Festnahme auf Parkplatz bei Bad Feilnbach

Waffenfund auf A8: Paris-Bezug weiter unklar

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Der Parkplatz "Im Moos" auf der A8 bei Bad Feilnbach
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Bad Feilnbach/Paris - Möglicherweise wurde bei Bad Feilnbach ein Terrorverschwörer von Paris geschnappt. Der 51-jährige Terrorverdächtige gab an, er wollte den Eiffelturm in Paris besichtigen.

Update, 15.11., 10.20 Uhr:

Bezug zu Paris-Terror weiter unklar

Nach dem Fund eines Waffenarsenals im Auto eines 51-Jährigen vor eineinhalb Wochen in Oberbayern ist eine Verbindung zur verheerenden Terrorserie in Paris weiterhin völlig unklar. „Es liegen keine neuen Erkenntnisse vor“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes am Sonntag. „Wir können eine Verbindung nach Paris herstellen, aber derzeit keine Verbindung zu den Terroranschlägen bestätigen.“

Auf dem Weg nach Paris war der 51-Jährige am 5. November Schleierfahndern der Polizei an der Autobahn 8 bei Bad Feilnbach ins Netz gegangen. Bei der Kontrolle entdeckten die Beamten unter anderem mehrere Kalaschnikow-Gewehre, Handgranaten sowie 200 Gramm TNT-Sprengstoff in dem Kleinwagen.

Der aus Montenegro stammende Mann sitzt seitdem in U-Haft. Er hat sich bislang weitgehend ausgeschwiegen. Ermittlungen des Bayerischen Landeskriminalamtes ergaben allerdings, dass im Navigationssystem seines Autos als Ziel eine Adresse in Paris eingegeben war. Auf die Zieladresse angesprochen gab der 51-Jährige laut Mitteilung des LKA lediglich an, den Eiffelturm besichtigen zu wollen. Von den sichergestellten Waffen und Sprengmitteln habe er nichts gewusst.

dpa

UPDATE 17.50:

Diese Pressemitteilung haben die Staatsanwaltschaft Traunstein und das LKA Bayern um 17.45 Uhr veröffentlicht:

Der Parkplatz "Im Moos" auf der A8 bei Bad Feilnbach

Ermittlungen des Bayerischen Landeskriminalamtes ergaben, dass im Navigationssystem des VW Golfes als Ziel eine Adresse in Paris/Frankreich eingegeben war. Zusätzlich war diese Adresse auf einem im Fahrzeug aufgefundenen Zettel notiert. Sofortige Abklärungen über das Bundeskriminalamt (BKA) und über Interpol Paris und Podgorica ergaben keinerlei Hinweise in den polizeilichen Dateien. 

Die bisherigen Auswertungen des Navigationsgerätes haben folgenden Reiseweg ergeben: Die Route führte von Montenegro über Kroatien, Slowenien, Österreich bis zur Kontrolle nähe Rosenheim. Auf die Zieladresse angesprochen, gab der 51-Jährige lediglich an, den Eiffelturm in Paris besichtigen zu wollen, danach wollte er wieder die Heimreise antreten. Von den sichergestellten Waffen und Sprengmitteln habe er nichts gewusst. 

Die Ermittlungen dauern an.

Region erschüttert aber nicht panisch

Herumgefragt bei Autofahrern, die einen Zwischenstop an dem Parkplatz machen, heißt es: "Hier soll der erwischt worden sein, das ist ein seltsames Gefühl", zeigt sich ein Mann aus dem Landkreis Miesbach überrascht. Eine Familie auf dem Weg nach München erklärt, man sei sehr betroffen und fühle sich aber trotzdem in Bayern enorm sicher. "Man wollte den Anschlag ja schließlich nicht in Deutschland verüben, sondern hat Waffen bis nach Paris fahren wollen", so die Familienmutter.

Parkplatz "Im Moos": Hier wurde der Terrorverdächtige geschnappt

UPDATE 14 Uhr:

Diese Pressemitteilung haben die Staatsanwaltschaft Traunstein und das LKA Bayern heute am frühen Nachmittag veröffentlicht:

München, Rosenheim – Am Donnerstag, 05.11.2015, kontrollierten bayerische Schleierfahnder der Polizeiinspektion Fahndung (PIF) Rosenheim gegen 08.00 Uhr auf der BAB 8 einen VW Golf mit montenegrinischem Kennzeichen, der in Fahrtrichtung München unterwegs war. Bei der Überprüfung des Fahrzeuges im Gemeindebereich Bad Feilnbach entdeckten die Beamten im Motorraum zwei Pistolen und eine Handgranate.

Die daraufhin hinzugerufenen Experten des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) konnten bei der genaueren Untersuchung des VW Golf folgende Gegenstände aus unterschiedlichen Verstecken sicherstellen:

* 8 Kalashnikow-Gewehre mit Munition

* 2 Pistolen

* 1 Revolver

* 2 Handgranaten

* 200 Gramm Sprengstoff (TNT)

Der Fahrer des VW Golf, ein 51-jähriger montenegrinischer Staatsangehöriger, wurde vorläufig festgenommen Die Staatsanwaltschaft Traunstein beantragte gegen den Tatverdächtigen Haftbefehl, den der Ermittlungsrichter des Amtsgerichtes Rosenheim erließ. Der 51-jährige wurde der Justizvollzugsanstalt Traunstein überstellt.

Die weiteren Ermittlungen des Bayerischen Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Traunstein dauern an. Das Bundeskriminalamt wurde noch am 05.11.2015 von der Sicherstellung in Kenntnis gesetzt. Ob Zusammenhänge mit den Terroranschlägen in Paris bestehen, wird derzeit geprüft.

Ministerpräsident Horst Seehofer zur Festnahme

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, der Fund von Waffen bei einem Anfang November in Bayern festgenommenen Mann stehe womöglich im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris. "Es gibt die begründete Annahme, dass es möglicherweise mit der Sache zusammenhängt." Dies zeige, wie notwendig es sei, "dass wir uns Klarheit verschaffen, wer im Land ist und wer durch unser Land fährt", sagte Bayerns Regierungschef weiter.

Erstmeldung:

Die Festnahme passierte bereits am 5. November, bestätigte Ludwig Waldinger, Sprecher des Landeskriminalamtes Bayern, gegenüber rosenheim24.de. Auf dem Parkplatz im Moos auf der A8 in Fahrtrichtung München hatten Schleierfahnder routinemäßig einen VW Golf aus Montenegro kontrolliert. Und waren fündig geworden. Zunächst entdeckten die Ermittler nur eine Pistole. Der Fahrer des Wagens, ein 51-jähriger Montenegriner, wurde daraufhin festgenommen.

Als die Ermittler den Wagen dann noch genauer unter die Lupe nahmen und zerlegten, kamen Revolver, Maschinenpistolen Handgranaten und auch Sprengstoff zum Vorschein. Angeblich sollen auch Dokumente gefunden worden sein, die auf eine Verbindung zu den islamistischen Terroranschlägen in Paris hindeuten. Dies wollte Waldinger aber nicht bestätigen und verwies auf laufende Ermittlungen.  

Der Montenegriner sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Er verweigert bislang jegliche Aussage. 

Nach Informationen des BR habe das LKA nach der Festnahme die Behörden in Paris informiert. Dort sei jedoch zurückhaltend reagiert worden.

Weitere aktuelle Entwicklungen zu den Terroranschlägen in Paris finden Sie in unseren LIVE-Ticker.

mi/ck/dpa/AFP

Quelle: rosenheim24.de

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