Photovoltaik am Dach: Bei Feuer unberechenbar?

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Photovoltaikanlagen stellen im Brandfall eine Herausforderung für die Feuerwehren dar. Eine Norm für neue Anlagen besteht jetzt auf verpflichtende Notschalter.
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Landkreis - Werden Photovoltaikanlagen auf dem Dach im Brandfall zur Gefahr für Feuerwehrler? Kreisbrandrat Richard Schrank erklärt, welche Herausforderung Photovoltaik im Ernstfall darstellt.

Ein Gebäude in Flammen, die Feuerwehren aus der Region rücken an, verschaffen sich einen Überblick. Kommt es zu Besonderheiten am Haus, auf was muss geachtet werden? Eine Photovoltaikanlage stellt im Brandfall eine Herausforderung für die Feuerwehrler dar, doch die Einsatzkräfte sind laut Kreisbrandrat Richard Schrank auf diese Besonderheiten vorbereitet und geschult. "Es ist eine kalkulierbare Gefahr", so Schrank im Gespräch mit wasserburg24.de. Spezielle Verhaltensregeln und gezielte Übungen dazu bereiten die Feuerwehren auf den Ernstfall vor. "Natürlich muss man im Einsatz den Bestand einer Photovoltaikanlage auf dem Gebäude beachten. Gefährlich könnte es beispielsweise werden, wenn ein Dach brennt, dass sich die Halterungen lösen. Außerdem besteht immer die Gefahr des Gleichstroms", so Schrank weiter. Die wenigsten Anlagen hätten sogenannte Feuerwehrnotschalter, erklärt der Kreisbrandrat. Dies sei erst neu aufgenommen worden, ältere Anlagen hätten diese Feuerwehrnotschalter noch nicht. Die neue Norm sieht diese Notschalter als Pflicht für neue Anlagen vor. Mit den Notschaltern können die Stromleitungen durchs Haus ausgeschalten werden. Die Zellen an sich könnten nicht abgeschalten werden. Die Anlage würde weiter Strom abgeben.

Die Leistungen sind unterschiedlich stark, doch in Summe könnten je nach geführtem Kontakt durchaus 600 Volt vorhanden sein, so der Kreisbrandrat im Interview. "Lebensbedrohlich", so Schrank. Selbst in der Nacht bei Mondlicht oder den Scheinwerfern der Feuerwehr könnten die Photovoltaikanlagen Strom produzieren, so Schrank. Nicht volle Leistung, aber dennoch. "Wir hatten schon viele Sonderschulungen speziell zu diesem Thema, darum kann man guten Gewissens sagen, dass die Jungs hier wirklich gut ausgebildet sind", betont Richard Schrank.  

Besonders wichtig sei es für die Feuerwehren am Brandort, dass über den Bestand einer solchen Anlage informiert werde und wo sich die Wechselrichter befänden, heißt es von Richard Schrank weiter. "Damit ist sichergestellt, dass wir wissen, wo die Leitungen laufen, wo der Gleichstrom und der Wechselstrom sind und wo es wieder ins Freie geht".

Quelle: rosenheim24.de

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