LaGa: "Gehen Risiko ein, aber werden belohnt"

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Großer Andrang am Mittwochabend im Traunsteiner Rathaus.
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Traunstein - "Ich bin baff", brachte es Christian Kegel auf den Punkt: Das Interesse an der Landesgartenschau scheint riesig - doch viele Fragen der Bevölkerung blieben unbeantwortet.

"Wie soll das geregelt werden, wenn für die Landesgartenschau eine Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz gebaut wird? Wenn während der Bauarbeiten dort die Parkplätze wegfallen, das gibt doch ein Chaos!" Fragen hatten die vielen Traunsteiner jede Menge, die am Mittwochabend in den großen Rathaussaal kamen. Doch Antworten blieben Stadt und Werbegemeinschaft oft schuldig - es scheint alles noch zu frisch, noch zu lange hin bis zur Ausrichtung im Jahr 2022. "Detailfragen können wir heute noch nicht klären", musste Oberbürgermeister Christian Kegel immer wieder vertrösten.

Auch zehn Minuten nach dem eigentlichen Beginn war man noch damit beschäftigt, weitere Stühle ins Rathaus zu tragen - letztendlich mussten einige mit einem Stehplatz zufrieden sein. Das Interesse der Bevölkerung scheint riesig. Es sollten in erster Linie die Bürger zu Wort kommen. Kegel, Stadtplaner Elmar Schwäbisch, Thomas Miller von der Werbegemeinschaft und Inge Hack vom Gewerbeverband hielten sich mit ihren Beiträgen dementsprechend kurz. Viele Traunsteiner scheinen die Grobplanung für die "LaGa" schon gut zu kennen:

Was hat die Stadt vor?

Neugestaltung des Traunufers inklusive zusätzlichen Zugängen zum Fluss, Begrünung des Karl-Theodor-Platzes und Verlegung der Parkplätze unter die Erde, der vieldiskutierte Salinenpark in der Au, die Umgestaltung des westlichen Bahnhofsareals, ein Fitnesspark im Sparzer Graben, ein Wasserspielplatz auf der Salzmanninsel oder die komplette Umgestaltung des Festplatzes - "über die einzelnen Flächen werden Wettbewerbe zwischen Planungsbüros ausgerichtet", so Elmar Schwäbisch. Konkret stehe jetzt an, die Verträge zu schließen, die Wettbewerbe auszuschreiben oder Städtebauförderungen zu beantragen: "Bauarbeiten hat noch niemand zu erwarten bzw. zu befürchten", so der Stadtplaner.

Mindestens 800.000 Besucher werden erwartet

"Wir werden ein Risiko eingehen, aber wir werden belohnt", entgegnete Christian Kegel vor allem bei den vielen Skeptikern, die ein finanzielles Desaster für die Große Kreisstadt befürchten. 16,5 Millionen Euro an Investitionen und 9,5 Millionen Euro an Kosten für die Durchführung werden auf Traunstein zukommen. Man rechnet damit, dass sich die Durchführungskosten durch die Veranstaltung selbst decken, darüber hinaus stünden 3,6 Millionen Euro an Zuschüssen und zusätzliche Städtebauförderung im Raum: "Wir müssen das ja nicht in einem Haushaltsjahr stemmen. Es werden peu à peu Gelder zurückgelegt, Pflichtaufgaben wird die Stadt selbstverständlich erledigen", so der Bürgermeister.

In Traunstein rechnet man ohnehin schon konservativ: 800.000 Besucher werden erwartet - andere Ausrichterstädte hatten mehr. Und: "Es gibt Berechnungen, dass jeder Besucher 36 Euro dalässt - zusätzlich zum Eintritt", so Kegel. Man dürfe aber nicht über jeden einzelnen Euro reden, "auch nicht über 500.000 Euro". Der Stadtrat hätte immer das letzte Wort, die Bürger sollen jederzeit mit einbezogen werden, ein Aufsichtsrat werde über die Kosten wachen.

Die LaGa als Katalysator für Stadt und Region

Sämtliche Bedenken auszuräumen wird wohl auch einem guten Redner wie Christian Kegel nicht möglich sein - vor allem bei so einem Großprojekt mit einer Anlaufzeit von gut sieben Jahren. Er rechnet damit, dass die Landesgartenschau zum Katalysator wird, für die Stadt und die ganze Region: "Die Stadt wird langfristig profitieren: Mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grünflächen, das Wohnen in der Stadt wird interessanter, der Handel hat bessere Ausgangsbedingungen und der Tourismus wird angeschoben", fasst es der Oberbürgermeister zusammen.

Trotz der vielen, erwarteten Tagesbesucher sei es noch notwendig ein Hotel anzusiedeln, das Bahnhofsareal West müsse entwickelt werden, eine Kooperation mit den umliegenden Gemeinden wäre wünschenswert - so nur ein paar der knappen Antworten auf die Fragen der Bürger. Den lautesten Applaus erhielt aber ein anderes Statement aus dem Publikum: "Ich glaube und vertraue der Stadt, dass sie mit der Landesgartenschau das beste für uns machen werden."

xe

Quelle: chiemgau24.de

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