Kein Gespräch mit "Bussi-Schorschi"

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Bussi-Schorschi Georg Weiß an seinem Schreibtisch daheim in Schechen

Schechen - "Bussi-Schorschi" und kein Ende: Noch immer zeichnet sich in Schechen zwischen Georg Weiß alias "Bussi-Schorschi" und der Gemeinde keine Einigung ab.

Wie berichtet, hatte Weiß am Tage der jüngsten Gemeinderatssitzung seine Anträge in letzter Minute per Fax zurückgezogen. Er wolle sich mit der Gemeinde gütlich einigen, erklärte er gegenüber den OVB Heimatzeitungen auf Anfrage. Doch daran glaubt von den Räten keiner mehr.

Dreh- und Angelpunkt des Streits zwischen Weiß und der Gemeinde Schechen ist das nach einem Brand von der Gemeinde als Lagerhalle genehmigte und als Eventstadl realisierte Gebäude in Wurzach, das laut Bürgermeister Hans Holzmeier ein Schwarzbau ist.

Eine Entscheidung darüber, ob der Eventstadl nachträglich (die Gemeinde hat eine erste Tektur nicht bewilligt) genehmigungsfähig ist, will das Landratsamt Rosenheim erst dann treffen, wenn ein beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) anhängiges Normenkontrollverfahren abgeschlossen ist. Wie berichtet, ist die Firma Weiß im Februar gegen den Bebauungsplan zu Felde gezogen, den die Gemeinde für das Areal der Baumschule in Wurzach aufgestellt hat.

Obwohl eine Entscheidung in Bezug auf die Normenkontrollklage noch aussteht, schickte der Firmen-Juniorchef der Gemeinde im Mai erneut Anträge auf Änderung beziehungsweise Anpassung des Bebauungsplanes "Wurzach". "Doch der Antrag hat sich erledigt, weil Weiß heute per Fax alles zurückgezogen hat", erklärte Holzmeier in der jüngsten Sitzung. Der Grund: "Ihm wurde wohl vorab signalisiert, dass nicht mit einer Bebauungsplanänderung gerechnet werden kann", so Holzmeier.

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Weiß, der sich derzeit für TV-Dreharbeiten im Ausland aufhält, nannte unserer Zeitung andere Gründe für den Rückzug: "Ich möchte mit der Gemeinde in einen Dialog eintreten, mich mit allen Räten an einen Tisch setzen und nicht mehr streiten." Deshalb habe Weiß vor etwa zwei Wochen Räte und Bürgermeister zum klärenden Gespräch nach Wurzach eingeladen. Obwohl alle (bis auf einen Rat) ihr Kommen zugesagt hätten, sei schließlich nur Gemeinderat Modest Schildhauer gekommen. "Bis heute habe ich keine Entschuldigung oder eine Begründung für das Nichterscheinen erhalten. Dieses Verhalten finde ich seltsam. Anscheinend hat das Gremium an einer Einigung kein Interesse", so Weiß.

Überrascht, dass er ganz alleine in Wurzach aufschlug, war Gemeinderat Schildhauer (CSU). Er habe in einer nicht öffentlichen Sitzung gefehlt und sei deshalb ohne Absprache mit seinen Kollegen der Einladung von Weiß nachgekommen: "Gebracht hat das Gespräch jedoch nichts. Weiß sieht einfach nicht ein, dass er nicht im rechtsfreien Staat lebt und er sich wie alle anderen Bürger an Regeln und Rechtslagen halten muss."

Weiß sei nach wie vor uneinsichtig und argumentiere, dass es in Wurzach doch keine Nachbarn gäbe, er auch schon früher in seiner Lagerhalle Glühwein ausgeschenkt habe und man auch im Eventstadl etwas lagern könne. "Aber wenn ich so einen Stadl mit Parkettboden ausstatte, fahre ich sicher nicht mit einem Stapler rein. Das ist eindeutig keine Lagerhalle, sondern eine Gastwirtschaft", so Schildhauer. Er habe Weiß auch auf die laufende Klage angesprochen. Der Juniorchef habe gesagt, er müsse klagen, sonst komme er mit seinen Anliegen in Schechen nicht vorwärts.

Die laufende Klage gegen die Gemeinde vor dem VGH war auch der Hauptgrund dafür, warum alle anderen Gemeinderäte nicht auf die Einladung reagierten, wie Volker Schmidt (SPD) gegenüber der Heimatzeitung erläuterte: "Wir Räte waren uns parteiübergreifend einig, dass wir während eines laufenden Verfahrens keinen Gesprächsbedarf sehen. Weiß soll erst seine Klage zurückziehen und seine Auflagen einhalten, dann sehen wir weiter." Nach Schmidts Ansicht ist es fast grotesk, dass Weiß schon wieder Anträge nachschiebt. Die Nutzungsuntersagung für den Eventstadl interessiere den Firmeninhaber nicht. Nach wie vor sei der Eventstadl ein Schwarzbau. Die Zusage von Weiß, den Stadl nur noch für private Zwecke zu nutzen, schenkt Schmidt keinen Glauben: "Bisher hat Weiß noch kein einziges Versprechen eingehalten."

Daniela Lindl/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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