13 Tote in zehn Wochen

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14. Juli, zwischen Schechen und Pfaffenhofen: Ein 18-Jähriger stirbt, als ein Auto von der Straße abkommt und gegen einen Baum prallt. Sein gleichaltriger Freund erliegt wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Rosenheim - Die Kette von tragischen Verkehrsunfällen in der Region reißt nicht ab. Einige der Horrorunfälle haben viele von uns immer noch im Gedächtnis:

Am Dienstag erlitt eine 64-jährige Frau aus Babensham schwerste Verletzungen. Sie wollte nördlich von Schechen mit ihrem VW Polo auf die B15 einbiegen und übersah einen herannahenden Autotransporter. Der Lkw bohrte sich in die Beifahrerseite des VW Polo. Der Unfall ist der vorläufige Schlusspunkt einer Unfallserie, wie sie die Region wohl noch nie erlebt hat: Binnen zehn Wochen kamen dabei 13 Menschen ums Leben. Zum Vergleich: 2011 gab es insgesamt 16 Verkehrstote, 2010 waren es 13.

"Eigentlich hatten wir eine positive Bilanz im ersten Halbjahr", meint Christian Kagerer. Der Polizeihauptkommissar ist im Präsidium Oberbayern Süd zuständig für die Analyse von Verkehrsunfällen und das Entwickeln möglicher Gegenstrategien. Die Zahl der schweren Unfälle in der ersten Jahreshälfte ging im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht zurück.

Warum die Zahl der Verkehrstoten so dramatisch gestiegen ist, dafür hat auch der Unfallexperte keine rechte Erklärung: "Das Problem ist für uns, dass keine Tendenz erkennbar ist." Von überhöhter Geschwindigkeit über missachtete Vorfahrt bis zu Übermüdung am Steuer ist alles dabei. Keiner der Unfälle gleicht dem anderen. "Es gibt weder einen typischen Unfallschwerpunkt noch vergleichbare Ursachen. Da tun wird uns schwer, in irgendeiner Form gegenzusteuern", räumt er ein.

Doch die Polizei will die Hände keineswegs in den Schoß legen: Wie Leitender Polizeidirektor Jürgen Garbe ankündigt, werden in den nächsten Wochen die Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen verstärkt.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass die Zahl der Unfälle insgesamt leicht zugenommen hat: Krachte es in der ersten Jahreshälfte 2011 insgesamt 2815-mal, gab es heuer 2924 Unfälle. Leicht gestiegen ist im gleichen Zeitraum auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden - von 479 auf 508. Kamen dabei in der ersten Hälfte 2011 sechs Menschen ums Leben, waren es 2012 sieben - und dann kam der Juli mit sieben Toten allein im Landkreis Rosenheim.

Für die steigenden Unfallzahlen hat die Polizei eine einfache Erklärung parat: Es sind immer mehr Autos unterwegs. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gab es 2011 ein Plus bei den Zulassungen von 1,7 Prozent. "Wir haben von Haus aus eine hohe Verkehrsdichte und dazu kommt noch zusätzlich der Urlaubs- und Ausflugsverkehr", so Garbe. Er warnt aber davor, nur auf die Zahl der Todesfälle zu schauen: "Noch viel mehr Menschen werden bei Unfällen schwer verletzt und haben ihr Leben lang daran zu tragen."

28. Mai, Edling:

Ein 76-jähriger Motorradfahrer verliert beim Überholen in einer Kurve die Herrschaft über seine Maschine und stürzt in einen Wald. Er stirbt noch an der Unfallstelle.

15. Juni, Thiersee:

Ein 50-jähriger Kiefersfeldener prallt mit seinem Motorrad gegen einen Porsche, der in einer Hauseinfahrt wendet und dessen Heck in die Straße ragt. Der Motorradfahrer wird tödlich verletzt.

