Eine fahrende Notaufnahme

BRK Rettungswagen haben modernste Technik an Bord

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Das tragbare Beatmungsgerät (oben) und das EKG-Gerät mit Defibrillator und Herzschrittmacher (Mitte) sind elementare Bestandteile der Ausstattung eines modernen Rettungswagens und kosten zusammen mehr als 20.000 Euro.

Traunstein - Bei schweren Unfällen oder akuten Erkrankungen zählt oft jede Sekunde. Daher sind die Rettungswagen des BRK mit modernster und aufwendiger Technik ausgestattet

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Moderne BRK-Rettungswagen haben aufwendige Medizin- und Rettungstechnik an Bord

Ein schwerer Unfall oder eine akute Erkrankung wie ein Herzinfarkt treten meist ohne Vorwarnung auf und dann muss es schnell gehen, um das Leben des Betroffenen zu retten und die Schäden so gering wie möglich zu halten. Darum betreibt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) einen hohen personellen, technischen und infrastrukturellen Aufwand, um seinen Rettungsdienst auf dem neusten Stand zu halten und für alle Szenarien zu rüsten. 

28.318 Einsätze leistete der BRK-Rettungsdienst im Landkreis Traunstein im vergangenen Jahr – das entspricht 76 Einsätzen pro Tag und bedeutet, dass seine Rettungskräfte tags- und nachtsüber im Schnitt alle zwanzig Minuten ausrücken müssen. Um nach der Alarmierung durch die Leitstelle binnen der gesetzlich angestrebten zwölf Minuten an jedem öffentlich zugänglichen Einsatzort im Landkreisgebiet sein zu können, sind die sieben Rettungswachen in Traunstein, Traunreut, Trostberg, Grassau, Ruhpolding, Fridolfing und Reit im Winkl rund um die Uhr besetzt. Hinzu kommen fünf Standorte für Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF). „120 Rettungsdienstmitarbeiter arbeiten hauptamtlich beim BRK-Kreisverband Traunstein, knapp 90 engagieren sich ehrenamtlich im Rettungsdienst. Außerdem gibt es 6 Auszubildende zum Notfallsanitäter und 9 junge Leute, die den Bundesfreiwilligendienst bei uns leisten“, berichtet BRK-Rettungsdienstleiter Jakob Goëss. 

Mit der rund 8.000 Euro teuren Klapptrage und dem dazugehörigen hydraulischen Schienensystem können Patienten sicher transportiert und in den Rettungswagen gehoben werden.

Ein Rettungswagen kostet rund 170.000 Euro

Unterwegs sind die Rotkreuz-Rettungskräfte im Landkreis Traunstein mit 10 Rettungswägen, 7 Krankentransportwägen und 6 Notarzteinsatzfahrzeugen. Insbesondere die Rettungswägen müssen für alle Szenarien der Notfallrettung ausgestattet sein – egal ob Verkehrsunfall, Vergiftung, Knochenbruch, Verbrennung, Herzinfarkt, Schlaganfall, Drogenmissbrauch oder Geburt. Auf wenigen Quadratmetern ist darum modernste Medizin- und Rettungstechnik verbaut, um jeden Patienten an Bord bestmöglich erstversorgen und zum Krankenhaus transportieren zu können. Gerade bei Patienten in kritischem Zustand retten diese Systeme regelmäßig Leben. Das kostet neben dem hohen Engagement der Rettungskräfte auch viel Geld. Ein voll ausgestatteter Rotkreuz-Rettungswagen schlägt in der Anschaffung mit rund 170.000 Euro zu Buche. Um einen maximalen Kostenvorteil zu erhalten, werden alle Fahrzeuge des öffentlichen Rettungsdienstes in Bayern zentral beschafft und sind nahezu identisch ausgestattet.

An Bord eines Rettungswagens befinden sich auch ein Verbands- (links) und ein Medikamentenschrank (rechts).

Moderne Medizin- und Rettungstechnik im Innenraum 

Den teuersten Einzelpreis hat mit rund 15.000 Euro das Elektrokardiogramm-Gerät (EKG), dessen Aufzeichnungen während der Fahrt via Internet an die aufnehmende Klinik übermittelt werden können und das den behandelnden Ärzten dadurch frühzeitig wertvolle Informationen über den Patienten liefert. Ans EKG angeschlossen sind ein Defibrillator, der am Einsatzort oder während der Fahrt zur Wiederbelebung bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird sowie ein Herzschrittmacher. Die fahr- und klappbare Trage, mit der Patienten transportiert und über ein hydraulisches Schienensystem in den Rettungswagen eingeladen werden können, kostet rund 8.000 Euro. Für das tragbare Beatmungsgerät, das den Patienten mit der individuell indizierten Sauerstoffdosis versorgt, müssen rund 6.000 Euro aufgewendet werden. Weiter investiert werden muss unter anderem in speziell ausgerüstete Notfallrucksäcke für Kinder und Erwachsene, einen angemessen ausgestatteten Medikamentenschrank, eine Schaufeltrage, ein „Spineboard“ zur Immobilisierung von Unfallopfern mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung, einen Tragestuhl für im Sitzen zu transportierende Patienten, eine Vakuummatratze sowie diverse Hilfsmittel wie Halskrausen, Axt oder Feuerlöscher. 

Besetzt sind die BRK-Rettungswagen in der Regel mit einem Fahrer und einem Notfallsanitäter beziehungsweise Rettungsassistent. Jeder Rettungswagen des BRK- Kreisverbandes Traunstein fährt im Jahr rund 65.000 Kilometer. Ein Austausch erfolgt frühestens nach 6 Jahren und einer Mindestlaufleistung von 260.000 Kilometern. Im Jahr 2018 legten die 23 Einsatzfahrzeuge (Krankentransport- und Rettungswagen sowie Notarzteinsatzfahrzeuge) des BRK-Kreisverbandes Traunstein 1.115.000 Einsatzkilometer zurück – das entspricht rund 28-Mal dem Erdumfang am Äquator. 

Wer selbst auf einem Rettungs- oder Krankentransportwagen des Roten Kreuzes arbeiten und Menschen in Notsituationen helfen möchte, hat die Möglichkeit, sich beim BRK-Kreisverband Traunstein zum Notfallsanitäter ausbilden zu lassen. „Jedes Jahr im Oktober startet bei uns die duale, dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter. Dieses Berufsbild stellt die höchste nichtärztliche Qualifikation des Rettungspersonals dar. Wer vorher Einblicke in die Arbeit des Rettungsdienstes sammeln möchte, kann dies auch im Rahmen des Bundesfreiwilligen-dienstes tun“, erklärt Goëss.

Mitteilung BRK KV Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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