16 Schüsse abgegeben

Student erschossen: Keine Anklage gegen Polizisten

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Regensburg - 2009 wurde in Regensburg der Student Tennessee Eisenberg erschossen. Die Beamten feuerten 16 Mal. Nun entschieden die Karlsruher Verfassungsrichter, dass die Polizisten nicht angeklagt werden.

Mehr als fünf Jahre nach der Erschießung des Regensburger Studenten Tennessee Eisenberg durch Polizisten hat das Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde der Eltern Eisenbergs abgelehnt. Die Karlsruher Richter bestätigten damit eine frühere Entscheidung des Nürnberger Oberlandesgerichtes (OLG), wonach es nicht zu einer Anklage gegen die beteiligten Beamten kam. Die Verfassungsbeschwerde sei nicht zur Entscheidung angenommen worden, teilte das OLG am Dienstag mit.

Der vermutlich akut psychisch erkrankte Eisenberg hatte Ende April 2009 in Regensburg erst einen Mitbewohner und dann auch mehrere Polizisten mit einem 31 Zentimeter langen Messer bedroht. Zwei Beamte hatten dann 16 Mal auf den Musikstudenten geschossen, der 24-Jährige starb in einer Klinik. Obwohl der Fall unter anderem wegen der vielen Schüsse etliche Fragen aufwarf, hatte die Regensburger Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen die beteiligten Beamten abgelehnt.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg bestätigte die Entscheidung und auch ein Strafsenat des OLG sah keinen Anlass für eine Anklage gegen die Polizisten. Grund dafür war, „dass die Beamten mit so hoher Wahrscheinlichkeit in Notwehr gehandelt haben, dass kein genügender Anlass zur Erhebung der öffentlichen Klage geboten ist“, hieß es damals. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte den Nürnberger Richtern nun, dass sie sich damals detailliert mit dem Fall auseinandergesetzt hätten und keine lückenhaften oder tendenziösen, auf die Schonung der Beamten ausgerichtete Ermittlungen erkennbar seien.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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