30. Juni, Oberaudorf:

Ein 23-jähriger Münchner gerät am Sudelfeld in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und prallt gegen eine Mauer. Der junge Mann erliegt noch auf der Straße seinen Verletzungen. Ein zufällig vorbeikommender Rennradler wird vom zurückschleudernden Motorrad erfasst und bricht sich das Schlüsselbein

2. Juli, Bad Aibling:

Auf der A8 touchiert eine Münchnerin mit ihrem Mini die Mittelleitplanke, kommt ins Schleudern und überschlägt sich mehrfach. Die 53-Jährige wird aus dem Auto katapultiert und ist kurz darauf tot. Sie war wohl nicht angeschnallt.

Überschlag auf der Autobahn

Tödlicher Unfall auf der A8

5. Juli, Raubling:

Eine Neunjährige wird mit ihrem Kinderfahrrad von einem Auto erfasst. Das Mädchen hatte Zielbremsungen auf einem Parkplatz gemacht. Ihr Anlauf führte von der abschüssigen Hauseinfahrt quer über die Straße. Das Kind stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus.

Tragischer Unfall in Pfraundorf: Neunjährige stirbt

8. Juli, Obing:

Ein 26-Jähriger kommt ums Leben, als ein VW Touran in einer Linkskurve im Ortsteil Pfaffing von der Straße abkommt und sich anschließend mehrfach überschlägt. Ein Mitfahrer, 25 Jahre alt, wird schwer verletzt.

Schwerer Unfall bei Obing

14. Juli, Schechen:

Zwei 18-Jährige kommen bei einem Unfall auf der B15 zwischen Schechen und Pfaffenhofen ums Leben. Sie geraten bei hoher Geschwindigkeit mit ihrem BMW von der Straße ab und krachen gegen einen Baum.

Tödlicher Unfall auf der B15

15. Juli, Seebruck

Eine 19-Jährige biegt mit ihrem Auto vom Parkplatz einer Gaststätte auf die Staatsstraße ab und bemerkt zu spät einen Motorradfahrer. Der 51-Jährige aus dem Landkreis Traunstein stürzt und rutscht gegen die Leitplanke. Er stirbt noch an der Unfallstelle.

23. Juli, Tuntenhausen:

Ein BMW-Fahrer übersieht beim Überholen einen entgegenkommenden Ford. Die Autos stoßen frontal ineinander. Eine 81-jährige Frau auf der Rückbank des Ford stirbt noch an der Unfallstelle. Der Ford-Fahrer (71) und seine Beifahrerin (68) werden schwer verletzt.

Beyharting: Einsatz der Rettungskräfte

24. Juli, Rosenheim:

Eine Familie aus Tschechien ist mit ihrem Auto auf der Heimreise aus dem Urlaub, als die übermüdete 27-jährige Fahrerin gegen die Mittelleitplanke der Inntalautobahn fährt. Der Skoda Octavia schleudert, rutscht auf der Seite liegend eine Böschung hinab und prallt gegen einen Baum. Der 30 Jahre alte Familienvater auf dem Beifahrersitz ist tot, bevor ihn die Retter befreien können. Die Frau überlebt schwer verletzt. Das zweijährige Kind und die Oma auf der Rückbank werden leicht verletzt.

Tödlicher Unfall auf der A93

24. Juli, Schnaitsee:

Ein 17-jähriger Moped-Fahrer übersieht beim Überqueren der Straße zwischen Schnaitsee und Frabertsham ein Auto und prallt mit voller Wucht gegen die Seitentür und prallt mit voller Wucht gegen die Seitentür. Er stirbt an der Unfallstelle.

6. August, Raubling:

Ein 16-jähriges Mädchen wird von einem Laster erfasst. Wie die Polizei mitteilt, wollte der 48 Jahre alte Fahrer des Lastwagens nach rechts abbiegen und prallt dabei mit der Radfahrerin zusammen. Die Jugendliche erliegt wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Raubling: Laster überrollt Radlerin

Klaus Kuhn/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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