Prozess vor dem Traunsteiner Landgericht

135 Personen illegal nach Bayern eingeschleust - Urteil gefallen

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Traunstein - Am Donnerstag stand ein 42-Jähriger vor dem Landgericht Traunstein. Der Vorwurf: Beihilfe zu illegaler Einreise in 135 Fällen. Obwohl mehrere Prozesstage angesetzt waren, fiel bereits am Donnerstag das Urteil: 

Update, Freitag, 6.40 Uhr: Urteil gefallen

Nach schon einem Prozesstag war das Urteil da: Der 42-jährige, wegen Schleuserei angeklagte Türke ist vor dem Landgericht Traunstein zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, berichtet Radio Charivari am Freitagmorgen. 

Der Mann hatte mitgeholfen, über 100 Flüchtlinge aus Irak, Syrien, Afghanistan und Iran als "rechte Hand" eines Schleuserbosses aus Ungarn in die Region zu bringen.

Die Geflüchteten wurden unter anderem an der A8 bei Bernau ausgeladen oder irrten durch Raubling. Mit der Tätigkeit hatte sich der Hartz-IV-Empfänger Geld dazuverdienen wollen. Der Richter sagte anlässlich der Urteilsbegründung, der bereits mehrfach vorgeahndete Angeklagte habe Menschen bedenkenlos in Transporter gepfercht und ihr Leben aufs Spiel gesetzt.

Erstmeldung Donnerstag 9.45 Uhr: Prozessauftakt

Zusammen mit einem Helfer soll Selim K. 135 Menschen bei der illegalen Einreise nach Deutschland geholfen haben, wie Radio Charivari berichtet. Von Juli bis August 2015 hat der Angeklagte angeblich Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Irak und Iran in die Bundesrepublik von Budapest aus eingeschleust.

Die Menschen wurden an verschiedenen "Haltestellen" in Bayern abgesetzt, unter anderem in Bernau. Ein zweiter Verhandlungstag ist am 16. Oktober angesetzt. 

Erst im August sorgte der Prozess gegen drei Schleuser bundesweit für Aufmerksamkeit. Den Männern wurde vorgeworfen, für den Tod von 13 Flüchtlingen mitverantwortlich zu sein.

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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