Mühldorf

Über 3000 auf Pflege angewiesen

Die Überalterung der Bevölkerung stellt auch im Landkreis Mühldorf alle Beteiligten vor neue Aufgaben. Denn immer mehr ältere Menschen sind auf qualifizierte Pflege angewiesen.

Zum Stichtag Ende 2007 hatten hier insgesamt 3098 Einwohner Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung, zwei Prozent mehr als bei der letzten Erhebung zwei Jahre zuvor. Das geht aus der aktuellen Pflegestatistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung hervor.

Rund 314.280 Pflegebedürftige gab es zum Stichtag bayernweit, also 3,8 Prozent mehr als bei der letzten Erhebung Ende 2005. Im Landkreis Mühldorf waren es genau 3098 betreute Personen, und damit 62 mehr als vor zwei Jahren. Umgerechnet kamen so 28 Leistungsempfänger auf 1000 Einwohner. Das ist mehr als im landesweiten Durchschnitt, den die Statistiker mit 25 Empfängern je 1000 Einwohner angeben.

Die Pflegepraxis hat sich längst der veränderten Gesellschaftssituation angepasst. Die Generationen wohnen nicht mehr gemeinsam unter einem Dach, was die Pflege hilfsbedürftiger älterer Angehöriger ebenso erschwert wie die Tatsache, dass die Frauen, die die Pflege im Familienverbund früher weitestgehend alleine übernommen haben, häufig selbst berufstätig sind. So treten die Pflegedienste verstärkt an die Stelle der Familie, wenn es ums Versorgen, Füttern und Waschen der kranken Älteren, Hochbetagten oder geistig Verwirrten geht.

Immerhin kann mit Hilfe der ambulanten Dienste der Großteil der Betroffenen zu Hause gepflegt werden. Von den 3098 Pflegebedürftigen im Landkreis Mühldorf lebten Ende 2007 insgesamt 1929 (rund 62,3 Prozent) in Privathaushalten, die übrigen in Pflegeheimen bei voll- oder teilstationärer Pflege. Von den zu Hause Betreuten erhielten 1460 (75,7 Prozent) ausschließlich Pflegegeld. Die anderen 24,3 Prozent nahmen entweder ausschließlich oder zusätzlich Leistungen von ambulanten Pflegediensten in Anspruch. Nach Einstufung durch die medizinischen Dienste der Krankenkassen betreuten die zehn ambulanten Pflegedienste (Ende 2005: ebenfalls zehn) zum Stichtag insgesamt 469 Hilfsbedürftige im Landkreis Mühldorf; 18 mehr als vor zwei Jahren. Davon waren 235 (50,1 Prozent) in die Pflegestufe I (erheblich pflegebedürftig) eingestuft. Weitere 189 Pflegebedürftige (40,3 Prozent) waren der Stufe II (schwer pflegebedürftig) zugeordnet und 45 (9,6 Prozent) der Pflegestufe III (schwerstpflegebedürftig) zugeordnet.

Bayernweit wurden zum Stichtag rund 9,2 Prozent mehr Menschen durch ambulante Pflegedienste versorgt als noch vor zwei Jahren. Die Zahl der zugelassenen Dienste selbst hat sich erhöht, auf mittlerweile knapp 1800. Und die Zahl der dort beschäftigten Pflegekräfte steigerte sich gegenüber Ende 2005 um stolze 11,6 Prozent: Rund 31700 Pflegekräfte - fast 90 Prozent von ihnen sind Frauen - finden dort ihre Beschäftigung. Parallel dazu hat sich die Zahl der Pflegeheime vergrößert; bayernweit um rund 1,9 Prozent auf 1574 Heime. Diese Pflegestifte und -heime werden meist dann in Anspruch genommen, wenn der Pflegebedarf sehr hoch und professionelle Hilfe nötig ist. Im Landkreis Mühldorf gab es zum Stichtag 21 Pflegeheime (Ende 2005: ebenfalls 21), dort wurden 1169 Menschen versorgt (Ende 2005: 1127) davon 1157 Personen vollstationär und zwölf teilstationär. zs

Quelle: rosenheim24.de

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