"Die Toten kommen"

Daher kommen die frischen Gräber in Rosenheim

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Rosenheim - Am Hauptbahnhof, am Max-Josefs-Platz, am Rathaus: Am späten Sonntagabend tauchten überall im Stadtgebiet scheinbar frisch ausgehobene Gräber auf.

Natürlich wurde am Sonntagabend niemand wirklich bestattet - es ist vielmehr eine politisch linksorientierte Aktion. "Grenzen töten" ist auf den Holzkreuzen zu lesen und "Im Gedenken an die ermordeten Flüchtlinge im Mittelmeer".

Die frischen Gräber in Rosenheim gehören zur bundesweiten Protestaktion "Die Toten kommen" der Künstler-Gruppe "Zentrum für politische Schönheit". Am Sonntag wurden mehr als 1000 symbolische Gräber auf der Wiese vor dem Bundestag ausgehoben. Über 5000 Demonstranten nahmen an dem "Massenbegräbnis" ("Marsch der Entschlossenen") teil. Die Polizei räumte schließlich den Platz.

Im Rahmen der Aktion "Die Toten kommen" wurden zuvor auch zwei verstorbene Flüchtlinge auf Berliner Friedhöfen bestattet. Man wolle den Toten ihre Würde zurückgeben. So sorgte jüngst etwa die Aufbewahrung von 17 verstorbenen Flüchtlingen, übereinander gestapelt in Müllsäcken, in einer Leichenkammer in Augusta (Sizilien) für Aufsehen:

Die Demonstranten in Berlin und die Aktivisten in Rosenheim, sowie in zahlreichen anderen Städten, fordern eine menschenwürdigere Asylpolitik und wollen auf das Flüchtlingselend an den Grenzen Europas aufmerksam machen. Es soll öffentlichkeitswirksam zum Nachdenken angeregt werden.

Asyl-Protestaktion in Rosenheim:

"Die Toten kommen": Asyl-Protesaktion in Rosenheim

Derweil reichen die Reaktionen im Netz von Kritik an der angeblich geschmacklosen Aktion, bis hin zu eindeutiger Unterstützung. Andere meinen zwar, dass die Aktion durchaus makabre Züge trage, der Zweck jedoch die Mittel heilige.

mg

Quelle: rosenheim24.de

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