Landesbischof eröffnete Friedensdekade

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Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm hielt die Eröffnungspredigt im Rahmen der "Friedensdekade 2012" in der Rosenheimer Erlöserkirche.

Rosenheim - Zur Eröffnung der Ökumenischen Friedensdekade 2012 in Bayern, hielt der evangelische Landesbischof Prof. Dr. Bedford-Strohm eine Predigt in der Erlöserkirche.

Vermutlich nur zu christlichen Hochfesten wie Ostern und Weihnachten ist die evangelisch-lutherische Erlöserkirche in Rosenheim so voll wie am Wochenende bei der Eröffnung der "Friedensdekade 2012", die heuer unter dem Motto "Mutig für Menschenwürde" steht. Im Mittelpunkt des Eröffnungsgottesdienstes stand die Predigt von Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm.

Dekanin Wirth würdigt die Friedensbewegung

Unter festlichem Glockengeläut zogen die Vertreter aller hiesigen christlichen Religionsgemeinschaften in das Gotteshaus ein. Rosenheims Dekanin Hanna Wirth ging in ihrer Begrüßung auf die Anfänge der Friedensbewegung und der Friedensdekade ein. Der Friedensbewegung sei es unter anderem zu verdanken, dass Mauern gefallen seien und seit nunmehr 67 Jahren weitgehend Frieden auf dem alten Kontinent herrsche. Aber es bedürfe weiterhin vieler, die sich für den Erhalt der Menschenrechte und Menschenwürde einsetzten, um zu vermeiden, dass eines Tages wieder Unfrieden in unserem täglichen Leben Einzug halte.

"Todesstrafe ist ein Verbrechen gegen die Menschenwürde"

Bei der Aussendung der Friedenslichter (von links): Pastor Thomas Lietmeyer, Dekan Harald Klein, Dekanin Hanna Wirth und Dekan Daniel Reichel.

Landesbischof Bedford-Strohm stellte das Motto der "Friedensdekade 2012", die vom 11. bis 21. November stattfindet, in den Mittelpunkt seiner Predigt. Menschenwürde sei nicht etwa eine Selbstverständlichkeit, so Bredford-Strohm, denn dieses Wissen hätten wir besonders aus unserer jüngeren Geschichte erfahren können. Und diese Erfahrung habe auch Eingang ins Grundgesetz gefunden, denn dort heißt es: "Die Würde des Menschen ist unantastbar".

"Wie können wir die Würde, die Gott den Menschen geschenkt hat, außer Acht lassen", hinterfragte denn auch der Landesbischof, und sagte voraus, dass der Weg, sich für Frieden und für den Erhalt der Menschenwürde in aller Welt einzusetzen, kein leichter Weg sei; besonders dann nicht, wenn versucht werde, internationale Konflikte mit Gewalt zu lösen. Seiner Meinung nach gehe es nicht an, ein Verbrechen durch ein anderes Verbrechen zu sühnen; und die "Todesstrafe ist ein Verbrechen gegen die Menschenwürde!"

Darf ein Christ Gewalt anwenden?

Der Einsatz von Ordnungskräften sei zwar oft gerechtfertigt, aber nicht immer rechtens. Wie solle sich ein Christ in gewaltsamen Konflikten verhalten? Solle er den Schwachen, denen die Freiheit und Menschenwürde genommen wurde, gegebenenfalls mit Gewalt beistehen? Viele Fragen, auf die auch die Geistlichen nicht immer Anworten geben könnten, so Bedford-Strohm. Doch handeln müsse ein jeder so, dass ihm bewusst sei, dass Menschenwürde ein Geschenk Gottes und unverletzbar sei. Dieses Wissen lasse letztlich auch "Schwerter zu Pflugscharen" werden, wie die bekannte Metapher aus den Anfängen der Friedensbewegung es symbolisch ausdrücke.

Mit dem Hinaustragen der im Altarraum aufgestellten Friedenslaternen gemäß den Jesus-Worten "Ich bin das Licht der Welt, tragt es hinaus in die Welt und mit ihm auch den Frieden" endete der festliche Eröffnungsgottesdienst anlässlich der "Friedensdekade 2012" in Rosenheim.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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