiden die Hersteller selbst.

"Man sollte mit einem Neukauf auf alle Fälle noch warten, damit im neuen Traumgerät auch bereits die Technik für das künftige deutsche Antennenfernsehen integriert ist. Um geeignete Geräte hier besser erkennen zu können, erarbeitet die Industrie gerade ein Logo", weiß Stefan Hofmeir.

Kabelnetzkunden werden den Umstieg nicht merken

Glück haben dagegen die Kunden von Kabelnetzbetreibern wie der Rosenheimer komro. "An den technischen Feinheiten werden wir nicht scheitern", erklärt Gert Vorwalder, der Geschäftsführer der komro. Die Anpassungen im Zuge der kommenden Umstellung von DVB-T zu DVB-T2 habe Vorwalder bereits vornehmen lassen. Eine software-seitige Ergänzung an der sogenannten Kopfstelle soll auch weiterhin die eingehenden Signale vom Gaisberg umrechnen und ins Netz der komro einspeisen. Kunden des Netzbetreibers müssten so also keine Veränderungen befürchten, so Gert Vorwalder.

Auch die rechtlichen Voraussetzungen seien weiterhin gegeben, erklärt der Geschäftsführer: "So lange die Sender ortsüblich empfangbar und mit vertretbarem Aufwand ins Netz eingespeist werden können, werden die Rosenheimer den ORF auch weiterhin sehen können."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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