In der Nacht mitten in Schneizlreuth:

Kostete ein technischer Defekt sechs Menschenleben?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen
  • Martin Weidner
    Martin Weidner
    schließen
  • Bettina Pohl
    Bettina Pohl
    schließen

Schneizlreuth - Bei einem fürchterlichen Großbrand in einem Hotel gab es in der Nacht mehrere Todesopfer. Löste ein technischer Defekt den verheerenden Brand aus?

Die wichtigsten Infos im Überblick:

- Gegen 3.05 Uhr brach in Schneitzlreuth in einem ehemaligen Bauernhof, der jetzt als Hotel genützt wird, ein Großbrand aus.

- Rund 250 Einsatzkräfte rückten aus, um das Flammen-Inferno zu bekämpfen.

- Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich in dem Gebäude 47 Personen - 41 konnten gerettet werden, sechs Männer galten stundenlang als vermisst.

- Gegen 16.45 Uhr stand fest, dass für alle sechs vermissten Mitarbeiter eines niederbayerischen Unternehmens jede Hilfe zu spät kam. Sie konnten nur noch tot aufgefunden werden.

- Die Brandursache ist bislang nicht geklärt. Bereits mittags trafen Brandspezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes am Tatort ein.

- Die Polizei richtete eine Hotline für Angehörige der Hotelgäste unter der Telefonnummer 08651/970114 ein.

Pressemeldung der Polizei, 20.35 Uhr:

Der Großbrand eines Gästehauses in der Nacht auf Samstag, 23.05., hat sechs Menschenleben gefordert, die im Laufe des Nachmittags aus dem Obergeschoß geborgen wurden. Die Kriminalpolizei übernahm in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Traunstein die Ermittlungen. Als mögliche Brandursache kann ein technischer Defekt an einer elektrischen Anlage nicht ausgeschlossen werden.

Nachdem der Großbrand am Samstagvormittag gegen 11.00 Uhr abgelöscht war, begann die Feuerwehr mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks das Gebäude für eine Begehung und Absuche abzusichern. Im Laufe des Nachmittags wurden die sechs vermissten Männer im Obergeschoß des Gästehauses aufgefunden und bis gegen 17 Uhr geborgen. Zur endgültigen Klärung der Identität und Todesursache müssen allerdings noch weitergehende Untersuchungen am Institut für Rechtsmedizin in München durchgeführt werden. Angehörige der Verstorbenen, die zwischenzeitlich in Bad Reichenhall eingetroffen waren, wurden durch die Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd betreut.

Die Begehung des Brandobjekts durch zwei Gutachter des Bayerischen Kriminalamts und der Spurensicherer der Kriminalpolizei Traunstein ergab keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung unter Verwendung von Brandbeschleunigern. Nach dem derzeitigen Stand kann ein technischer Defekt an der elektrischen Anlage nicht ausgeschlossen werden. Diesbezüglich sind noch abschließenden Untersuchungen im Bayerischen Landeskriminalamt erforderlich, bei denen mit einem kurzfristigen Ergebnis nicht zu rechnen ist.

Die Ermittlungen zur Klärung des Sachverhalts werden von der Kriminalpolizei Traunstein in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Traunstein geführt. Polizeivizepräsident Peter Mauthofer und Leitender Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese überzeugten sich vor Ort von den Auswirkungen des Großbrandes, der eine traurige Bilanz von sechs Toten, sieben Schwerverletzten und einen Sachschaden von rund 600.000 Euro zur Folge hatte.

UPDATE 17.05 Uhr:

Der Outdoor-Veranstalter, in dessen Bauernhof die Flammen tobten, gab ein Statement zur Zerstörung des Zentrums ab. (Zum Vergrößern bitte klicken)

Das Team des Outdoorzentrums, in dem sich der verheerende Brand mit sechs Toten ereignete, gab auf der Firmen-Homepage ein Statement zu der Zerstörung des Zentrums ab und kündigt an, eine Hotline einzurichten.

UPDATE 16.45 Uhr:

Auch für den sechsten Mitarbeiter der niederbayerischen Firma kam jede Hilfe zu spät. Wie Polizeisprecher Jürgen Thalmeier den Presseleuten vor Ort mitteilte, wurde nun auch der letzte der vermissten Mitarbeiter der Firma Lindner aus dem niederbayerischen Arnstorf (Landkreis Rottal-Inn) tot aufgefunden. Die Firma stellt unter anderem selbst Brandschutzunterdecken her.

UPDATE 16.10 Uhr:

Polizeisprecher Jürgen Thalmeier bestätigte der Agentur Aktivnews, dass fünf der sechs vermissten Personen nur noch tot gefunden werden konnten. Ein Mann, der ebenfalls wie die fünf Toten zu einer Reisegruppe aus Niederbayern gehören soll, gilt weiterhin als vermisst.

