Stammzellen-Spende kann Leben retten

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Martin Mitterer aus Weißbach an der Alpenstraße sucht einen Stammzellenspender.

Weißbach an der Alpenstraße/Inzell - Martin Mitterer aus Weißbach an der Alpenstraße sucht einen Stammzellen-Spender. Helmut Grünäugl aus Piding kann aus eigener Erfahrung berichten, warum eine solche Spende gut tut.

Es war im Januar diesen Jahres, als der junge Arzt Martin Mitterer die Diagnose Leukämie bekam. Und das nachdem er schon einmal den Krebs besiegt hatte. Die Chemotherapie gegen den Tumor in der Lymphbahn hat das Knochenmark des 30-Jährigen beschädigt. Jetzt hoffen er und seine Familie auf einen Stammzellen-Spender.

Den hat auch Tanja Back im Juli 2009 gesucht. Mit einer großen Aktion wollten die Pidinger damals helfen, den geeigneten Spender zu finden. Unter Ihnen war auch Helmut Grünäugl. Der Gemeinderat ließ sich ein bisschen Blutabnehmen und als potentieller Spender in die Datenband der Aktion Knochenmarkspende aufnehmen. Da ahnte er noch nicht, wie schnell er helfen konnte.

Helmut Grünäugl mit Tochter Lena - er ist froh, Stammzellen gespendet zu haben.

Zwar war der Pidinger nicht der geeignete Spender für Tanja, aber nach einem Jahr wurde er angeschrieben, dass er zu der Vorauswahl für eine Spende gehöre. "Zuerst habe ich mir gedacht, 'hoppla, ist das echt', aber dann dacht ich mir, 'warum nicht'", sagte er im BGLand24-Interview. Allerdings, betonte er, hätte ich zu jedem Zeitpunkt zurücktreten können. Doch nach der Voruntersuchung hätte er das moralisch nicht mehr verantworten können.

Außerdem sei die ganze Prozedur eigentlich kein Problem. "Nach der Banchrichtigung musste ich zum Hausarzt und mir erneut Blut abnehmen lassen. Das wurde in dem Klinikum untersucht, in dem der Patient liegt und dann entschieden, dass ich der geeignete Spender bin. Also bin ich am 14. Oktober 2010 zur Voruntersuchung nach Gauting ins Knochenmarkspendezentrum gefahren. Das Klinikum des Patienten hat dann entschieden, dass er eine Knochenmarkspende braucht, die mir am 8. November unter Vollnarkose aus der Hüfte entnommen worden ist." Nur eine Nacht blieb Grünäugl zur Beobachtung im Knochenmarkspendezentrum, dann war alles vorbei.

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"Nach vier Wochen wird nochmal ein Blutbild gemacht, ob alles in Ordnung ist", erzählt der Pidinger weiter. Und bei Helmut Grünäugl ist alles in bester Ordnung. "Nur noch bei der Knochenmarkspende wird dein Blut auf alles untersucht und ich bin tatsächlich pumperlgsund", lacht er im BGLand24-Interview. Auch der Patient hat die Stamzellen-Spende von Helmut Grünäugl gut angenommen. Allerdings benötigte er noch einmal welche. Diese wurden im Januar aus dem Blut des Pidingers entnommen. "Dafür musste ich mir vorab selbst Spritzen setzen, dass die Stammzellen-Produktion angeregt wurde", berichtet Helmut Grünäugl. "Da hatte ich einen Tag Gliederschmerzen, das war aber alles."

Die Stammzellen-Spende selbst läuft ähnlich wie bei einer Dialyse ab. Das Blut wird an einem Arm entnommen und am anderen in den Körper zurückgeführt, nachdem eine Maschine die Stammzellen herausgefiltert hat. Alles in allem war Helmut Grünäugl für seine zwei Spenden fünf Tage nicht in der Arbeit. Ein minimaler Aufwand für ihn, der aber einem anderen Menschen das Leben retten kann. "Ein erhebendes Gefühl", gibt der Pidinger zu und ist froh, dass er sich 2009 typisieren ließ.

Am Samstag gibt es wieder die Chance, sich typisieren zu lassen - von 11 bis 16 Uhr im Inzeller Rathaus. Johann Mitterer, der Vater des jungen Arztes, für den ein Spender gesucht wird, hofft, dass dort vielleicht ein Spender gefunden wird. "Martin ist Arzt aus Berufung", betont der Vater im BGLand24-Interview. "Sein zukünftiger Schwerpunkt geht in Richtung Sportmedizin und Orthopädie." Um das erleben zu können, muss er aber ganz gesund werden. Vielleicht mit Ihrer Hilfe.

Christine Zigon

Quelle: rosenheim24.de

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