Die richtige Nummer rettet Leben

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112 - die Nummer für schnelle Hilfe im Notfall. Um die alte Nummer aus dem Gedächtnis zu löschen verschickt das Rote Kreuz in den nächsten Tagen diese Aufkleber an alle Haushalte im Landkreis.

Traunreut - 112 und nicht 19 222! Immer wieder machen Mitglieder des Rettungsdienstes die Erfahrung, dass viele Menschen in Notsituationen die falsche Nummer wählen.

Beinahe wäre es zu spät gewesen und Marianne aus Traunreut würde heute nicht mehr leben. Vor einigen Monaten erlitt sie zu Hause einen schweren Herzinfarkt und ihr Mann versuchte Hilfe zu holen, wählte jedoch in seiner Aufregung mehrmals den alten Notruf – die 19 222. Glücklicherweise wandte er sich an seine Schwester, die sofort die „112“ alarmierte. Innerhalb weniger Minuten war der Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) zur Stelle und Notarzt und Sanitätern gelang es, Marianne mit mehreren Stromstößen durch den Defibrillator ins Leben zurückzuholen. Immer wieder machen die Mitglieder des Rettungsdienstes die Erfahrung, dass eine falsche Nummer für den Notruf gewählt wird.

Uschi Nowak, die selbst ehrenamtliche Rotkreuz-Bereitschaftsleiterin in Traunreut und Erste-Hilfe-Ausbilderin ist, erinnert sich noch gut an diesen Vormittag: „Mein Bruder rief mich am Handy an. Er weinte, war total in Panik und schrie, dass er keine Hilfe bekäme.“ Seine Frau war Vormittags nach Hause gekommen, hatte über Schmerzen geklagt und war wenig später bewusstlos im Schlafzimmer zusammengebrochen. Panisch wählte der Mann immer wieder „19 222“, obwohl er zu hören bekam „Kein Anschluss unter dieser Nummer!“ Die Rotkreuzlerin wählte nach dem Gespräch mit ihrem Bruder sofort die 112 und informierte den Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle über den Notfall. „Es dauerte keine fünf Minuten, dann war der BRK-Rettungsdienst aus Traunreut bei meiner Schwägerin – quasi in letzter Minute.“

112-Aufkleber für alle Haushalte

BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer kennt mehrere solcher Fälle. „Es passiert immer wieder, dass Erste-Hilfe-Ausbilder und Rettungsdienstmitarbeiter von zeitlichen Verzögerungen durch den alten Notruf hören.“ Das Traunreuter Beispiel zeige, wie katastrophal sich im Notfall zeitliche Verzögerungen durch den falschen Notruf auswirken können. „Deshalb appelliere ich dringend darum nur die 112 zu wählen! Wir können nicht oft genug dazu aufrufen, die 19 222 aus dem Gedächtnis zu streichen.“ Alle Ausbilder würden in ihren Kursen immer wieder daran erinnern, nicht mehr den alten Notruf zu benutzen. Ende November verschickt der Traunsteiner Rotkreuz-Kreisverband an alle Haushalte Notruf-Aufkleber mit der 112.

Mit der 112-Nummer verbinden sich viele Vorteile: Sie gilt in ganz Europa, ist kostenfrei, ohne Vorwahl erreichbar und mit ihr sind sowohl Rettungsdienst, Krankentransporte, wie auch Feuerwehr alarmierbar. „Auch für die Handys, also die Mobilfunknetze, hat die 112 große Vorteile“, meint Stemmer, „denn sie ist auch ohne Guthaben erreichbar. Deshalb bitte ich dringend darum, alte Aufkleber am Telefon oder alte Plakate mit den ungültigen Notruf-Nummern zu entfernen!“

Pressemitteilung BRK

Quelle: chiemgau24.de

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