Wahlbetrug in Schechen?

Bussi-Schorschi klagt über "Rufmord"

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Gegen Georg Weiss steht der Verdacht eines möglichen Wahlbetrugs im Raum.
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Schechen - Der Vorwurf des möglichen Wahlbetrugs lässt Georg Weiss nicht kalt. Er glaubt, dass ihn jemand loswerden will und spricht von "Rufmordkampagne".

"So wies ausschaut .. 2 sitze ! Ja ja Wahnsinn .. Das Ziel erreicht , daaaanke allen": So feierte Georg Weiss jun. seinen persönlichen Erfolg bei der Gemeinderatswahl im März auf seiner Facebook-Gruppe "Vote for Georg Weiss". Er und seine Schwester Birgit hatten den Sprung in den Gemeinderat geschafft.

Nur zwei Monate später sieht die Welt jedoch ganz anders aus. Gegen Bussi-Schorschi und seine Partei "Engagierte Bürger für Schechen" steht ein möglicher Wahlbetrug im Raum, die Staatsanwaltschaft ermittelt schon länger. Aus dem Umfeld der Familie Weiss ist zu hören, dass der Wahlbetrug möglicherweise 50 bis 60 Arbeiter der Georg Weiss GmbH betreffen könnte. Auf deren Brief-Wahlzettel soll die Stimmzahl immer mit dem selben Kugelschreiber und dem selben Schriftbild ausgefüllt worden sein.

Bisher konnte Weiss aber nichts nachgewiesen werden, es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Weiss geht aber noch weiter und will nicht einmal von einem Verdacht etwas wissen. "Was heißt hier Verdacht und Nachweis? Es gibt nichts nachzuweisen, weil ich überhaupt nichts gemacht habe", betonte er gegenüber rosenheim24.de: "Das ist eine Rufmordkampagne! Wo die genau herkommt, müssen wir noch klären."

Bussi-Schorschi hat bereits eine Vermutung: "Natürlich will mich da jemand loswerden." Auf Nachfrage, ob er denn einen Verdacht habe, wer das denn sein könnte, antwortete er vielsagend: "Hängen sie mal den Kopf schief und denken Sie mal darüber nach, wer das wohl sein kann."

Bürgermeister Holzmeier geht von Aufklärung aus

Schechens Bürgermeister Hans Holzmeier glaubt jedenfalls an einen berechtigten Verdacht. "Ich glaube nicht, dass die Staatsanwaltschaft ermitteln würde, wenn an der Sache nichts dran wäre."

Er hegt auch keinen Zweifel, dass die Ermittlungen im Sande verlaufen könnten. "Eigentlich habe ich keine Angst davor. Ich habe großes Vertrauen in unsere Justiz", betonte er auf Nachfrage von rosenheim24.de: "Die Ermittlungen sind nun mal aufwendig und beanspruchen einige Zeit."

Zu dem im Raum stehenden Vorwurf, dass die Stimmzettel der 50 bis 60 Arbeiter der Georg Weiss GmbH mit dem selben Kugelschreiber und dem selben Schriftbild ausgefüllt worden seien, wollte sich Holzmeier nicht äußern: "Ich bin nicht im Briefwahlvorstand. Deshalb gebe ich dazu keinen Kommentar ab."

Weiss besucht Gemeinderatssitzungen

Georg Weiss habe sich indes in den bisherigen zwei Gemeinderatssitzungen so verhalten, als ob nichts gewesen wäre. "Es gab von seiner Seite aus keinerlei Äußerungen oder Erklärungen", bemängelte Bürgermeister Holzmeier. Auf den möglichen Wahlbetrug habe Weiss aber auch keiner angesprochen. "Die Sitzungen verlaufen ganz normal. Es gibt da keine persönlichen Kämpfe", stellte Holzmeier klar.

Für Bussi-Schorschi ist die Teilnahme an den Gemeinderatssitzungen eine Selbstverständlichkeit, komisch werde er nicht angeschaut. "Mein Mandat nehme ich sehr ernst, weil das die Bürger von mir erwarten. Die Bürger in Schechen wollten, dass jemand im Gemeinderat sitzt, der die Interessen der Bürger vertritt. Und nicht nur die Interessen einer einzelnen Person", äußerte Weiss. Ohne Mehrheit sei es aber auch für ihn schwierig, die Interessen der Bürger im Gemeinderat durchzusetzen: "Ich wollte verhindern, dass die Kindergartengebühren für die Familien erhöht werden, aber die Mehrheit hat anders entschieden."

Quelle: rosenheim24.de

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