DNA-Treffer führt auf die richtige Spur

Nach zwölf Jahren: Polizei klärt brutale Raubserie in Südostbayern

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Südostbayern - Über mehr als ein Jahrzehnt suchte die Polizei den oder die Täter für eine jahrelange Raubserie in den Landkreisen Landshut, Freising, Ebersberg und Erding. Ein DNA-Treffer brachte die Beamten letztendlich auf die richtige Spur:

Jahrelang waren Ermittler der Landshuter, Erdinger und auch Münchner Kripo mit den Fällen beschäftigt. Von schweren Raubüberfällen auf Geldinstitute, Supermarktfilialen, Tankstellen oder auch eine Postfiliale, fast nichts hat der Täter unversucht gelassen. Doch je mehr Überfälle es gab, umso mehr Spuren konnte die Polizei sicherstellen. Und so führten DNA- und Fingerspuren schließlich zu ihrem Tatverdächtigen.

Anfang März diesen Jahres kontrollierten Polizisten aus München in Haar einen 52-jährigen Mann ohne festen Wohnsitz. Eigentlich wurde er wegen mehreren Haftbefehlen einer anderen Sache festgenommen, doch nach einem Abgleich der Spuren stand es fest: dieser Mann hat auch mit den Raubüberfällen zu tun! Die Polizei konnte den Wohnsitzlosen also überführen und im Mai 2018 wurde Haftbefehl gegen ihn erlassen. Seitdem befindet sich der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Dies wurde vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord allerdings erst jetzt bekannt gegeben.

Die Taten des 52-Jährigen im Überblick:

Bereits am am 16. März 2006 erbeutete der Täter kurz nach Ladenschluss, in einem Discounter in Moosburg, Degernpoint, einen mittleren dreistelligen Betrag. Die Kassiererin bedrohte er mit einer Schusswaffe, anschließend flüchtete der Mann zu Fuß. Auch bei der Tat Ende März nutzt der Täter eine günstige Gelegenheit und entwendet zuvor in München einen nicht versperrten Wagen, bei dem der Schlüssel steckt, um damit an den späteren Tatort zu gelangen.

"Karriere" des Räubers beginnt 2006

Am 29. März 2006 betrat der bei allen Überfällen maskierte Tatverdächtige gegen 21 Uhr eine Tankstelle in Neufinsing, Landkreis Erding und bedrohte die Kassiererin unter Vorhalt einer Waffe zur Herausgabe von Bargeld; der Täter erbeutete einen dreistelligen Betrag. Vor dem Überfall entwendete der 52-Jährige in Landshut einen nicht versperrten Wagen, dem späteren Fluchtfahrzeug.

Am 14. November 2006 wurde eine Tankstelle in der Wasserburger Landstraße in München Ziel des Täters. Unter Vorhalt einer Schusswaffe bedrohte der Mann gegen 19 Uhr die Kassiererin, er erbeutete einen niedrigen vierstelligen Betrag und konnte mit dem Fahrzeug der Kassiererin unerkannt flüchten.

Nur zwei Tage später überfiel der Mann eine Bankfiliale in Dornwang im Landkreis Dingolfing-Landau. Er nahm eine anwesende Kundin zunächst als Geisel, bedrohte sie mit einer Schusswaffe und ging mit der Frau in den Schalterraum. Anschließend forderte er von einer Angestellten die Herausgabe von Bargeld. Beute: ein hoher fünfstelliger Betrag. Nach dem Überfall versuchte der Täter vergeblich mit dem Fahrzeug der Kundin zu flüchten. Nachdem er den Motor abwürgte, flüchtete er unerkannt zu Fuß.

Täter macht zwei Jahre "Pause"

Am 15. Juli 2008 überfiel er ein Geldinstitut in Oberahrein, Landkreis Landshut. Ähnlich wie bei dem Überfall in Dornwang bedrohte der Täter eine im Vorraum der Bank anwesende Kundin mit einer Pistole und forderte von einer Bankangestellten die Herausgabe von Bargeld. Der Täter erbeutete einen mittleren vierstelligen Betrag. Er entkam unerkannt mit dem zuvor von der Kundin entwendeten Wagen.

Eine Woche später wurde die Bankfiliale in Dornwang, Landkreis Dingolfing-Landau erneut Ziel eines Überfalles. Auch diesmal hat der Täter wieder eine Kundin mit einer Pistole bedroht und von der Kassiererin die Herausgabe von Bargeld gefordert und konnte einen niedrigen vierstelligen Betrag erbeuten. Zur Tatausführung entwendete der Täter zuvor die Kennzeichen eines BMW und brachte diese an seinem BMW, den er in Tatortnähe abstellte, an.

Ende 2010 geht Serie weiter

Am 26. November 2010 erbeutete der Täter bei einem Überfall auf eine Bankfiliale in Pliening, Landkreis Ebersberg einen niedrigen vierstelligen Betrag. Der Täter bedrohte einen Angestellten wieder mit einer Schusswaffe und forderte so die Herausgabe von Bargeld. Der Mann konnte zu Fuß unerkannt flüchten.

Am 25. März 2011 suchte der Täter gegen 13 Uhr eine Bankfiliale in Kronwieden, Landkreis Dingolfing-Landau heim. Wiederum bedrohte er zunächst eine Kundin im Vorraum der Bank mit einer Pistole. Da der Schalterraum noch geschlossen war, konnte er diesen nicht betreten, allerdings forderte er von der Kundin die Herausgabe ihrer EC-Karte und die dazugehörige PIN. Es gelang ihm, einen niedrigen dreistelligen Betrag mit der EC-Karte von einem Geldausgabeautomaten abzuheben. Wie bei den vorherigen Taten entwendete der Täter in Landsham, Landkreis Ebersberg ein offenes Fahrzeug, um damit zum Tatort zu gelangen.

Raubserie endet im Jahre 2012

Am 19. Oktober 2012 endete die Raubserie mit einem versuchten Überfall auf eine Postagentur in Essenbach, Landkreis Landshut. Gegen 9 Uhr betrat der Täter die Agentur und forderte von der Kassiererin unter Vorhalt einer Pistole die Herausgabe von Bargeld. Nachdem die Angestellte die Kasse nicht öffnen konnte, flüchtete der Mann mit einem Pkw ohne Tatbeute. Die am Fluchtfahrzeug angebrachten Kennzeichen entwendete der Täter kurz vorher im Bereich Ohu.

Der über viele Jahre unbekannte Täter handelte immer nach einem ähnlichen Tatmuster. Dank der akribischen und über die Jahre hinweg unermüdlichen Arbeit der Ermittler, auch unter Einbindung der Operativen Fallanalyse des Polizeipräsidiums München sowie ein über das Polizeipräsidium Niederbayern hinaus erarbeitetes Fahndungskonzept, konnten an den jeweiligen Tatorten unter anderen brauchbare DNA- sowie Fingerspuren gesichert und dadurch ein Zusammenhang zu den Taten, die sich überwiegend im Raum Dingolfing, Landshut, Poing und dem Münchnern Osten ereignet haben, hergestellt werden.

Paulina Sternsdorf/Polizeipräsidium Oberbayern Nord

Quelle: rosenheim24.de

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