Landgericht Traunstein setzt Waldkraiburger auf freien Fuß

SEK-Einsatz im Januar: Angeklagter muss nicht in Psychatrie

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Traunstein/Waldkraiburg - Ein damals 27-Jähriger wurde Anfang Januar von der Polizei in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das SEK musste eingreifen, denn der Mann leistete Widerstand. 

Wie das Landgericht Traunstein nun entschied, gebe es keinen hinreichenden Grund für die Unterbringung. Das Gericht ging sogar noch weiter und setzte den Mann auf freien Fuß, wie die Waldkraiburger Nachrichten berichten.

Bereits am 2. Januar sei der 28-Jährige von einer Zivilstreife kontrolliert worden. Als er den Beamten einen abgelaufenen Personalausweis aushändigte, sollte er mit zum Dienstfahrzeug kommen. Er versuchte zu flüchten, doch ein Polizist habe ihn an der Schulter festgehalten und prompt einen Faustschlag gegen den Unterarm abbekommen, so die Waldkraiburger Nachrichten weiter. Zudem seien die Beamten mit "Ihr Wichser" beleidigt worden.

Hatte er schon länger psychische Probleme?

Das Landratsamt Mühldorf hatte gemäß dem Unterbringungsgesetz eine Verfügung erlassen, welcher zufolge der 27-jähriger Mann in eine psychiatrische Fachklinik überstellt hätte werden sollen. Drei Wochen später standen deshalb zwei Beamte, in Begleitung einer Rettungsdienstbesatzung, mit einer Unterbringungsanordnung vor seiner Tür. Bei Eintreffen der Beamten verschanzte sich der Betroffene in seiner Wohnung und weigerte sich diese zu öffnen, filmte sogar den Einsatz und postete mehrere Videos in seinem öffentlichen Facebook-Account. Bei zunächst erfolglosen Kontaktversuchen stellten die eingesetzten Polizisten fest, dass der Mann darüber hinaus in unmittelbarer Zugriffsreichweite zwei Messer hatte.

Psychische Probleme habe der Beschuldigte schon länger gehabt, so die Waldkraiburger Nachrichten weiter. Er sei aggressiv und leicht reizbar gewesen, sei auch durch Drogen- und Alkoholprobleme aufgefallen. Der psychiatrische Sachverständige, Oberarzt Rainer Gerth vom Bezirksklinikum Inn-Salzach, habe von einer Persönlichkeitsstörung und einer psychotischen Störung gesprochen. Das reichte dem Vorsitzenden Richter, Dr. Jürgen Zenkel, aber nicht. Das Gericht setzte den Mann auf freien Fuß. Richter Zenkel sah bei dem Beschuldigten eher „ein Problem mit den Obrigkeiten“.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie auf OVB Online oder in Ihren Waldkraiburger Nachrichten.

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Hans Grundner/Waldkraiburger Nachrichten

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