Zwei selbstlose Helfer schwer verletzt

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An dieser Stelle wurde die schwerverletzte Frau aus dem Wasser gezogen.

Heufeld - Tragische Szenen spielten sich am späten Montagnachmittag an der Mangfall bei Heufeld ab. Um in Not geratene Personen zu retten, sprangen insgesamt acht Passanten in den Fluß. Für zwei endete ihre Heldentat tragisch.

Wie die Polizei auf Anfrage jetzt bestätigte, lösten zwei Kinder, die in der Mangfall badeten, gegen 17.30 Uhr eine ganze Reihe selbstloser Rettungsaktionen aus.

Laut Polizei badeten die zwölf und 13 Jahre alten Buben aus Bad Aibling unterhalb der Überführung Heufelderstraße im etwa einem Meter tiefen Wasser der Mangfall und kamen dabei in Bedrängnis. Vier Passanten aus Bad Aibling, ein 54- und 60-jähriges Ehepaar sowie zwei 41- und 57-jährige Männer, beobachteten die Szenen und sprangen kurzentschlossen ins Wasser. Gemeinsam gelang es ihnen, die beiden Buben zu retten.

Während der Rettungsaktion kam den vier Ersthelfern noch ein weiteres Paar zu Hilfe, das ihre selbstlose Heldentat aber bitter büßen musste: Beide konnten sich selbst nicht mehr retten und wurden abgetrieben.

Den vier Ersthelfern gelang es zwar noch, die Frau aus dem Wasser zu ziehen, ihrem Partner konnten sie aber nicht mehr helfen - er war verschwunden. Die Frau musste von den mittlerweile eingetroffenen Rettungskräften reanimiert werden. Bewusstlos und schwer verletzt wurde sie mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Das Fahrrad gehört dem Zwölfjährigen, der an dieser Sandbank in die Mangfall zum Baden gegangen ist.

Etwas weiter flußabwärts sah dann ein 49-jähriger Jogger den lebslosen Körper des Mannes im Wasser treiben. Auch der Jogger sprang selbstlos in die Mangfall und versuchte den bewusstlosen Mann zu retten. Sein Vorhaben missglückte aber. Vielmehr kam der 49-Jährige selbst in Bedrängnis und musste von einem weiteren Passanten gerettet werden. Der bewusstlose Ersthelfer trieb indess weiter flußabwärts und wurde schließlich kurz vor der Überführung der Staatsstraße von den Rettungkräften entdeckt, an Land gebracht und erfolgreich reanimiert. Ebenfalls bewusstlos und schwer verletzt wurde er mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Alle weiteren selbstlosen Retter kamen mit dem Schrecken davon. Einer der beiden Buben erlitt eine leichte Unterkühlung, ansonsten blieben beide unverletzt.

Insgesamt waren 90 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren, 20 Retter der Wasserwacht, zwei Notärzte, mehrere BRK-Teams und zwei Rettungshubschrauber im Einsatz.

Martin Vodermair

Quelle: rosenheim24.de

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