Nach einigen Tagen lachten die Menschen wieder

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Siegsdorf - 200 Flüchtlinge leben derzeit im Bayernpark bei Siegsdorf. Die Unterbringung sorgte für Diskussion. Einer unserer Reporter hat sich nun auf dem Gelände umgesehen:

Langer und harter Weg nach Deutschland

Ernest, den ich im Bayernpark bei Siegsdorf kennengelernt habe, erzählte von seinem zweimonatigem Weg, bei dem er Strapazen durch die Sahara auf sich nehmen musste. Er ist nun glücklich, in so einem schönen und friedlichen Land angekommen zu sein. Andere sind oft monatelang unterwegs, bis sie Deutschland erreichen - wenn sie die nicht ungefährliche Reise überhaupt überleben. Denn vor der Küste Italiens gehen immer wieder überladene Schiffe mit Flüchtlingen unter und reißen zahlreiche Menschen in den Tod.

Asylsuchende bei Siegsdorf

Seit 21. September befinden sich nun rund 200 Asylbewerber im Bayernpark bei Siegsdorf, deren Aufenthalt hier jedoch nach vier Wochen enden soll. Danach müssen sie in eine Kaserne umziehen. Dort werden sie dann personaldatentechnisch erfasst und der Asylantrag wird geprüft.

Nächste Station ist dann eine Gemeinschaftsunterkunft, bestenfalls dezentralisiert in einer kleinen Unterkunft in einem bayerischen Landkreis. Unter den Flüchtlingen im Bayernpark habe ich auch Familien gesehen, die mit mehreren Kindern, teilweise unter zwei Jahre alt, ihre Heimat verlassen mussten. Laut einem Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) seien die Flüchtlinge an den ersten Tagen völlig "neben sich" und verschlossen gewesen. Erst einige Tage nach ihrer Ankunft habe man die Menschen wieder lachen sehen.

Versorgung durch Ehrenamtliche

Das Bayerische Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst tragen dazu bei, dass die Flüchtlinge kompetent betreut und versorgt werden. Rund 50 Ehrenamtliche vom BRK werden sich in den vier Wochen, in drei Schichten pro Tag, um die Ausgabe von Medizin, Erkrankungen und Notfallversorgung kümmern. Die Sanitäter übernehmen diesen Dienst meist in der Freizeit oder werden von ihren Arbeitgebern für die Zeit freigestellt.

Flüchtlingsunterkunft im Bayernpark

Laut Rettungsassistent Manfred Hölzl, der gerade Dienst hatte, wurden in den ersten neun Tagen 90 Patienten behandelt. Für einen Arztbesuch hat der Malteser Hilfsdienst einen Shuttle Service eingerichtet, der drei verschiedene Arztpraxen in Siegsdorf abwechselnd anfährt. Der Malteser Hilfsdienst übernimmt außerdem die tägliche Essensverteilung und Kleiderausgabe. Durch einen Zeitungsaufruf konnte innerhalb kurzer Zeit genug Kleidung gesammelt werden, um die Flüchtlinge mit ausreichend Kleidung zu versorgen.

Der Eindruck des Reporters

Mit etwas Bedenken habe ich das Gelände des Bayernparks betreten. Es war ein komisches Gefühl. Was wird mich erwarten? Wie werden die Flüchtlinge auf mich als Reporter reagieren? Bei meinem Besuch in der Essensausgabe war ich unerwünscht. Gut, wer will schon beim Essen gestört werden? Als ich über das Freigelände ging, wurde ich mehrmals interessiert und freundlich angesprochen und schnell kam ein nettes Gespräch heraus. Ich habe nur freundliche und höfliche Menschen bei meinem Besuch kennengelernt.

FDL/Hans Lamminger

Quelle: chiemgau24.de

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