Ude-Lesung: Von Oktoberfest bis 1860

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Christian Ude in Traunstein.

Traunstein - Christian Ude hat eine satirische Lesung veranstaltet und viele haben sich gefragt, was er denn erzählt hat. Hier ist die Antwort:

Es machte dem Münchner Oberbürgermeister und SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Christian Ude, sichtlich Freude, einmal keinen Wahlkampf betreiben zu müssen und seinem geliebten Hobby auf der Bühne nachzugehen.

"O'Zapft is"

Zuvor hatte er in bester Oktoberfest-Manier ein Fass des Hofbräuhauses Traunstein angezapft. "O'zapft is" hieß dann auch das erste Stück seiner Lesung, bei der er Anekdoten aus seiner Jugend und seiner langjährigen Politikerlaufbahn zum Besten gab und sich dabei auch immer wieder selbst humoristisch aufs Korn nahm. Mit Grauen erinnere er sich an seinen ersten Auftritt als Münchner Oberbürgermeister beim Oktoberfest.

In einem dunklen, abgelegenen Keller habe er sich im Vorfeld mit einem Fachmann immer wieder zurückgezogen, um das Anzapfen zu perfektionieren. Auch der traditionelle Ausspruch „O´zapft is“ musste für den wichtigen Auftritt vor der Weltöffentlichkeit erst in Fleisch und Blut übergehen. Nachts hätten ihn sogar Albträume geplagt, doch bei der perfekten Vorbereitung konnte doch eigentlich nichts mehr schiefgehen? Von wegen, denn an eines hätten die Organisatoren bis zuletzt nicht gedacht, nämlich an die Tatsache dass er ein Linker, besser gesagt Linkshänder sei. „Die rechts positionierten Medienleute hätten also nur meinen Allerwertesten gesehen“, schmunzelte Ude.

Fußball-Ausrutscher am Marienplatz

Nach unterhaltsamen Ausführungen über Demütigungen in der Schüler-Blockflötengruppe, Adele Spitzeder, der Mutter des modernen Anlagebetrugs, sowie inflationär auftretende Anglizismen und neudeutsche Formulierungen, kam Ude auf seinen geliebten TSV 1860 München zu sprechen. Es sei alles andere als Liebe auf den ersten Blick gewesen, denn während der Aufstiegsfeier auf dem Marienplatz habe er das unsägliche Wort die „Roten“ in den Mund genommen und sei fortan mit Recht gnadenlos ausgepfiffen worden. Erst als ihn die harte Pranke des damaligen 60er-Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser beiseitegeschoben habe, habe sich die Menge wieder beruhigt.

Abschließend erinnerte sich Ude an seine geliebte Mutter, die ihm auch in schwierigen Zeiten immer wieder den Rücken gestärkt und ihn sogar gegen Angriffe des Schuldirektors in Schutz genommen habe. Dabei sei die Flut an Verweisen durchaus berechtigt gewesen. Folgende Frage aus dem Pressegespräch sollte auch am späten Abend unbeantwortet bleiben: „Ist Ude der beste Komiker unter den Politikern oder der beste Politiker unter den Komikern?". Ude selbst sieht seine „zweite Karriere“ als Kabarettist und Satiriker als willkommene Abwechslung zum harten, oftmals unbarmherzigen Politikbetrieb. Mit Humor gehe es sich auch als Politiker leichter durchs Leben.

Politik war Nebensache

Bevor Ude die 200 Besucher mit seinen satirischen Texten begeisterte, stand er im Mittelpunkt eines ungezwungenen Pressegesprächs mit der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler, dem SPD-Kreisvorsitzenden und Landtagskandidaten Dirk Reichenau, dem SPD-Bezirkstagskandidaten Hans-Michael Weisky und dem stellvertretenden Landrat Josef Konhäuser (SPD). Die kurzweilige Fragerunde drehte sich aber nicht um den Landtagswahlkampf oder die Auseinandersetzung mit den politischen Gegnern, sondern einzig um Udes „zweites Standbein“ auf der Bühne.

Christian Ude in Traunstein

Es mache ihm riesig Spaß die Skurrilitäten und Absurditäten des politischen Alltags humoristisch aufs Korn zu nehmen und sich dabei auch selbst auf den Arm zu nehmen. Der heutige Abend sei keine neue Erfindung. Immer wieder habe er in seiner über 20-jährigen Amtszeit als Oberbürgermeister satirische Lesungen gehalten und zu kabarettistischen Abenden eingeladen. Nun wage er das Experiment erstmals in Oberbayern. Dabei gehe es ihm keinesfalls um Wahlkampf beziehungsweise um Wahlkampf in einer anderen Verpackung. Auch gemeinsam mit seinem geschätzten Nockerberg-Double Uli Bauer, der am Chiemsee zuhause ist, wolle er wieder auftreten. „Der doppelte Ude“ mache ihm sehr viel Spaß. mmü

Ein wenig Wahlkampf musste dann aber doch noch sein: „Nie stand die SPD geschlossener wie unter Christian Ude“, zeigte sich der SPD-Kreisvorsitzende Dirk Reichenau am Rande der Ude-Lesung für die Landtagswahl am 15. September optimistisch.

mmü

Quelle: chiemgau24.de

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