DAV und Forstverwaltung feiern Jubiläum

Brunner: "Berge nicht nur Freizeitkulisse"

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Staatsminister Brunner setzt einen Baum anlässlich des Jubiläums 30 Jahre Schutzwald
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Bayrischzell - 150.000 Hektar des heimischen Baumbestands zählen in die Kategorie der sogenannten Schutzwälder. Am Montag überzeugte sich Staatsminister Brunner vom aktuellen Bestand.

Nicht selten sorgen Lawinen- und Murenabgänge an ungesicherten Berghängen in den Alpen für große wirtschaftliche und infrastrukturelle Schäden. Der Staatsminister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, Helmut Brunner, verdeutlichte am Montag, anlässlich des Jubiläums der Aktion "30 Jahre Schutzwald in Bayern" die Bedeutung der meist ehrenamtlichen Arbeit des Deutschen Alpenvereins in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und der Forstverwaltung.

Aktuell sollen immer noch zehn Prozent der Schutzflächen ihrer Funktion nicht ausreichend nachkommen können. Der Borkenkäfer und die teils heftige Witterung setzten dem heimischen Bergwald dermaßen zu, dass ohne das Eingreifen von Menschenhand, viele Erdrutsche und auch Lawinen, sich ihren Weg ungehindert ins Tal bahnen können. Der DAV will dieser Problematik entgegenwirken und organisiert in aktuell knapp 20 Aktionswochen pro Jahr die Instandhaltung der Wälder an Hängen und Bergen im Rahmen der "Aktion Schutzwald". Ungefähr 130 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen pflanzen dabei an exponierten Stellen neue Bäume, bauen Hochsitze für Jäger und erneuern die Pfade, die zum Erreichen der teilweise stark abschüssigen Hanglagen nötig sind. Staatsminister Helmut Brunner überzeugte sich am Montag persönlich, bei einer kurzen Tour in den Bergen zwischen Bayrischzell und Spitzingsee von der Arbeit der Freiwilligen.

""Urlaub ist das nicht", erklärt DAV-Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig. Alleine die Aussicht, etwas sinnvolles zu bewirken und nebenbei einen Einblick in die Funktionsweisen des Schutzwaldes zu bekommen, motiviere viele Helferinnen und Helfer, ihre Freizeit in den Dienst der Natur zu stellen. Neben einem Lob des Verantwortlichen konnten die Beteiligten dabei bereit zwei Auszeichnungen, den Umweltpreis für Hochlagenaufforstungsaktionen und den Alpinen Schutzwaldpreis für sich verbuchen.

"Für diese Menschen bilden die Alpen eben nicht nur eine Freizeitkulisse, hier handelt es sich um eine Herzensangelegenheit", lobte auch Staatsminister Brunner das Engagement der Freiwilligen. Seit Beginn der Aktion Schutzwald vor 30 Jahren habe es der DAV geschafft, insgesamt 1 Million Bäume in den Gebieten zwischen Sonthofen und Berchtesgaden neu anzusiedeln. Alleine im vergangenen Jahr wurden dabei 11.000 Bäume neu gesetzt. Zusätzlich wurden 8.000 Meter Steige in teils anspruchsvollem, alpinem Gelände erneuert und 20 Hochsitze für Jäge r zur Kontrolle der Wildbestände errichtet. "Auch die Jäger haben hier sichtlich ihre Hausaufgaben gemacht," erklärt Brunner. Besonders junge, frisch angepflanzte Triebe seien vom wild doch stark bedroht, dank dem Einsatz der Jägerschaft konnte diese Problematik aber bisher größtenteils vermieden werden.

Mit insgesamt 80 Millionen Euro habe die Bayerische Staatsregierung in den vergangenen 30 Jahren die Aktionen, die das Thema Schutzwald zur Grundlage hatten, unterstützt, so der Minister. Weitere 13 Millionen Euro flossen dabei in weitere 44 Projektgebiete, die im Rahmen des Bayerischen Klimaprogramms "2020", 1.100 Hektar instabilen Wald in gesunde Bergmischwälder weiterentwickeln konnten.

Bilder von der Bergtour mit Helmut Brunner

Bilder von der Jubiläumsveranstaltung mit dem Staatsminister

Auch der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Reinhardt Neft, zeigte sich von der Arbeit der freiwilligen Helferinnen und Helfer begeistert und fand durchwegs lobende Worte für deren Engagement. "Raue Witterung, steile Hänge und flachgründige Böden erschweren die Schutzwaldsanierung enorm; da ist uns die Unterstützung durch den DAV sehr willkommen," so Neft. Bereits der Aufstieg zum Waldstück, an dem Reinhardt Neft, Ludwig Wucherpfennig und Helmut Brunner im Anschluss an die Reden symbolisch einen neuen Baum in die bestehende Infrastruktur einsetzten, forderte bereits im Vorfeld ein gewisses Maß an Ausdauer vom Minister. Vor der Kulisse des Schliersee bedankte sich Helmut Brunner dann auch bei langjährigen Mitarbeitern, unter anderem bei Irene Straub, die bereits bei der Gründungsphase der Aktion Schutzwald vor 30 Jahren beteiligt war.

Quelle: rosenheim24.de

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