Bericht von der Hallenradsport-Weltmeisterschaft in Belgien 

RSV Steinhöring ist 4er Kunstrad-Weltmeister 2018

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Steinhöring/Belgien - Die Hallenradsport-Weltmeisterschaft fand in diesem Jahr vom 23. – 25. November in Belgien statt. Lüttich, die zweitgrößte Stadt und kulturelles Zentrum der wallonischen Region Belgiens war Gastgeber der Welttitelkämpfe im Kunstrad und Radball:

Dabei holten Katharina Gülich, Ramona Ressel, Julia Dörner und Annamaria Milo vom RSV Steinhöring, den  insgeheim erhofften aber nicht zu erwartenden, Weltmeistertitel im 4er Kunstrad nach Deutschland zurück. Für Gülich war es der 6-WM-Titel, für Ressel der Zweite und für Dörner und Milo das erste Regenbogentrikot. Freudestrahlend durften die vier sich die WM-Goldmedaille bei der Siegerehrung, umringt von den Schweizerischen Silbermedaillengewinnerinnen und den österreichischen Bronzemedaillengewinnern, in Empfang nehmen. 

Bereits am Mittwoch begann das Unternehmen „Hallenrad-WM 2018“ für das Steinhöringer Quartett. Via Frankfurt, wo sich der gesamte Nationalkader zur gemeinsamen Fahrt nach Lüttich traf. Hotel beziehen, Halle kennenlernen, Training auf der Wettkampffläche, kurze Sightseeing, das bestimmte den Tagesablauf bis zum Wettkampf am Freitagabend. Großer Favorit: Die Titelverteidiger aus der Schweiz. „Die Schweizerinnen hatten rund 9,4 Punkte mehr als wir aufgestellt“, so Katharina Gülich. „Das ist im 4er Kunstrad eine ganz andere Welt. Unser Ziel war daher gut zu fahren und Platz 2 zu halten". 

Doch es sollte zur Freude des gesamten Teams ganz anders kommen. Nach der großen Eröffnungsfeier und dem ersten Spiel des Deutschen Radball-Duos Gerhard und Bernd Mlady (Stein) gegen Frankreich, das knapp mit 3:2 gewonnen wurde, startete die Entscheidung im 4er. Die Slowakinnen eröffneten den Wettbewerb und erzielten 169,54 Punkte. Österreich toppte den Wert mit starken 192,36. 

Dann der Start von Katharina, Ramona, Julia und Annamaria. 

Sehr konzentriert betraten sie die Fläche, während Heimtrainerin Irmtraud Wirth zusammen mit Bundestrainer Dieter Maute in der Coaching-Zone Platz nahmen. Übung für Übung spulten sie gekonnt ab. Nur minimale Abzüge. Glücklich, erleichtert und freudestrahlend steigen sie von Ihrem Sportgerät. Ein kurzes Winken ins Publikum und dann konnten ging´s Richtung Coaching-Zone, wo das Trainerteam zur tollen Leistung gratulierte.216,76 Punkte, so gut wie noch nie in diesem Jahr. Doch was war dies Wert? Silber schon sicher. Das gesetzte Ziel erreicht. 

Auf der Leader-Coach schauten sie sich die Favoritinnen aus der Schweiz an. Diese begannen gewohnt sehr ruhig. „Die Vier sind schon Jahre zusammen und bilden ein eingespieltes Team“, so Ramona. „Wir hatten uns da schon mit Platz 2 abgefunden. Aber konnten bis dahin zufrieden von der Fläche gehen.“ Doch die Schweizerinnen zeigten Nerven. Zwei größere Unsicherheiten bei der Mühle mit 4 Rechtsschleifen und dem angedrehten Innenring, die Fahrweise wurde unruhiger. Dann passierte es. Bei der gleichzeitigen Torfahrt musste eine Sportlerin vom Rad. Die Punkte schwanden, WM-Gold in Sicht. Am Ende brachten sie nicht alle Übung in die Zeit. 204,93 Punkte, Steinhöring = Deutschland war Weltmeister. 

Während die beiden Routiniers Freudentränen vergaben, strahlten die beiden Youngsters über das gesamte Gesicht. „Wir hatten auch schon verloren und gewonnen, das wünscht man natürlich niemanden, dass er absteigt“, so Katharina. „Das Gefühl nach zwei Jahren als Vize-Weltmeisterin war in diesem Moment unbeschreiblich.“ „Wir beide haben das noch gar nicht realisiert, was da passiert ist“, so Annamaria.

 „Realisiert haben wir das noch nicht richtig. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl das Regenbogentrikot anzuhaben,“ so Julia. „Das fühlt sich nochmals ganz anders an, als der EM-Titel in diesem Jahr. Einfach krass und cool.“ „Das werde ihr erst so richtig realisieren, wenn der neue Weltmeisterbody fertig ist“, werfen die beiden WM-Erfahrenen Katharina und Ramona ein. „Beim Nationen-Cup vor drei Wochen ist es uns gelungen optimal zu fahren. Das war nochmals ein Motivationsschub. Wir haben die letzten Wochen nochmals sehr hart und intensiv trainiert.“ 

"Die vier haben das heute super gemacht" 

„Die Mannschaft fährt ja erst seit März 2018 in dieser Besetzung“, so die ebenfalls strahlende Steinhörings Erfolgstrainerin Irmtraud Wirth. „Es war nicht einfach die beiden Routiniers und die beiden Jüngeren zu einer Mannschaft zu formen. Jung und Erfahren, die haben eine ganz andere Fahrweise. Aber sie haben sich gut ergänzt. Normalerweise braucht das wesentlich länger, dass die Harmonie und das Verständnis untereinander passt. Die Vier haben das heute super gemacht. Eine sehr gute Punktzahl vorgelegt, die von den Schweizern nicht überboten werden konnten. Den EM-Titel und den WM-Titel hat noch keine Mannschaft in einem Jahr geschafft. Wir sind die ersten und einzigen“ 

Und 2019 erfolgt die Titelverteidigung bei der WM in Basel/Schweiz? „Wir lassen uns da mal überraschen was passiert“, so Katharina. „Eine Steinhöringer Mannschaft wird es auf alle Fälle in irgendeiner Form geben.“

Wilfried Schwarz

Quelle: rosenheim24.de

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