Todesstrafe? Teisendorfer wartet auf Urteil

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Dieses Foto entstand am Tatort in Xiamen kurz nach dem Doppelmord. Dem Münchener Ex-Studenten droht die Todesstrafe.

Peking - Der Prozess um einen brutalen Doppelmord auf offener Straße in China ist abgeschlossen, doch der Hauptverdächtige aus Teisendorf wartet noch auf sein Urteil. Im Extremfall droht die Todesstrafe.

Ein hoher Beamter des Mittleren Volksgerichts bestätigte am Donnerstag telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Peking, dass die Gerichtsverhandlung in der südostchinesischen Stadt Xiamen zwar abgeschlossen, aber das Urteil bislang nicht gefällt sei. “Noch nicht, wir arbeiten noch an dem Fall.“ Details nannte er nicht.

So blieb unklar, ob die Staatsanwaltschaft in ihrer Mordanklage die Todesstrafe gegen den Mann aus dem oberbayerischen Teisendorf im Chiemgau gefordert hat. Er wird konsularisch betreut. Das Auswärtige Amt setzt sich wie sonst auch dafür ein, dass keine Todesstrafe verhängt wird, da diese in Deutschland abgeschafft ist und abgelehnt wird. Sowohl der Täter als auch seine Opfer kamen aus Deutschland.

Auf offener Straße mit Hammer niedergemetzelt

Als Motiv gilt Eifersucht. Der 33-jährige Mann soll seine Ex-Freundin aus Münchner Studententagen und ihren Lebensgefährten im Juni 2010 zu einem Luxushotel in Xiamen gelockt haben. Maskiert in schwarzer Montur soll er beide auf offener Straße mit einem Hammer und einem Messer niedergemetzelt haben. Nach Aussagen von Zeugen flehte die junge Frau noch auf Knien um Gnade, bevor sie starb. Als Waise blieb das inzwischen drei Jahre alte Kind des Paares zurück.

Teisendorfer droht die Todesstrafe

Sowohl der Täter als auch seine Freundin hatten in München Sinologie studiert. Nachdem die Frau sich im Sommer 2005 von ihm getrennt hatte, soll er begonnen haben, sie zu verfolgen. Er kam über die Trennung offenbar nie hinweg und reiste angeblich eigens nach China, um beide zu töten. Nach offiziell nicht bestätigten Angaben aus dem Bekanntenkreis der Opfer soll er sie mehrfach bedroht haben.

In den vergangenen Jahren waren zwar schon Ausländer in China zum Tode verurteilt und hingerichtet worden, doch waren es meist Drogenschmuggler asiatischer Herkunft aus benachbarten Ländern wie Birma oder Taiwan. Der einzige Europäer, der in fünf Jahrzehnten in China hingerichtet worden war, war 2009 ein gebürtiger Pakistani mit britischem Pass, der Rauschgift geschmuggelt hatte. In China kann eine Todesstrafe auch mit Aufschub verhängt werden. Meist wird sie dann nach zwei Jahren in lebenslange Haft umgewandelt.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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