Kontrollen und Zugausfälle in Raubling

"Spontan und situativ" - Polizei dementiert Aussagen des Meridian

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Raubling - Die Bundespolizei begann in der Nacht zu Mittwoch erneut mit gezielten Kontrollen von Güterzügen in Raubling. Vor allem Pendler leiden unter den Zugausfällen.

"Am Bahnhof Raubling herrscht eine unerträgliche Situation", schrieb ein Leser unserer Redaktion. "Aufgrund der Polizeikontrollen wird der Zugverkehr regelmäßig angehalten und der Bahnhof gesperrt. Besonders in den Morgenstunden. Das hat unser Verständnis. Nicht nachvollziehbar ist das Verhalten von Meridian. Die Zugverbindungen fallen aus und es gibt keinen oder kaum Schienenersatzverkehr. Die Pendler, die sich auf der öffentlichen Verkehr verlassen bleiben auf der Strecke. Meine Anrufen bei der Bundespolizei und bei Meridian zeigten unterschiedliche Informationsstrategien der beiden. Die Bundespolizei informiert Meridian rechtzeitig. Meridian spricht von kurzfristig und überraschend."

Das war nicht die einzige Nachricht von Lesern mit der selben Thematik, die unsere Redaktion in der letzten Zeit erreichte. 

Das sagt der Meridian

Wir haben beim Meridian angefragt und die Verantwortlichen mit den Nachrichten unserer Leser konfrontiert. Christopher Raabe, Pressesprecher der Bayerischen Oberlandbahn GmbH äußerte sich zu unserer Anfrage folgendermaßen:

"Auch wir erhalten zahlreiche Zuschriften von Fahrgästen, die über die Situation in Raubling verständlicherweise nicht glücklich sind. Uns geht es ebenso, denn wir täten nichts lieber als unsere Fahrgäste gewohnt komfortabel, pünktlich und sicher zur Arbeite, nachhause und ins Freizeitvergnügen zu fahren. 

Hinsichtlich der Kontrollen durch die Bundespolizei, die spontan und situativ stattfinden (zur genaueren Systematik der Kontrollen wenden Sie sich bitte an die Bundespolizei), sind uns bis zu einem gewissen Grad jedoch leider die Hände gebunden. Bei den Kontrollen der Güterzüge geht es um die Gefahr für Leib und Leben von Flüchtlingen und wir haben behördlichen Anordnungen Folge zu leisten. Gleichzeitig bemühen wir uns aber in Gesprächen mit der Bundespolizei um eine Änderung der Systematik (bspw. Kontrollen gleich in Kufstein durchzuführen (Österreich) bzw. am Brenner (Italien)). Auch haben wir uns bereits an die Politik gewandt, mit dem deutlichen Hinweis darauf, dass die Situation für uns und vor allem für unsere Fahrgäste nicht tragbar ist

Hinsichtlich der Kommunikation der Zugausfälle und Verspätungen verweisen wir auf unsere App „Meridian BOB BRB – Info & Tickets“, in die sämtliche Verspätungen umgehend nach Bekanntwerden eingegeben werden. Insbesondere für Pendler ist die Funktion der Eingabe einer (oder mehrerer) favorisierten/r Verbindung/en interessant, denn sobald Verspätungen bekannt sind, erhalten diese per push-Nachricht eine Information darüber. Es sollte nachvollziehbar sein, dass bei kurzfristigen Ausfällen die Organisation und Bereitstellung von Bussen eine große Herausforderung ist, die uns im Übrigen auch finanziell vor große Herausforderungen stellt. Wir hoffen also darauf, dass wir bei Politik und Bundespolizei im Sinne unserer Fahrgäste erreichen, dass die Kontrollen der Güterzüge bereits andernorts erfolgen."

Bundespolizei äußert sich zu Aussage des Meridian

Rainer Scharf, Pressesprecher der Bundespolizei Rosenheim weist die Aussage, die Kontrollen werden spontan und situativ durchgeführt, zurück: "Die Kontrollen werden nach einsatztaktischer und nach eigener Lagebewertung durchgeführt. Natürlich sind die diese geplant. Dass die Kontrollen spontan erfolgen ist ziemlich aus der Luft gegriffen. Wir binden die Eisenbahnbetriebe mit ein und versuchen einen Tag vor den Kontrollen bzw. am selben Tag auch durch die lokalen Medien über die Kontrollen zu informieren."

Warum Raubling?

Es wurden in der Vergangenheit auch immer wieder Stimmen laut, die forderten, die Kontrollen sollen bereits in Kufstein durchgeführt werden. Scharf äußerte sich auch dazu: "Der Ort Raubling ist aus bahntechnischen, Sicherheits- sowie einsatztaktischen Gründen am geeignetsten. Kufstein ist Österreichisches Hoheitsgebiet, dafür kann ich nicht sprechen. Ob die Kontrollen einmal an einem anderen Standort stattfinden, wäre reine Spekulation.

Quelle: rosenheim24.de

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