"Er hat in unseren Augen immer die richtigen Entscheidungen getroffen"

Todesfälle in Aschauer Pflegeheim - Mitarbeiter verteidigen ihren Chef

Todesfälle in Aschauer Pflegeheim Priental - Mitarbeiter stehen hinter der Heimleitung
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Mehrere Bewohner und Mitarbeiter des Pflegeheims Priental in Aschau im Chiemgau haben sich mit dem Coronavirus infiziert. 15 der Heimbewohner verstarben daran.

Aschau im Chiemgau - Die Berichte über mehrere Todesfälle durch das Coronavirus im Aschauer Pflegeheim Priental sorgten für Erschütterung. Nun melden sich Mitarbeiter zu Wort, die das Vorgehen der Heimleitung verteidigen.

In einem anonymen Brief haben Mitarbeiter des Aschauer Seniorenheims Priental Anfang der Woche massive Vorwürfe gegen die Heimleitung beim Umgang mit dem Coronavirus erhoben. Das OVB berichtete darüber. Das Landratsamt hatte zwar eine hohe Zahl an Todesfällen bestätigt, sieht jedoch keine Notwendigkeit, die Einrichtung zu schließen.


Mitarbeiter können Anschuldigungen nicht nachvollziehen

Nun haben sich weitere Mitarbeiter des Seniorenheims, Cristina Wimmer, Sebastian Pellkofer und Sandra Frömter bei rosenheim24.de gemeldet und die Vorwürfe ihrer Kollegen massiv zurück gewiesen: "Wir arbeiten alle im Pflegeheim Priental in Aschau und können nicht nachvollziehen, dass ein oder einige unserer Mitarbeiter in dieser sehr schweren Zeit ihre Energie dahingehend verwenden, unsere Vorgehensweise, unsere Arbeit und besonders unseren Heimleiter anzuklagen. Auf eine Art und Weise, die wir im höchsten Maße unkollegial empfinden", sagen die Drei.

"Er hat alles Menschenmögliche gemacht"

Sebastian Pellkofer, der als Koch in dem Heim arbeitet, erzählt im Gespräch mit rosenheim24.de, dass Heimleiter Wolfgang Rohrmüller alles Menschenmögliche gemacht habe, was in seiner Macht lag, dass sofort alles in die rechten Bahnen laufe. "Eine Mitarbeiterin zum Beispiel hat Asthma. Das hat er gewusst und hat ihr sofort Bescheid gegeben, dass sie nicht kommen braucht." Auch wenn Mitarbeiter Angst gehabt haben, dass sie sich infizieren könnten, hat er sie freigestellt. "Er hat sofort FFP-2-Schutzmasken an die Mitarbeiter verteilt. Das was da war."


15 Todesfälle in Aschauer Pflegeheim Priental

Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger

Bilder Seniorenheim Aschau

Außerdem weist Pellkofer den Vorwurf, Bauarbeiten seien einfach weitergeführt worden zurück. "Das stimmt nicht. Es sind lediglich Gefahrenstellen für die Senioren beseitigt worden. Das war sofort erledigt." Die Bewohner haben auch sofort nicht mehr aus ihren Zimmern dürfen. Jetzt immer noch. "Der Herr Rohrmüller ist jemand, der lieber selber hinlangt, bevor er jemand in Gefahr bringen würde", sagt der Koch. "Wir können froh sein, dass wir so einen Heimleiter haben", deswegen können die Drei nicht verstehen, dass jemand solche Vorwürfe erhebe.

"Wir hatten so viele traurige Momente zu verkraften"

Nützliche Links zu Corona:

"Wir haben mit der Pandemie gerade eine Ausnahmesituation, in der wir alle an unsere Grenzen kommen und wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Herr Rohrmüller hat in unseren Augen immer die richtigen Entscheidungen getroffen und auch für uns die richtigen Worte gefunden. Wir hatten so viele traurige Momente zu erleben und zu verkraften, mussten uns von liebgewonnenen Bewohnerinnen und Bewohnern,  die wir jeden Tag pflegten und betreuten, verabschieden", sind sich Cristina Wimmer, Sebastian Pellkofer und Sandra Frömter einig. 

"Wir als Mitarbeiter des Seniorenheims weisen die völlig haltlosen Vorwürfe gegenüber der Heimleitung ausdrücklich zurück. Die zuständigen Aufsichtsbehörden sowie Bürgermeister Peter Solnar hatten diese ebenfalls entkräftet. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Menschen, die uns geholfen haben und uns immer noch unterstützen. Herausforderungen gibt es viele, diese schaffen wir nur gemeinsam, wenn wir zusammenhalten und uns unterstützen. Mit positivem, vertrauensvollem Denken und Handeln“, sagen die Mitarbeiter.

Heim im Notbetrieb - Versorgung gewährleistet

Die Heimleitung hat bereits am Montag bestätigt, dass seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben seien. Außerdem mussten fünf schwer erkrankte Bewohner in ein Krankenhaus verlegt werden. Auch zahlreiche Pflegekräfte haben sich darüber hinaus mit dem Coronavirus infiziert.

Das Heim könne derzeit nur in einer Art "Not-Betrieb" am Laufen gehalten werden kann. Insgesamt bietet es Platz für bis zu 70 pflegebedürftige Personen. Derzeit werden noch etwa 40 Bewohner betreut.

Aktuell sei die Versorgung der Bewohner weiter gewährleistet, auch wenn das Personal am Limit arbeite, heißt es von Seiten des Rosenheimer Landratsamtes gegenüber rosenheim24.de.  Die Heimaufsicht des Landratsamts sowie die Führungsgruppe Katastrophenschutz hättendie Lage im Blick und stünden dem Heim zur Seite. "Mitarbeiter des Landratsamtes haben sich auch schon vor Ort ein Bild der Lage gemacht." Im Fall weiterer Personalausfälle gäbe es auch Möglichkeiten, zusätzliches Personal zu organisieren. Dies sei in drei Fällen bei Pflegeheimen im Landkreis bereits erfolgreich geschehen.

jb

Quelle: rosenheim24.de

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