Was hinter der Rolle rückwärts steckt

Stadt Wasserburg kippt Heizpilz-Verbot über die Wintermonate

Wasserburg am Inn - Heizstrahler dürfen im kommenden Winter wieder laufen: Die Stadt will damit den durch die Coronakrise ohnehin schon gebeutelten Gastronomen unter die Arme greifen. Der Entschluss ist allerdings an Auflagen gebunden.

Bis Ende März 2021 dürfen Gastronomen wieder Heizstrahler im Außenbereich ihres Betriebs aufstellen. Das entschied der Bauausschuss der Stadt Wasserburg in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause am Donnerstagabend (17. September) und kippte somit das im November 2019 erlassene Verbot von Strahlern. Mitunter wegen des in Wasserburg ausgerufenen Klimanotstands folgte man damals dem Antrag der Grünen auf ein Heizpilz-Verbot - weil die Strahler nicht klimaneutral betrieben werden können.


Nun wurde dieser Beschluss auf Antrag der CSU/Freie Wähler-Wasserburger Block wieder aufgehoben. Das Ziel der Stadtratsfraktionen: Das Verbot von Heizpilzen, -strahlern und anderen Heizgeräten auf den Sondernutzungsflächen der Stadt für den kommenden Winter auszusetzen. Infolge von Corona seien Gastronomen darauf angewiesen, Außenflächen möglichst lange zu nutzen, um so mehr Sitzplätze bewirtschaften zu können sowie Kundenbedürfnissen entgegenzukommen. Denn aufgrund der Infektionsgefahr würden viele Gäste eher einen Platz im Freien favorisieren als in geschlossenen Räumen.

Wie steht ihr zur Entscheidung des Wasserburger Bauausschusses?


Mit nur einer Gegenstimme (6:1) gaben die Mitglieder des Ausschusses grünes Licht für Heizstrahler im Außenbereich der Gastronomie. Christian Stadler (Grüne) stemmte sich gegen die Aufhebung („ökologisch ein totaler Wahnsinn“). Er war außerdem der Ansicht, dass die Pilze dazu führen könnten, dass sich Leute näher zusammenstellen und möglicherweise den Abstand nicht einhalten.  

Die Regelung bis Ende März gilt ausschließlich für gastronomische Betriebe. Christian Peiker (Linke) regte zudem an, dass nur bestehende stationäre Gastronomien die Chance erhalten sollen unter Heizstrahlern ihre Gäste auch im Winter draußen bewirten zu dürfen. Er wolle damit verhindern, dass unter freiem Himmel noch andere Events stattfinden könnten, bei denen Heizpilze aufgestellt werden. Glühwein-Standl auf einem Christkindlmarkt - sollte es heuer wegen Corona überhaupt einen geben - sind überdies von der befristeten Erlaubnis über die Wintermonate ausgeschlossen.

mb

Rubriklistenbild: © Gero Breloer (dpa-Symbolbild)

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