Tödliches Gerät aus nächster Nähe

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Schönau am Königssee – Die Bundeswehr präsentierte in Schönau am Königssee das Arsenal, mit dem die Truppe in Auslandseinsätzen ausgerüstet ist.

Die Frage nach Afghanistan, nach den gefühlten Erfahrungen, scheint unerwünscht. Der Blick des Soldaten fällt in Richtung seines Kollegen. Fragende Blicke. „Es war ein Erlebnis“, sagt er dann, während er seine Hände auf ein Gewehr stützt. Eine gute Erfahrung, sagt er. Darüber sprechen möchte kaum einer der Anwesenden, aber dafür das Gerät vorstellen, das die Bundeswehr in Afghanistan einsetzt. Zu diesem Anlass hat die Bundeswehr der Bischofswieser Kaserne am Rande einer Gemeindeveranstaltung ein starkes Arsenal an Waffen und Fahrzeugen ausgestellt. Besonders begeistert davon: die Jugend.

Das Überschneefahrzeug ist schon ein interessantes Teil. Von den Schweden eingekauft. „Es kann schwimmen“, sagt David Schwark, Oberstabsgefreiter in der 4. Kompanie. Die mächtigen Ketten können das Gefährt auf beinahe jedem Untergrund bewegen. Mit dem angeschlossenen Hinterteil können 18 Soldaten transportiert werden. Und trotzdem hat das Fahrzeug nur 150 Pferdestärken.

Bundeswehr präsentiert ihr Arsenal

Begutachtet werden die Einsatzfahrzeuge der Bundeswehr vor allem von Kindern und Jugendlichen, die sich dafür begeistern. Auch Erwachsene lassen sich Fahrzeuge und Waffentypen näherbringen. Die Fakten beeindrucken einfach. Etwa die des 120-Millimeter-Mörsers Tampella: eine Steilfeuerwaffe zur Kampfunterstützung. Ein gewaltiges Teil, 160 Kilogramm schwer. Es gibt Spreng-, Leucht- und Nebelmunition, die Schussreichweite beträgt zwischen 450 und 6350 Meter. „Der tödliche Bereich liegt bei 50 Metern Radius“, sagt der Soldat, dessen Name nicht öffentlich erscheinen soll. Damit könne man den Feind ausschalten. „Beim Aufschlag explodiert die Ladung“, sagt er. Aber auch die Splitterwirkung sei stark, vor allem aber tödlich. Zwei Kilogramm TNT befinden sich in einem Munitionskopf. Ob er den Mörser schon selbst bedient habe? „Ja“, lautet die Antwort. Im Einsatz? Ein Kopfnicken.

Beobachter wählen dann die Ziele aus, der Feuerleiter errechnet die Koordinaten. „Das ist schon echt heftig“, sagt ein Jugendlicher, der sich den Mörser zu Gemüte führt. „Für mich wäre das nichts“, fügt er kleinlaut hinzu. Respekteinflößend sei die Gerätschaf, aber ziemlich beeindruckend. Ob er selbst zur Bundeswehr wolle? Achselzucken. „Mal schauen“. Erst kürzlich ist der Soldat, der die Waffe erklärt, vom Übungsplatz zurückgekehrt. „Drei Tage lang haben wir unter anderem auf alte Wracks und Panzer geschossen“, sagt er.

Ein weiterer Soldat steht bei Pistolen, Gewehren, Granatwerfern. „Das ist das G36“, erklärt er. Ein Sturmgewehr, wichtige Teile bestehen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff mit Stahleinlagen. Technisch auf modernstem Stand. Das G36 ist die Standardinfanteriewaffe der Bundeswehr. Und natürlich ist auch dieser Waffenstand immer wieder von zahlreichen Jugendlichen belagert, die sich MP7, P8 und wie sie alle heißen, ganz genau anschauen. Die P8 als Standard-Pistole der Bundeswehr ist im ersten Moment wenig eindrucksvoll. Dann zeigt der Soldat aber ein separates Lichtmodul, das im speziellen Fall zum Einsatz kommt. „Das brauchen wir etwa, wenn es in Häuser hineingeht“, sagt er. Das finden zwei Jugendliche abseits des Geschehens ganz besonders genial. „Kennen wir aus Call of Duty“, sagt einer. Das ist ein sogenannter Action-Shooter, ein Computerspiel, virtuelle Kriegsführung in einem modernen Szenario. Ob er zur Bundeswehr wolle. „Nein“, sagt er. Das sei ihm dann doch zu gefährlich.

kp

Quelle: BGland24.de

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