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Uni verbietet Fensterln - weil es sexistisch sein soll

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Kein Fensterl-Wettbewerb an der Uni Passau

Passau - Weil der Wettbewerb "nicht geschlechtsneutral" ausgeschrieben wurde, kann ein Fensterl-Wettstreit auf dem Uni-Campus in Passau nicht stattfinden.

Laut Wikipedia ist "das Fensterln eine inzwischen fast bedeutungslos gewordene Aktivität der Brautwerbung". In der Praxis stimmt das mit Sicherheit, aber als Gaudi auf einem Uni-Sportfest? Da sorgt das Auf-die-Leiter-Steigen im Wettstreit, um als erster bei der holden Maid zu sein, sicherlich für reichlich Getobe und Geschreie, auch Spaß genannt! Nicht so beim Sportfest an der Uni Passau. Da stellte die Gleichstellungsbeauftragte fest, dass die Veranstalter diesen Wettstreit nicht in der Form stattfinden lassen können. Begründung: Frauen seien von der Teilnahme ausgeschlossen. Zudem werde die Frau mit bewusst stereotypen Geschlechterbildern und Ausdrücken wie „Holz vor der Hüttn“ zum "Objekt degradiert". So wird nun auf Facebook heiß diskutiert, ob die Veranstaltung nun ein sexistisches Spektakel oder banales Brauchtum sei.

"Lebensgefühl in den Schmutz gezogen"

In so einem Fall darf natürlich auch die Politik nicht fehlen. Bayern Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte der „Heimatzeitung“ (Mittwoch) gesagt: „Ich finde es charmant, wenn die Männer um die Frauen werben.“ Von einer Degradierung von Frauen zu bloßen Objekten wolle sie nichts wissen. Sogar Ministerpräsident Horst Seehofer soll sich geäußert haben. Der „Passauer Neuen Presse“ soll er gesagt haben: „In Bayern gilt immer noch: Leben und leben lassen.“

Jens Linsmeier, Bezirksvorsitzender der JU Niederbayern, fand noch deutlichere Worten: "Wie abfällig seitens der Gleichstellungsbeauftragten mit bayerischem Brauchtum umgegangen wurde, ist eine Schande für unsere Heimat. Sie zieht damit das bayerische Lebensgefühl in den Schmutz."

"Lasst die Frauen teil nehmen"

Auf der Facebook-Seite sieht das eine Userin entspannter: "Wenn es rein um die (traditionelle) Sportart geht - wieso öffnet man das Event nicht ebenso für Frauen als Teilnehmerinnen, und als Trophäe gibt es keine Frau zu küssen, sondern eine Glocke zu läuten?"

Tatsächlich änderten die veranstaltenden Studierenden daraufhin ihr Angebot und sagten zu, dass sowohl Männer als auch Frauen an dem Wettkampf teilnehmen können. Später sagten sie den Wettbewerb ab. Inzwischen ist das gesamte Sportfest dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen. Ein neuer Termin sei noch nicht in Sicht, es werde aber ein Termin im Juni angestrebt, betonte die Uni-Sprecherin.

Andrew Weber/mm/dpa

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