Karstadt überprüft die Profitabilität seiner Filialen

Karstadt in Rosenheim: "Außen vor!"

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"Schmerzhafte Einschnitte" bei Karstadt in Deutschland
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Rosenheim - Aktuell wird die Profitabilität aller Filialen der angeschlagenen Kaufhauskette Karstadt von oberster Stelle überprüft. Droht das Aus für das Rosenheimer Traditionshaus?

Stephan Fanderl, Chef des Aufsichtsrats von Karstadt

Der Chef des Aufsichtsrats der Warenhaus-Kette "Karstadt", Stephan Fanderl, kündigte in einem Interview mit der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), "schmerzhafte Einschnitte" aufgrund von "Sorgen um die Profitabilität von mehr als 20 Häusern" an.

Laut dem Bericht der FAZ fänden aktuell Gespräche mit den Vertragspartnern der Filialen vor Ort um finanzielle Eingeständnisse statt. Das Weihnachtsgeschäft sei vorerst gesichert, konnte man sich doch mit dem Warenkreditversicherer des Unternehmens auf eine Verlängerung des Vertrages um ein Jahr einigen. Berechtigterweise machen sich nun viele Kunden Gedanken über die Zukunft des Unternehmens. Auch über den Fortbestand des Traditionskaufhauses in der Rosenheimer Innenstadt.

Die Konzernzentrale schweigt

Auf mehrfach telefonische und schriftliche Nachfrage von rosenheim24.de bei der Konzernzentrale in Essen, ob auch die Filiale in Rosenheim von den "schmerzhaften Einschnitten" betroffen sei und wie sich diese Maßnahmen im Endeffekt darstellen könnten, erhielt die Redaktion in den vergangenen Tagen keine Antwort.

Die Situation in Rosenheim

Dass die Filiale der Kette in Rosenheim von den Überprüfungen betroffen ist, weiß hingegen Mehmet Topkac, der Vorsitzende des Betriebsrats des Kaufhauses im Gillitzerblock, es werden schließlich ausnahmslos alle Häuser überprüft, so Topkac. In Rosenheim sehe man dem Ende der Gespräche jedoch etwas gelassener entgegen. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass das Haus in der Innenstadt konkurrenzlos da steht", erklärt Mehmet Topkac. Aufgrund dessen zeichne man sich innerhalb des Konzerns als "Sahnehäubchen" aus und sei nach aller Wahrscheinlichkeit von den Sparmaßnahmen und Einschnitten nicht betroffen. Des weiteren mache Topkac die im Vergleich zum Norden der Bundesrepublik, geringeren Personalkosten in Rosenheim für den herausgehobenen Status verantwortlich. "Rosenheim ist hier außen vor. Die aktuelle Personalstruktur bleibt bestehen," so der Vorsitzende des Betriebsrats.

Die Deals um Karstadt

Bereits 2010 übernahm der US-deutsche Investor Nicolas Berggruen die insolvente Kaufhauskette und bewahrte sie somit vor dem Aus. 2013 schließlich übernahm die österreichische SIGNA-Gruppe 75,1% an der operativen Karstadt-Premium Group und an der operativen Karstadt Sports-Gesellschaft. Gleichzeitig zum Verkauf der Häuser, fand ein Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats von Karstadt statt. Nachfolger des Berggruen-Vertraute Jared Bluestein wurde der jetzige Manager Stephan Fanderl. Die Berggruen-Holding behält 24,9% der Geschäftsbereiche "Premium" und "Sports" und 100 Prozent des Kerngeschäfts mit 83 Warenhäusern, von denen aktuell 20 in der Diskussion um Sparmaßnahmen stehen. Im Zuge des Verkaufs an SIGNA sollte der Erlös in Höhe von 300 Millionen Euro in die Karstadt-Filialen reinvestiert werden.   

     

Quelle: rosenheim24.de

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