UPDATE 15.40 Uhr:

Nach Informationen von vor Ort wurden erste Leichen der Vermissten in dem ehemaligen Bauernhof gefunden. Laut dem Bayerischen Rundfunk soll es sich um die Leichen von fünf Männern handeln. Nach der fehlenden sechsten Person wird weiterhin gesucht.

UPDATE 14.15 Uhr:

Die Brandermittler beginnen in diesen Minuten mit der Begehung des Hauses, wie Polizeisprecher Jürgen Thalmeier gegenüber bgland24.de bestätigte.

Neben der Firmenveranstaltung fand eine zweite Veranstaltung außerhalb des Hotels statt. Deren Teilnehmer übernachteten in großen Zelten - es sollen alle wohlauf sein.

Flammen-Inferno: Das ganze Ausmaß am Tag

UPDATE, 13.25 Uhr: "Männer vermutlich tot"

Für die sechs vermissten Männer gibt es wohl keine Hoffnung mehr. "Man muss davon ausgehen, dass sie tot sind", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier soeben der Deutschen Presseagentur (dpa).

UPDATE, 12.25 Uhr: LKA-Spezialisten vor Ort

Das Gebäude gilt nach dem Brand als stark einsturzgefährdet. Wie von vor Ort gemeldet wird, sind inzwischen auch Brandspezialisten vom Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) an der Unglücksstelle eingetroffen

Am Mittag soll nun damit begonnen werden, mit Baggern vorsichtig das Dach des laut Bayerischen Rundfunks bis zu 800 Jahre alten Bauernhauses abzutragen. Dabei erhofft man sich endgültige Klarheit über das Schicksal der Vermissten zu bekommen. Außerdem müssen die Ermittler der Brandursache auf die Spur kommen, die nach wie vor völlig unklar ist.

Die Bundesstraße 21 ist inzwischen nicht mehr gesperrt und für den Verkehr wieder vollständig passierbar. Ein kleiner Rückstau sollte sich in Kürze aufgelöst haben.

UPDATE, 12 Uhr: Männer wohl aus Niederbayern

Als das Feuer ausbrach, war das Hotel von einer Reisegruppe aus Niederbayern belegt. 41 der 47 Gäste, die vermutlich allesamt zu einer Firma aus dem Landkreis Rottal-Inn gehören, konnten sich retten. Höchstwahrscheinlich gehören auch die sechs Vermissten zu dieser Gruppe. 

Über den Gesundheitszustand der Schwerverletzten gibt es indes noch keine neuen Informationen. Fest steht nur, dass mindestens zwei von ihnen mit Hubschraubern in Spezialkliniken geflogen worden waren.

Großfeuer in Schneizlreuth

UPDATE, 11.35 Uhr: "Hoffnung minimalst"

Die Hoffnung, dass die sechs Vermissten sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Hotel aufgehalten haben und die Katastrophe somit überlebt haben, wird immer geringer. Polizeisprecher Thalmeier sagte zu BGLand24.de: "Es besteht eine minimalste Hoffnung, dass die sechs Menschen überlebt haben. Aber nach realistischer Betrachtung muss man zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass sie sich wahrscheinlich in dem Gebäude befanden!"

Großbrand in Schneizlreuth

UPDATE, 11.15 Uhr:

Nach wie vor gibt es über den Verbleib der sechs vermissten Personen keine gesicherten Informationen. Wie unser Reporter vor Ort aber soeben von Polizeisprecher Thalmeier erfahren hat, sei die Hoffnung "eher gering", dass sich die sechs Männer, die vermutlich zu einer Reisegruppe aus dem Raum Pfarrkirchen (Niederbayern) gehören, zum Zeitpunkt des Brandausbruches woanders als im Hotel aufgehalten hätten.

Das Gebäude kann auch nach dem Löschen des Feuers von den Rettungskräften derzeit immer noch nicht betreten werden. Aktuell sind die Feuerwehrler dabei, das Gebäude mit der Drehleiter und Ferngläsern quasi von oben abzusuchen.

UPDATE, 11.05 Uhr: Hotline für Angehörige

Bei der Polizeiinspektion Bad Reichenhall wurde speziell für Angehörige der Hotelgäste eine Hotline eingerichtet. Dorthin können Anfragen gerichtet werden. Die Auskunftsstelle ist unter der Telefonnummer 08651/970114 erreichbar.

Großbrand in Schneizlreuth

UPDATE, 10.30 Uhr: Feuer ist gelöscht

Nach langwierigen und schwierigen Löscharbeiten hieß es gegen 10.30 Uhr endlich: "Feuer aus!" Was mit den sechs vermissten Personen ist, ist allerdings nach wie vor unklar.

