Deutz-Umzug keine beschlossene Sache

+

Übersee - Die Nachricht über einen möglichen Umzug nach Ulm löste bei den Mitarbeitern des Deutz-Werks große Besorgnis aus. Jetzt gab der Pressesprecher der Deutz AG vorerst Entwarnung: *neue Infos*

Update: 16.15 Uhr

In einem Gespräch mit dem Pressesprecher der Deutz AG, Georg Diderich, erfuhr chiemgau24.de, dass die Entscheidung über eine mögliche  Standortverlagerung nach Ulm noch lange nicht gefallen ist. "Die Deutz AG ist ständig dabei, seine Standorte auf Wachstumspotential und mögliche Kostensenkungsmaßnahmen zu prüfen. Jeder unserer Standorte wird dabei auf Optimierungsmöglichkeiten und Wachstum gescreent. Das ist ein vollkommen normaler Ablauf", sagt Diderich.

Gleichzeitig verweist der Pressesprecher aber auch auf den Zustand des Betriebes in Übersee - er bezeichnet die Infrastruktur des Werkes als veraltet und beschränkt. Dort gebe es jetzt Handlungsbedarf. Eine nun gestartete Untersuchung des Standortes wird aber frühestens im Sommer erste Ergebnisse ausweisen können. Und erst dann würden Entscheidungen hinsichtlich eines möglichen Umzugs getroffen werden - nicht davor, betonte Georg Diderich ausdrücklich. Von Meldungen, die bereits jetzt einen Zwei-Jahres-Plan für den Umzug nach Ulm vorsehen, wisse er nichts.

Möglicher Umzug nach Ulm sorgt für Besorgnis

Bereits vor ein paar Jahren dachte man bei der Firma Deutz über einen Standortwechsel nach. Damals sollte der Betrieb wegen der Prozess- und Standortoptimierungen nach Bergen ziehen. Diese Entscheidung wurde jedoch abgewendet, der Betrieb blieb Übersee erhalten. 
Jetzt machen Informationen die Runde, dass aus Rentabilitätsgründen erneut über eine Standortverlagerung nachgedacht wird, diesmal jedoch rund 250 Kilometer weiter, in das baden-württembergische Ulm. So vermeldete es zumindest ein Mitarbeiter der Firma, der darum bat anonym zu bleiben. Laut seiner Aussage sei die geplante Verlagerung am Donnerstag überraschend bekannt gegeben worden sein: "Am Tag zuvor waren es noch Gerüchte, heute wurde es uns mitgeteilt", sagte der langjährige Mitarbeiter.

Bürgermeister gibt Entwarnung, zeigt sich aber besorgt

Auf Nachfrage beim Überseer Bürgermeister Marc Nitschke bestätigte dieser, dass die Betriebsleitung den Vorstandsvorsitzenden des Standorts über die Umzugspläne informiert habe. "Jedoch wurde nur eine Detailplanung zur Verlagerung nach Ulm in Auftrag gegeben", sagt Nitschke, eine Entscheidung liege derzeit jedoch nicht vor.  Weiterhin verweist der Bürgermeister darauf, dass diese Entscheidung auch in "alle Richtungen offen" sei und die Faktoren erst einmal geprüft werden müssen. Laut Nitschke finden die nächsten Gespräche erst gegen Ende April statt. Dann würde die Weichenstellung für die Zukunft geschehen, sagt der Bürgermeister, der sich über die aktuellen Entwicklungen sehr besorgt zeigt: "Ich bin über diese Neuigkeiten sehr beunruhigt. Wir setzen alles daran, die Firma Deutz in Übersee zu behalten." Dazu stehe er auch jetzt schon in ständigem Kontakt mit Mdl. Klaus Steiner und Landrat in spe Sigfried Walch. Das Gerücht, dass der Standort bereits zum Ende des Jahres geschlossen werden soll, tat Nitschke auch als genau solches ab.

Bei der Pressestelle des Standorts in Übersee hieß es, man könne zu diesem Zeitpunkt keine Auskunft zu diesem Thema erteilen, auch wiederholte Anfragen bei der überregionalen Pressestelle verliefen bisher im Sand.

Deutz - größter Betrieb in Übersee mit 165 Mitarbeitern

Die Firma Deutz ist der größte und somit wichtigste Arbeitgeber in Übersee. Der Kölner Motorenhersteller ist mit seinem X-Change-Geschäft von Aus-tauschteilen und -motoren seit über 65 Jahren in Übersee ansässig. In dem Betrieb werden über 165 Mitarbeiter beschäftigt.

sst

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser