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Schleusungs-Fahnder: "Mehr geht nicht!"

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Nur eine der vielen Kontrollen am Donnerstagvormittag auf der A8 in Richtung München.
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Bad Aibling - Während ihre Kollegen ein paar Meter entfernt Autos und Busse durchsuchten, informierte die Bundespolizei auf einem A8-Parkplatz über ihre Arbeit: Die Beamten sind am Limit!

30 Aufgriffe von illegalen Einwanderern täglich - so das knappe Fazit unter die Arbeit der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, die für ganz Südbayern zuständig ist. Viele davon ziehen die Beamten aus überfüllten Transportern oder Autos direkt auf der Autobahn, so auch am Donnerstagvormittag auf dem A8-Parkplatz "Im Moos" zwischen den Anschlussstellen Bad Aibling und Irschenberg. Während die Bundespolizei über ihre Arbeit informierte, nahmen nebenan die Beamten verdächtige Fahrzeuge unter die Lupe: Viele überladene Autos mit ungarischen oder rumänischen Kennzeichen, oft schäbige Reisebusse.

Fotos: Unterwegs mit den Schleusungsfahndern der Polizei

35 Bundespolizisten waren insgesamt im Einsatz. Knappe 30 auf dem Autobahnparkplatz, der Rest verteilt auf vier Zivilfahrzeuge. Ein Auto nach dem anderen rückte an, immer begleitet von den schwarzen Autos der Zivilfahnder - in der Heckscheibe deutlich zu erkennen: "Bitte folgen! Polizei!" Die Durchsuchten waren selbstverständlich verunsichert. Großkontrollen wie diese am Donnerstag führt die Bundespolizei nur vier Mal jährlich durch.

Ab März wird personell aufgerüstet

Das eigens aufgestellte gelbe Zelt diente den Beamten als Durchsuchungsraum. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

"Wir sind an einem Punkt angelangt, wo es nicht mehr weitergehen kann", so Reinhard Tomm, Leiter der Bundespolizeiinspektion Rosenheim. Die hohe Belastung macht den Fahndern zu Schaffen: Allein im Februar wurden bereits 600 "unerlaubt Eingereiste" aus dem Verkehr gezogen.Weil auch heuer die Zahlen wohl nicht abnehmen werden, forderte die Bundespolizei Verstärkung: Ab März werden 50 weitere Beamte auf den Fernstraßen und Zügen unterwegs sein, auf der Suche nach Schleusern, Drogen oder Betrugsdelikten.

Der Mangel an Personal führte bereits dazu, dass die Fahndung im vergangenen Jahr teils komplett eingestellt werden musste. Und trotzdem: 11.600 grenzpolizeiliche Straftaten deckte die Bundespolizei 2014 auf. Illegale Einwanderer und "ihre" Schleuser machen dabei den aller größten Teil aus:

Die Zahlen verdoppelten in den letzten Jahren

9400 der "unerlaubt Eingereisten" flogen 2014 in Südbayern auf, dazu kommen 800 Schleuser. Seit 2012 haben sich die Zahlen jedes Jahr etwa verdoppelt: 2013 erwischte man 4000 illegale Einwanderer, ein Jahr zuvor 2100. Für heuer erwarten die Beamten ähnliche Zahlen wie 2014: "Das wird ganz bestimmt nicht weniger", so Reinhard Tomm.

Doch die Beamten stellen auch einige Veränderungen fest: Während im vergangenen Jahr noch zwei Drittel der Flüchtlinge über die Fernstraßen nach Deutschland kamen und nur ein Drittel per Schiene, kehrte sich das Verhältnis heuer um. "Die Kosten sind schlicht und einfach niedriger. Für eine Autofahrt allein von Italien herauf verlangen die Schleuser oft 2.000 bis 3.000 Euro."

Herkunftsland Nummer 1: Syrien

Brenner- und Balkanroute: Die beliebtesten Strecken bei Flüchtlingen. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

Die Herkunftsnation Nummer 1 war auch 2014 Syrien. Jeder dritte Aufgegriffene stammt aus dem Bürgerkriegsland.17 Prozent stammten aus Eritrea, ein Land, das die Menschenrechte mit Füßen tritt. Im einstelligen Prozentbereich bewegen sich Kosovaren, Somalier und Afghanen. Die Bundespolizei spricht von der "Brenner- und der Balkanroute", auf der Deutschland erreicht wird - in Rosenheim laufen beide zusammen.

xe

Quelle: rosenheim24.de

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