Initiatoren in Traunstein mit Start zufrieden

Volksbegehren Artenvielfalt: "Wir rennen offene Türen ein"

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"Wir rennen offene Türen ein", zeigen sich die Initiatoren des Volksbegehrens Artenvielfalt in Traunstein zufrieden. Von links: Beate Rutkowski (Bund Naturschutz), MdL Gisela Sengl (Grüne), Georg Huber (ÖDP), Frank Weiß (Landesbund für Vogelschutz).
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Traunstein - "Rauscht die Artenvielfalt weiter nach unten, gibt's bald nichts mehr, was wir schützen können", sind die Initiatoren einig - ihr Volksbegehren findet bislang recht großen Zuspruch.

Blühende Randstreifen an Bächen und Gräben sollen erhalten werden, die ökologische Landwirtschaft massiv ausgebaut und alle staatlichen Flächen pestizidfrei bewirtschaftet werden - das sind drei zentrale Forderungen des "Volksbegehren Artenvielfalt - Rettet die Bienen". Am Montag machten die Initiatoren in Traunstein ihre Standpunkte erneut deutlich. 

"Die Fakten können nicht mehr in Frage gestellt werden"

"50 Prozent aller Tierarten in Bayern stehen inzwischen auf der 'Roten Liste', die Zahl der Insektenarten ist um 75 Prozent zurückgegangen", fasste es Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz zusammen. Konkret seien beispielsweise auch Rebhühner, Kiebitze, Brachvögel oder Birkhühner bedroht. Für Georg Huber (ÖDP) steht fest: "Die Fakten liegen auf dem Tisch und können nicht mehr in Frage gestellt werden. Die Politik muss jetzt Rahmenbedingungen setzen.

Darum geht's: Das sind die Fakten zum Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern

Zehn Prozent aller wahlberechtigten Bürger in Bayern müssen sich bis einschließlich 13. Februar im Rathaus in die Listen eintragen, dann hat das Volksbegehren die nächste Hürde übersprungen. Der Landtag kann dann den Gesetzestext des Volksbegehrens annehmen - "er wird dort aber sicher keine Mehrheit finden", meint Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl. Dann werden die Bayern in einem zweiten Schritt an die Wahlurnen gerufen: Wahrscheinlich im Frühsommer könnte dann im Volksentscheid über das Gesetz abgestimmt werden. Möglicherweise verfasst die Regierung auch noch ein Alternativgesetz, über das dann ebenfalls abgestimmt werden könnte. 

Freiwilligkeit der Landwirte reiche nicht mehr

Einer der größten Gegner des Volksbegehrens ist der Bayerische Bauernverband, auch die CSU ist kritisch : "Viele Bauern sagen, sie achten eh schon auf die Artenvielfalt, es wäre besser, jeder würde es freiwillig machen", berichtet Georg Huber aus Waging - "aber genau diejenigen, die nicht freiwillig mitmachen, sind ja das Problem". Hat das Volksbegehren Erfolg, gibt es fixe Ziele des Freistaates, die eingehalten werden müssen. "Die Freiwilligkeit genügt nicht, aber das ist auch eine Chance für konventionelle Bauern, sich zu ökologisieren", so Gisela Sengl.

"Die Turbo-Landwirtschaft müssen wir nicht mehr unterstützen. Warum sollten wir Steuergeld für Dinge ausgeben, die unsere Lebensgrundlage zerstören?", fragt Sengl. Die heimischen Landwirte haben die Initiatoren damit nicht prinzipiell im Visier, die Ökomodellregion rund um den Waginger See wird als positives Beispiel genannt - auf der anderen Seite sieht Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz aber auch "große Maismonokulturen, zum Beispiel im Landkreis Altötting". 

4700 Unterschriften nach zwei Tagen im Kreis Traunstein

Im Landkreis Traunstein scheint das Volksbegehren derweil gut angelaufen zu sein: Nach den ersten beiden Tagen, am Donnerstag und Freitag, haben bereits über 4700 Bürger in ihren Rathäusern unterschrieben. Das sind 3,6 Prozent aller Bürger im Landkreis Traunstein. Bis 13. Februar kann noch unterschrieben werden. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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