Mahnwache vor den Räumen des OVB-Medienhauses

Fidan: "Anschlag auf Grundprinzipien des Glaubens"

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Friedliche Mahnwache gegen Gewalt und für Toleranz in Rosenheim
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Rosenheim - Friedlich demonstrierten am Freitag knapp 80 Personen der Türkisch-Islamischen Gemeinde vor den Redaktionsräumen des OVB. Ihr Anliegen: Für Meinungsfreiheit und gegen Gewalt.

Nach dem verheerenden Angriff auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", bei dem Anfang Januar insgesamt 12 Menschen getötet wurden, bekundeten heute knapp 80 Mitglieder der türkisch-islamischen Gemeinde in Rosenheim öffentlich ihre Anteilnahme. Sie riefen zu Frieden und Meinungsfreiheit auf und sprachen sich gegen Gewalt und Mord aus.

"Anschlag auf die Grundpfeiler unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung"

Der Vorsitzende des DITIB Verbands in Rosenheim, Cetin Fidan, richtete das Wort an die zahlreich erschienenen Muslime und bezeichnete die Anschläge in Paris als "Anschlag auf Grundprinzipien des Glaubens". Er rief dazu auf, nicht tatenlos zuzusehen, "wie Hass und Gewalt unsere Gesellschaft spaltet". Er sehe es als Pflicht aller Muslime, sich für die Freiheit und das Leben jedes Menschen einzusetzen.

Gleichzeitig gab die Türkisch-Islamische Gemeinde von Rosenheim jedoch zu bedenken, dass eine Verunglimpfung ihrer religiösen Werte in Text oder Bild einer Verletzung gleichkomme. "Noch mehr verletzt es uns, wenn unsere religiösen Werte durch Gewalt und Mord ins Gegenteil verkehrt werden", darüber war sich unter Applaus die Gemeinde einig. Jeder müsse seine Meinung kundtun dürfen, ohne dabei um sein Leben fürchten zu müssen.

Die Gemeinde schloss mit den Worten: "Wir stellen uns vor die Journalisten, damit sie frei arbeiten können - auch wenn wir manchmal nicht einer Meinung sind."

Bilder von der Mahnwache in der Hafenerstraße

Bilder von der Mahnwache von DITIB

"Demokratie, die es zu schützen gilt"

Nachdem der Imam der Gemeinde die Worte seiner Vorredner für alle Anwesenden noch ins Arabische und Türkische übersetzte und in Gebetsform für ein Ende der Kriege auf der Welt und für Frieden unter allen Menschen gebetet hatte, richtete Angelika Graf Worte an die anwesenden Rosenheimer. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Vereins "Gesicht zeigen" rief zur Verteidigung der Demokratie, "einer anstrengenden, aber der besten Staatsform die es gibt", auf. Sie forderte mehr Toleranz auf beiden Seiten und sprach sich ausdrücklich gegen Radikalisierung und Fanatismus aus.

Im Gespräch mit rosenheim24.de erklärte Angelika Graf, dass ja auch die gewalttätige Vergangenheit des Christentums zu Zeiten der Kreuzzüge durch die Aufklärung gewichen sei. Eine Phase der Aufklärung und eine damit steigende Toleranz gegenüber den anderen Religionen könne in Deutschland nur mit einer zielgerichteten Integration der anderen Kulturen erfolgen. Die Grundpfeiler der Menschenwürde, der Meinungsfreiheit aber auch der Religionsfreiheit müssten dazu jedoch stets unantastbar bleiben, so Graf. Zudem sei es "unerträglich und unanständig" wenn politische Gruppierungen die Anschläge dazu instrumentalisierten, ihre ausländerfeindlichen Parolen zu untermauern.

Zeitgleich fand auch in Mühldorf eine Kundgebung der Muslime aus der Region statt. Unter dem Motto "Wir stehen mit Euch" haben Vertreter der Türkisch-Islamischen DITIB-Gemeinden auch dort ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt. 

Quelle: rosenheim24.de

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