UPDATE, 10 Uhr, Polizeimeldung:

In der Nacht von Freitag auf Samstag, 23. Mai, geriet aus bislang ungeklärter Ursache das Gästehaus einer ortsansässigen Eventagentur in Brand. Von den 47 untergebrachten Gästen konnten sich 41 Personen aus dem Gebäude retten, sechs Männer sind nach wie vor vermisst. Ein Großaufgebot der Feuerwehr und Rettungsdienste ist zur Brandbekämpfung und Betreuung der Gäste vor Ort.

Das Gästehaus, ein älteres, umgebautes Bauernhaus mit Scheune, geriet am frühen Sonntagmorgen, gegen 3 Uhr, aus bislang ungeklärter Ursache in Brand. Im Gebäude waren 47 Gäste aus einer Firma in Niederbayern untergebracht, die eine Veranstaltung mit der Eventagentur gebucht hatten. Von den 47 Gästen konnten 41 Personen das Gebäude mit zum Teil schwersten Verletzungen verlassen. Sieben Gäste mussten in umliegende Krankenhäuser und Spezialkliniken eingeliefert werden. 

Der Verbleib von sechs Männer ist nach wie vor unbekannt, sich könnten sich durchaus in dem abgebrannten Gästehaus befinden. Zur Betreuung der geretteten Gäste waren mehr als 60 Helfer des Roten Kreuzes, des Krisen-Interventions-Teams und sieben Notärzte im Einsatz.

Ein Großaufgebot der regionalen Feuerwehren war mit mehr als 250 Einsatzkräfte zur Brandbekämpfung ausgerückt. Die Löscharbeiten konnten teilweise nur von außerhalb durchgeführt werden, da aufgrund des fortgeschritten Brandes ein gefahrloses Betreten des Gebäudes nicht durchgängig möglich war. Die Einsatzkräfte brachte das Feuer schließlich am frühen Vormittag unter Kontrolle. Mit Unterstützung des THW werden weitere Absicherungsmaßnahmen durchgeführt, um eine gefahrlose Begehung und Absuche des teilweise vollständig abgebrannten Bauernhauses zu gewährleisten.

Die Bundesstraße 21 musste während der Löscharbeiten in beide Richtungen für den Verkehr gesperrt werden. Unter Führung der Polizeiinspektion Bad Reichenhall wurde der Straßenverkehr großräumig umgeleitet. Ab 8.30 Uhr war die Bundesstraße 21 wieder einseitig befahrbar.

UPDATE 8.55 Uhr:

In der Nacht von Freitag auf Samstag brach gegen 3.05 Uhr in einem ehemaligen Bauernhof, das jetzt als Hotel genützt wird, in Schneitzlreuth ein Großbrand aus. Das teilte die Einsatzzentrale der Polizei mit.

"Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich in dem Gebäude 47 Personen - 41 davon konnten bislang gerettet werden. Sechs männliche Personen werden noch vermisst", erklärte Jürgen Thalmeier vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Anfrage von bgland24.de. "Die Vermissten haben sich zum Zeitpunkt des Feuers ebenfalls in dem Gebäude aufgehalten."

Insgesamt sieben Gäste wurden verletzt: "Zwei Personen mussten mit schweren Brandverletzungen in Spezialkliniken gebracht werden, fünf weitere Personen wurden mittelschwer verletzt." Die Schwerverletzten sollen mit Hubschraubern in Krankenhäuser nach München und Regensburg eingeliefert worden sein.

Die Löscharbeiten vor Ort dauern noch an. "Einerseits gibt es verschiedene Brandherde, die noch nicht alle unter Kontrolle gebracht werden konnten. Und zum anderen konnten die Einsatzkräfte das Gebäude bislang nicht gefahrlos betreten", so der Polizeisprecher. Die B21 musste zwischenzeitlich komplett gesperrt werden. Laut Polizei ist mittlerweile aber wieder eine Fahrspur freigegeben. "Wir rechnen damit, dass die Bundesstraße im Laufe des Vormittags wieder komplett frei befahrbar sein wird.

Die Erstmeldung:

In der Nacht von Freitag auf Samstag brach in einem ehemaligen Bauernhof, das jetzt als Hotel genützt wird, in Schneitzlreuth ein Großbrand aus. Das teilte die Einsatzzentrale der Polizei mit.

Es wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften an die Einsatzstelle geschickt. Feuerwehren aus dem kompletten Landkreis Berchtesgaden sowie Floriansjünger aus dem Landkreis Traunstein und dem benachbarten Salzburger Land waren im Einsatz. Hinzu kamen Rettungsdienst, Polizei und Technisches Hilfswerk (THW). Am Morgen waren die Löscharbeiten noch nicht abgeschlossen. Die Ursache für das Feuer ist noch völlig unklar. Es gab mehrere Schwerverletzte.

Aktivnews/Einsatzzentrale Polizei/mw/ps/bp/PP Obb. Süd

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Akktivnews

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser