"Personalfrage stellt sich am Schluss"

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Bei der Suche nach einem neuen Konzept für den Oberbayern Tourismus bietet Landrat Hermann Steinmaßl seine Erfahrungen an.

Landkreis - In dieser Woche haben Mitglieder des insolventen Tourismusverbandes München-Oberbayern mit Politikern nach Lösungen gesucht. Jetzt spricht Traunsteins Landrat Steinmaßl:

Die Mitglieder des insolventen Tourismusverbandes München Oberbayern (TVMO) haben gemeinsam mit Politikern in dieser Woche bei einer Tagung in Bad Aibling nach einem Konzept für einen Neuanfang gesucht. Die Chiemgau-Zeitung sprach mit dem Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl über seine Einschätzung, wie zukünftig die Dachmarke für Oberbayern Tourismus gepflegt werden soll.

Herr Steinmaßl, sehen Sie einen Silberstreifen am Horizont? Welche Konturen hat er angenommen?

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Steinmaßl: Es waren rund 180 Teilnehmer in Bad Aibling. Dabei waren vornehmend Tourismus-Verantwortliche, Bürgermeister, Vertreter des Deutschen und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA/BHG) der IHK München-Oberbayern sowie des ADAC anwesend. Es wurde klargestellt, dass die Arbeit des TVMO grundsätzlich gut war. Deshalb waren sich alle einig, dass Oberbayern touristisch wieder eine gemeinsame Vertretung und Plattform braucht. Es gibt einen deutlichen Silberstreifen, dess es wurde eine Lenkungsgruppe für ein Zukunftskonzept gebildet, die Inhalte, Strategie und Rechtsform erarbeiten soll.

Im Vorfeld dieser Versammlung wurde öffentlich über zwei Lager debattiert, die sich um eine Verbands-Neugründung bemühen wollen. Eine soll aus Ihnen als Ex-Schatzmeister, der bisherigen Vizechefin Gabriele Weishäupl und einem Tegernseer Tourismusfunktionär bestehen.

Steinmaßl: Von meiner Seite gab es keine Lagerbildung. Im Gegenteil: Ich war immer um große Gemeinsamkeit bemüht.

Wie hat sich die Situation am 6. November in Bad Aibling dargestellt?

Steinmaßl: Wir spürten alle eine große Zustimmung zum geplanten Vorgehen und auch zu der Tatsache, dass das Bayerische Wirtschaftsministerium die Lenkungsgruppe leitet.

Welches Lager hat sich durchgesetzt? Gab es einen Konsens?

Steinmaßl: Es hat sich die Gemeinsamkeit durchgesetzt.

Gibt es jetzt einen Konzeptansatz? Welche Weichen wurden in Bad Aibling gestellt?

Steinmaßl: Es gibt noch keinen Konzeptansatz. Dafür ist die Lenkungsgruppe unter der Leitung des Wirtschaftsministeriums zuständig. Ihr gehören an die Hochschule München, die Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM), der Bezirk Oberbayern, der Bayerische Landkreistag sowie der Gemeinde- und Städtetag, die Landeshauptstadt München, regionale Tourismusorganisationen, der Bayerische Heilbäderverein, DEHOGA und BHG, die IHK München-Oberbayerm sowie die Initiative Oberbayern. Diese Lenkungsgruppe soll bis Februar 2013 Vorschläge unterbreiten.

Wie stark ist ihre Position in der Neufindungsphase?

Steinmaßl: Mir geht es rein um die Sache. Soweit meine Erfahrung gefragt ist, bringe ich sie natürlich mit ein.

Wie bewerten Sie die Chancen der kleineren regionalen Verbände, sich in eine Neustrukturierung eines übergeordneten Verbandes einzubringen?

Steinmaßl: Es gibt in Oberbayern viele kleinere Verbände, die sich weiterhin eine Unterstützung durch eine oberbayerische Organisation wünschen. Aber auch starke Verbände, wie zum Beispiel der Berchtesgadener Land Tourismus, der Chiemgau Tourismus und der Chiemsee-Alpenland Tourismus, haben deutlich gemacht, dass sie eine solche Organisation brauchen. Es wird eine besondere Herausforderung sein, auch in Zukunft alle touristischen Interessen Oberbayerns zusammenzuführen.

Im kommenden Monat wird die Geschäftsstelle aufgelöst und damit Internet-Auftritt, Telefonnummern, Mitarbeiterstamm... - Was passiert dann?

Steinmaßl: Diese Frage kann nur der Insolvenzverwalter beantworten.

Können Sie sich vorstellen, im kommenden Jahr Oberbayerns neuer Tourismuschef zu werden? Und wenn nicht Sie - wer wird es dann sein?

Steinmaßl: Die Personalfrage stellt sich erst ganz am Ende der Neustrukturierung. Wieviel Begeisterung es dabei für die ehrenamtlichen Aufgaben geben wird, wird sich zeigen.

Interview: Chiemgau Zeitung / U. Nathen

Quelle: chiemgau24.de

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