Salzach - ökologische Wasserkraftnutzung mit Sanierung kombinieren

Steinmaßl: „Wir brauchen jedes Kilowatt!“

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Das Foto zeigt die Podiumsgäste Anton Zeller (ganz links), Hermann Steinmaßl und Sepp Hohlweger sowie die Moderatoren Konrad Baur (Bezirksgeschäftsführer AK Umwelt der CSU) und Veronika Leitenbacher (Vorsitzende der JU Rupertiwinkel, Gastgeberin)

Fridolfing - Die Junge Union Rupertiwinkel lud kürzlich zum Polit-Brunch. Thema war die Wasserkraftnutzung an der Salzach, die zeitgleich mit der Sanierung einhergehen soll.

Die Junge Union Rupertiwinkel hatte am Samstag den 6. Oktober zum Polit-Brunch nach Fridolfing eingeladen. Thema der Diskussion, war die Wasserkraftnutzung an der Salzach. Die Frage, ob man im Zuge von flussbaulichen Sanierungsmaßnahmen auch eine energetische Nutzung mittels Wasserkraft in Betracht ziehen sollte wurde rege diskutiert.

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Um in diesem komplexen Thema mehr Klarheit zu erhalten, waren kompetente Experten und Entscheidungsträger aus der Region der Einladung von JU Ortsvorsitzenden Veronika Leitenbacher gefolgt. So konnte die Jungpolitikerin zusammen mit Moderator Konrad Baur, dem Leiter des AK Energie der Landkreis JU, den Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl, Regierungsbaumeister Anton Zeller und den Sprecher der Grünen im Landkreis Traunstein, Sepp Hohlweger begrüßen. Alle drei Podiumsteilnehmer stellten in einem kurzen Anfangsreferat Ihren Standpunkt zum Thema vor. „Keine neuen Wasserkraftwerke an bisher unbebauten Fließgewässern“, so Sepp Hohlweger, sei die offizielle Meinung der Grünen, und verwies hierbei auch auf den besonderen ökologischen Wert der Salzach, welcher dringend geschützt werden müsse. Aus Sicht der Grünen kann nur eine maximale Aufweitung der Salzach die Lösung sein, um so auf Querbauwerke im Flusslauf verzichten zu können. Wasserkraftexperte Anton Zeller hielt dem entgegen, dass es sich bei der unteren Salzach um ein Gesamtpotential von rund einer Milliarde Kilowattstunden (kWh) handle. Das entspricht etwa dem Strombedarf der Landkreise Traunstein und BGL zusammengenommen. Zumindest ein Teil der Salzachenergie von mehreren Hundert Millionen kWh sollte unter ökologischen Gesichtspunkten genutzt werden, um die anstehenden Herausforderungen der Energiewende meistern zu können.

Die Salzach mit aufgeweiteten, renaturierten Ufern südlich von Laufen/Oberndorf.

Unter den anwesenden Gästen befanden sich auch einige Bürgermeister und Gemeinderäte der Region und demonstrierten damit, welch hohe Brisanz das Thema „Salzachausbau“ auch für die anliegenden Gemeinden hat. So brachte Fridolfings Bürgermeister Johann Schild zum Ausdruck, dass es eine Gefahr für die ganze Welt und die Schöpfung bedeute, den Atomausstieg nicht durchzuführen, oder zu verhindern. Mit dem Beschluss, aus der Atomenergie auszusteigen übernimmt Deutschland eine zentrale Aufgabe und eine riesige Herausforderung. Viele Diskussionen werden seiner Meinung nach jedoch doppelzüngig geführt. Man sei einerseits gegen die Wasserkraft, andererseits z. B. aber wieder für Windkraft und bei Biomasse „mal so mal so“. Schild forderte, dass die unterschiedlichen Interessensgruppen und Politiker, nicht nur ihre eigene Lobby-Position vertreten sollten, sondern gemeinsam für die Erschließung erneuerbarer Energien kämpfen und somit auch für die Erschließung der Wasserkraft.

Mit einem historischen Rückblick auf den Zustand der Salzach sowie die Bedeutung der Wasserkraft für die Region, lieferte Landrat Hermann Steinmaßl mit seinem Eröffnungsplädoyer einen idealen Einstieg ins Thema und sprach sich klar für den maßvollen Ausbau der Salzach aus: „Wir brauchen jedes Kilowatt! So viel Energie darf nicht ungenutzt bleiben.“ Gleichzeitig mahnte er an, fossile Rohstoffe zu schonen, um den von mittlerweile vier Parteien getragenen Atomausstieg zu schaffen.

Dem konnte auch Anton Zeller beipflichten. Einsparungen, so wichtig wie diese auch seien, können sie den gestiegenen Strombedarf nicht befriedigen. Man denke nur an die Elektromobilität, weswegen er klar für den Ausbau der Salzach plädiert. Durch einen konventionellen Kraftwerksbau wäre darüber hinaus die ohnehin bereits überfällige Sanierung der Salzach mit der energetischen Nutzung gut kombinierbar. Die Technik habe sich bereits über 100 Jahren bewährt. Neuartige Kraftwerkstypen, wie die in der Presse oft beschriebenen ‚Fließkraftwerke’ seien aus technischer Sicht eher ein ‚Etikettenschwindel’, da Wasser prinzipiell durch jedes Kraftwerk fließen müsse. Von einer bahnbrechenden Innovation könne hier nicht die Rede sein, sondern es handle sich lediglich um Kraftwerke im Experimentierstadium.

Alles in allem konnte man sich an diesem Tag zwar noch auf keine gemeinsame Lösung einigen, doch ergab die Diskussion neue interessante Erkenntnisse und Ansätze, zeigte aber zugleich, dass insgesamt ein sehr großer Rückhalt in der Bevölkerung für die Wasserkraftnutzung an der Salzach besteht. „Nicht der Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn“, lautete das Gesamtresümee von Veronika Leitenbacher.

Pressemitteilung der JU Rupertiwinkel

Quelle: chiemgau24.de

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